Lustspiel

Ma Belle, My Beauty

Ma Belle, My Beauty

Lane liebte Bertie, Bertie liebte Lane – und auch Fred. In New Orleans führten sie einst eine Dreierbeziehung, bis die irgendwann nicht mehr funktionierte und Lane aus dem gemeinsamen Leben verschwand. Zwei Jahre später haben Bertie und Fred geheiratet und sind zusammen nach Südfrankreich gezogen. Doch dann steht plötzlich Lane wieder vor der Tür ... Vor dem Hintergrund einer sommerlichen Kleinstadtidylle erzählt Marion Hill von einem emotionalen Wiedersehen, das alte Wunden aufreißt und neue Fragen aufwirft. Angelika Nguyen über ein fein beobachtetes Porträt verliebter Menschen, das im August in der Queerfilmnacht zu sehen ist.
Moneyboys

Moneyboys

Der junge Fei lebt in einer chinesischen Großstadt und verdient sein Geld als „Moneyboy“, als illegaler Sexarbeiter, um seine Familie auf dem Land zu unterstützen. Seine Verwandten akzeptieren zwar sein Geld, nicht aber seine Homosexualität. Fei beschließt, sein Leben neu zu ordnen, sich zur Liebe zu bekennen und Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und für seinen neuen Geliebten Long. Doch die Vergangenheit als „Moneyboy“ ist nicht so einfach abzustreifen … In seinem packenden Spielfilmdebüt erzählt C.B. Yi von der Verlorenheit eines jungen Mannes und einer ganzen Generation, die zwischen dem wirtschaftlichen und moralischen Druck der Gesellschaft in einer Sackgasse festzustecken scheint. „Moneyboys“, der in Cannes uraufgeführt und in Saarbrücken mit dem Max Ophüls Preis ausgezeichnet wurde, läuft im Juli in der queerfilmnacht und wird am 28. Juli regulär im Kino starten. Sebastian Markt über einen Film mit sanft gezeichneten Figuren im hartnäckigen Widerstand.
Kink

Kink

Im Dokumentarfilm „Kink“, den es ab jetzt im Salzgeber Club gibt, porträtiert Regisseur Alberto Fuguet das katalanische Fotografen-Paar Paco y Manolo, die Macher des Fanzines „Kink“. In dem erotischen Heft, das Kultstatus in der queeren Szene genießt, versammeln die beiden Bilder von nackten Männern – und offenbaren dabei immer weit mehr als nur deren Körper. Peter Rehberg, der sich in seinem Buch „Hipster Porn“ jüngst mit queerer Männlichkeit und affektiven Sexualitäten im „Kink“-Vorläufer „Butt“ auseinandergesetzt hat, schreibt für uns über die Geschichte der queeren Fanzines, die Besonderheiten von „Kink“ und worum es in dem Projekt von Paco y Manolo wirklich geht.
Sprung ins kalte Wasser

Sprung ins kalte Wasser

Ab jetzt im Salzgeber Club: In romantisch-verträumten Bildern begleitet Regisseur Stelios Kammitsis in „Sprung ins kalte Wasser“ zwei junge Männer auf einem Trip durch halb Europa. Der junge Grieche Victoras macht sich nach dem plötzlichen Tod seiner Oma von Patras nach Deutschland auf, wo seine Mutter lebt. Auf der Fähre trifft er den abenteuerlustigen Deutschen Mathias – und nimmt ihn auf die weitere Reise einfach mit. Andreas Wilink über ein Kräfte-Messen, das allmählich zum Flirt wird.
Pink Narcissus

Pink Narcissus

Seinen 89. Geburtstag am 28. März hat James Bidgood nicht mehr erlebt, er starb Ende Januar. Um an den visionären Filmemacher und Fotografen zu erinnern, gibt es sein Meisterwerk „Pink Narcissus“ ab dem 24. März im Salzgeber Club. Der Kultklassiker zelebriert die Schönheit einer einzigen Person: Bobby Kendall. Der begehrenswerte Narziss entführt in obsessiv erotische Traumwelten, in denen er sich wahlweise als Torero, römischer Sklave, Stricher oder verliebter Draufgänger stilisiert. Jochen Werner über ein faszinierendes Artefakt – und wie man es heute zu fassen bekommt.
The Angelic Conversation

The Angelic Conversation

Im Abschlussteil unserer Artikelreihe zum 80. Geburtstag von Derek Jarman (1942-1994) wenden wir uns „The Angelic Conversation“ zu. Darin visualisiert Jarman die unterschwellig homoerotischen Themen in William Shakespeares Sonetten. Judi Dench liest 14 dieser Sonette, untermalt mit der Musik von COIL, die zur Kulisse für Jarmans visuelle Kollage aus surrealistischen und eindringlichen Bildern werden. Zusammen mit drei weiteren Meisterwerken Jarmans ist „The Angelic Conversation“ im Salzgeber Club zu sehen. Fritz Göttler über Bilder, die in sich selber kreisen, und ein Kino, das durchatmen kann.
Trübe Wolken

Trübe Wolken

Der 17-jährige Paul interessiert sich für seltsame Dinge: für Schleichpfade und verlassene Gebäude, geflüsterte Gespräche und liegengelassene Taschen. Ansonsten hat der stille Einzelgänger scheinbar keine Eigenschaften. Auf seine Mitschülerin Dala und seinen kunstsinnigen Lehrer Bulwer übt er gerade deswegen eine merkwürdige Faszination aus. Bis eines Tages ein Jugendlicher tot im Wald aufgefunden wird… Nebel, Dunst und dunkler Schauer. In Christian Schäfers vielschichtigem Regiedebüt „Trübe Wolken“, der ab jetzt im Kino läuft, bricht sich das Unheimliche vom Grund der tristen Normalität eines grauen Provinzstädtchens unaufhaltsam Bahn. Stefan Hochgesand folgt dem Coming-of-Age-Thriller über Genregrenzen hinweg, auf falsche und richtige Fährten und durch Falltüren hindurch.
Die Orpheus Trilogie

Die Orpheus Trilogie

Jean Cocteaus „Orphée“-Trilogie, entstanden zwischen 1930 und 1960, ist ebenso vom Surrealismus wie vom Klassizismus und der Privatmythologie des französischen Dichters, Zeichners und Filmemachers geprägt. Er passt den Mythos von Orpheus an seine Gegenwart an und erzählt von der Inspiration, den Wünschen, Sehnsüchten und Ängsten eines Künstlers. „Das Blut eines Dichters“, „Orpheus“ und „Das Testament des Orpheus“ gibt es nun als DVD- und BluRay-Box. Andreas Wilink nahm mit Freude auf dem Himmel stürmenden Pegasus von Cocteaus Künstler-Philosophie Platz und ließ sich forttragen.
Boy Meets Boy

Boy Meets Boy

Jetzt im Salzgeber Club: In seinem Debütfilm erzählt der spanische Regisseur Daniel Sánchez López von Harry und Johannes, die sich in einem Berliner Club kennenlernen und in den folgenden 15 Stunden verliebt durch die Stadt ziehen. Je länger sie zusammen sind, umso schmerzlicher wird das Bewusstsein, dass ihnen dafür nicht mehr viel Zeit bleibt – Harry muss nämlich am nächsten Tag nach Großbritannien zurück. „Boy Meets Boy“ steht in der Tradition realistischer Liebesdramen wie „Before Sunrise“ und „Weekend“: gefilmt an Originalschauplätzen mit zum Teil improvisierten Dialogen und zwei hinreißenden Neuentdeckungen, Matthew James Morrison und Alexandros Koutsoulis. Christian Lütjens über eine queere Berliner Indie-Perle.
Titane

Titane

In Cannes wurde Julia Ducournaus feministisches Fantasy-Drama „Titane“ letztes Jahr mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Der furiose filmische Trip über eine Serienkillerin, die Sex mit Autos hat, und einen Cop, der gegen seine emotionalen Versehrungen mit Anabolika anspritzt, hebt die queeren Elemente des von David Cronenberg geprägten Körperkinos auf eine neue Stufe. Philipp Stadelmaier über einen Film, der lustvoll Genre-Grenzen überschreitet – und den es jetzt als DVD und BluRay gibt.