Christian Lütjens (Autor)

Sebastian Barry: Tage ohne Ende

Sebastian Barry: Tage ohne Ende

In Büchern und Filmen gilt der Wilde Westen als Domäne raubeiniger Männlichkeit. Umso größer war die Sensation, als Annie Proulx 1997 die Geschichte zweier Schafhirten veröffentlichte, die sich in der Einsamkeit des Brokeback Mountain ineinander verlieben. Ang Lees Verfilmung wurde 2005 nicht nur ein Welterfolg, sondern auch zum Schlüsselfilm des Queer Cinema. Doch "Brokeback Mountain" spielt im Jahr 1963, als der Westen schon lange nicht mehr wild gewesen ist. 2006 veröffentliche die deutsche Autorin Christine Wunnicke mit "Missouri" den ersten richtigen Western mit einer offen schwulen Liebesgeschichte. Danach gehörte der Westen erst mal wieder den Heteros, bis der irische Bestsellerautor Sebastian Barry vor drei Jahren ein Freundespaar in die Turbulenzen des amerikanischen 19. Jahrhunderts entsendet hat. Sein Roman "Tage ohne Ende", der jetzt in deutschen Übersetzung erschienen ist, erzählt die Geschichte eines queeren Glücks, findet unser Rezensent Christian Lütjens.
Marko Martin: Das Haus in Habana

Marko Martin: Das Haus in Habana

Marko Martin ist Reiseschriftsteller: In den Fußstapfen seines Vorbilds Hans Christoph Buch erweitert er mit der Beschreibung seiner Erlebnisse in entlegenen Weltgegenden unser Wissen um die menschlichen Möglichkeiten. Meist sind es Angehörige der aufstiegsorientierten Mittelschicht, denen er auf seinen Reisen begegnet und an denen er mal um mal eine Nachahmung westlicher Standards erkennt – so zuletzt in "Umsteigen in Babylon" (2016). Nun wagt sich der in der DDR aufgewachsene Autor erstmals in einen der letzten "realsozialistischen" Staaten, nach Kuba. Und selbst hier stößt er auf eine unverblümt materielle Orientierung der Menschen. Von Christian Lütjens.