Plötzlich alles anders

Matthias & Maxime

Matthias & Maxime

Lange mussten die Fans von Xavier Dolan hierzulande auf „Matthias & Maxime“ warten. Nachdem der Film bereits im Mai 2019 in Cannes seine Premiere hatte, kommt er nun endlich in die deutschen Kinos. Dolan erzählt darin von den lange unterdrückten Gefühlen, denen sich die besten Freunde Matthias und Maxime plötzlich stellen müssen. Dolan-Experte Andreas Wilink beschreibt, wie präzise „Matthias & Maxime“ die Stimmung seiner Titelhelden zwischen Hast, Unrast und Wehmut einfängt.
Küss mich

Küss mich

Alexandra-Therese Keinings erwachsene Romanze „Küss mich“ variiert raffiniert das bekannte Thema einer Frau, die ihre Beziehung zu einem Mann hinterfragt, als sie ihr lesbisches Begehren entdeckt. Mit einigen der besten Schauspieler*innen des schwedischen Kinos gelingt Keinings eine subtile Erzählung über große Gefühle und alles verändernde Momente, schreibt Jessica Ellen.
Benjamin

Benjamin

Sieben Jahre hat Benjamin an seinem zweiten Spielfilm gearbeitet: einem autobiografischen Drama über Liebe und Einsamkeit, in dem er selbst die Hauptrolle spielt. Am Vorabend der Premiere lernt er in einer Bar den charismatischen französischen Sänger Noah kennen und fühlt sich wie magisch zu ihm hingezogen. Doch ist Benjamin gerade jetzt, wo seine Karriere auf der Kippe steht, bereit für die wahre Liebe? Die musikdurchflutete Komödie ist das Filmdebüt des gefeierten britischen Comedians Simon Amstell. Hier schreibt Andreas Köhnemann eine Liebeserklärung an Amstells schmerzhaft ehrliche und zugleich bezaubernde Art des Erzählens.
Sommer 85

Sommer 85

Ein heißer Sommer in der Normandie, 1985: Der 16-jährige Alexis verbringt die Ferien mit seinen Eltern in einem malerischen Küstenort. Als ihn ein überraschend aufziehendes Unwetter in seiner kleinen Segeljolle zum Kentern bringt, wird er von dem etwas älteren David gerettet. Ein unbeschwertes Liebesglück beginnt – doch bald überschlagen sich die Ereignisse. In seinem 19. Film „Sommer ’85“ erzählt François Ozon von der ersten großen Liebe zwischen zwei jungen Männern, basierend auf dem schwulen Coming-of-Age-Roman „Dance on my Grave“ (1982) von Aidan Chambers. Matthias Frings über eine bittersüße Love Story im Zeitraffer.
Das Mädchen und die Spinne

Das Mädchen und die Spinne

Lisa zieht aus, Mara bleibt zurück. Während Kisten geschleppt, Wände gestrichen und Schränke aufgebaut werden, tun sich Abgründe auf, und ein Begehrenskarussell nimmt immer mehr Fahrt auf. Auch in ihrem neuen Film komponieren die Schweizer Zwillingsbrüder Ramon und Silvan Zürcher ("Das merkwürdige Kätzchen") ein poetisches Panoptikum menschlicher Beziehungsformen. Am 8. Juli startet ihr tragikomischer Katastrophenfilm "Das Mädchen und die Spinne" in den Kinos; parallel dazu erscheint ein Buch zum Film, bestehend aus Drehbuch, Essays, Making-Of-Fotos, Filmstills und Zeichnungen. Auch Cosima Lutz hat einen Text zum Band beigesteuert. Ihre Reflexion über Doppelgänger, komplizierte Liebe und Trennungsschmerz gibt es vorab bei uns zu lesen.
Beyto

Beyto

Beyto ist ein fantastischer Schwimmer und cooler Kumpel. Doch als sich der junge Schweizer mit türkischen Wurzeln in seinen attraktiven Trainer Mike verliebt, gerät seine heile Welt durcheinander. Um Tradition und Ehre zu wahren, sehen Beytos Eltern nur einen Ausweg: Mit einem Vorwand locken sie ihn in ihr türkisches Heimatdorf und organisieren eine Hochzeit mit einer Frau. Voller Empathie erzählt Gitta Gsell in „Beyto“ eine multikulturelle Liebes- und Emanzipationsgeschichte zwischen Zürich und Anatolien. Axel Schock freut sich, dass Gsells Film, den es nun in der queerfilmnacht online zu sehen gibt, gegenüber der Romanvorlage „Hochzeitsflug“ von Yusuf Yesilöz ermutigender und empowernder geworden ist. Und er ist von den beiden Hauptdarstellern begeistert, vor allem von Beyto-Darsteller Burak Ates in dessen erster Kinorolle.
Offene Herzen

Offene Herzen

Rémi macht gerade sein Wirtschaftsabitur, er arbeitet in einem Gemüseladen und hängt mit seinen Freunden ab. Dann entdeckt er in der Schule die Einladung zu einem Filmcasting. Der Regisseur sucht jemanden, der einen Außenseiter spielt: einen Jungen, der andere Jungen mag. Und Rémi folgt dem Aufruf… Sébastien Lifshitz erzählt in seinem ersten mittellangen Film „Offene Herzen“, den es jetzt in digital restaurierter Fassung im Salzgeber Club gibt, mitreißend vom Coming of Age eines arabischen Teenagers in Paris. Unser Autor Michael Eckhardt beschreibt, wie sich in den düsteren Parisbildern und dem irrlichternden Protagonisten die persönlichen Themen und Motive manifestieren, die das gesamte Spielfilmwerk des Auteurs Lifshitz auszeichnen.
Sommer wie Winter

Sommer wie Winter

„Sommer wie Winter“ gilt längst als Klassiker des queeren französischen Kinos. Sébastien Lifshitz’ wunderbar sinnlicher und unverkrampfter Debütfilm spielt während der Sommerferien in einem französischen Küstenort. Für den 18-jährigen Mathieu, der mit seiner Familie angereist ist, eine Zeit seligen Nichtstuns. Alles ändert sich, als er den gutaussehenden Cédric kennenlernt. Zunächst hält Mathieu sich noch schüchtern zurück. Doch die gegenseitige Anziehungskraft ist zu groß. 20 Jahre nach seiner deutschen Erstveröffentlichung kehrt „Sommer wie Winter“ in digital restaurierter Fassung zurück – und ist ab 1. Mai in der queerfilmnacht online zu sehen. Sascha Westphal schreibt über einen Film, der eine überwältigende Sehnsucht weckt.
Are We Lost Forever

Are We Lost Forever

Hampus und Adrian trennen sich nach einer jahrelangen Beziehung. Hampus empfindet vor allem Erleichterung: Zu oft wurde er von seinem Ex verletzt und enttäuscht. Doch Adrian trauert tief und weiß nicht, wie er ohne Hampus weiterleben soll. Selbst als beide neue Partner finden, kann Adrian seine große Liebe nicht vergessen … In „Are We Lost Forever“, der im März in der queerfilmnacht online läuft, erzählt der schwedische Regisseur David Färdmar einfühlsam von den Scherben einer zerbrochenen Beziehung und der leisen Hoffnung auf einen Neuanfang. Unser Autor Philipp Stadelmaier über die Unentschiedenheiten und Phantasmen eines Ex-Paares – und das Bett als drittem Protagonisten.
Minjan

Minjan

David stammt aus einer russischen Einwandererfamilie und nimmt als guter Sohn regelmäßig an den Gottesdiensten seiner jüdischen Gemeinde teil, um das nötige Quorum zu erreichen. Doch als Junge, der auf andere Jungs steht, fühlt er sich von den strengen Regeln seiner Community mehr und mehr eingeengt. Ausgerechnet die Nachbarn seines Großvaters, ein älteres schwules Paar, lassen ihn die Möglichkeiten homosexueller Liebe erahnen – aber auch die plötzliche Vergänglichkeit allen Lebens. In seinem vielschichtigen Regiedebüt erzählt Eric Steel vom sexuellen Erwachen und einem Glaubenskonflikt inmitten eines noch nicht gentrifizierten New Yorks Ende der 80er Jahre. Für unseren Autor Manuel Schubert kollidieren in „Minjan“ zudem die Erinnerungen an den Holocaust mit den Erfahrungen der Aids-Epidemie. Über einen Film, der zeigt, wie scheinbar Unaussprechliches doch sagbar gemacht werden könnte.