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Mauern aus Sand

Mauern aus Sand

Ein bei allen beliebter Junge in einem kroatischen Dorf glaubt, seinen Weg gefunden zu haben. Doch dann taucht ein Freund aus der Vergangenheit auf und weckt Gefühle, die sein sorgsam zusammengebautes Selbstbild in Frage stellen. „Mauern aus Sand“ ist eine melancholisch erzählte Geschichte über das Erwachsenwerden und den aussichtslosen Versuch, Erwartungen zu füllen, die nicht die eigenen sind. Behutsam und frei von Sentimentalität inszeniert Regisseurin Čejen Černić Čanak die Liebe als Naturgewalt, die sich ihren Weg bahnt.
Love Me Tender

Love Me Tender

Nach dem gleichnamigen Bestseller von Constance Debré erzählt „Love Me Tender“ von Anna Cazenave Cambet von einer früheren Anwältin, die nach ihrem Outing als lesbische Frau um das Sorgerecht für ihren Sohn kämpft – und dabei ihren Wunsch nach Freiheit mit den Erwartungen an sie als Mutter vereinbaren muss. Anja Kümmel hat das Buch gelesen und den Film gesehen und seziert die wichtigsten Unterschiede. Fest steht auch für sie: Die charismatische Schauspielerin Vicky Krieps ist ein Glücksgriff für die Hauptrolle.
Enzo

Enzo

Der 16-jährige Enzo fängt aus Protest gegen die Großbürgerlichkeit seiner Familie auf einer Baustelle an – und findet in seinem Kollegen Vlad das Vorbild, das er in seinem Vater nie sehen wollte. Doch dabei entdeckt er noch kompliziertere Gefühle. In sonnengetränkten Bildern erzählt „Enzo“ von Laurent Cantet und Robin Campillo einfühlsam vom Versuch eines Erwachsenwerdens – und allem jugendlichen Unbehagen, das dazugehört: gegenüber sich selbst, den eigenen Gefühlen, der eigenen Haltung. Janick Nolting über einen betörenden, drückend sommerlichen Film.
Night Stage

Night Stage

Am Tag spielen sie ihre Rolle, bei Nacht sind sie ganz sie selbst: Der Schauspieler Matias und der Politiker Rafael aus Porto Alegre möchten ihre Affäre geheim halten, doch sie teilen eine Leidenschaft für nächtlichen Sex in der Öffentlichkeit. Damit bringen beide ihre Karriere in Gefahr – und bald ihr Leben. „Night Stage“ von Marcio Reolon und Filipe Matzembacher ist ein wilder, queerer Psychothriller, irgendwo zwischen De Palma, Verhoeven und Almodóvar. Janick Nolting über einen Film, der im sexuellen Akt immer das Erhabene und das Rebellische sucht.
Sauna

Sauna

Nicht fit, nicht weiß, nicht männlich genug für den schwulen Sex-Club? Mathias Broes Debüt „Sauna“ ist ein lustvoller Film über Männer, die Männer lieben – und rechnet gleichzeitig mit einer schwulen Dating-Kultur ab, die manche Männer ausschließt. Für Andreas Köhnemann ist „Sauna“ ein Film, der das Unbequeme nicht verschweigt, aber nie die Hoffnung aufgibt: feinfühlig, sexy und eine große Feier von intimen Verbindungen. Denn die entstehen immer dann, wenn Menschen sich frei machen vom Blick der anderen.
Viet und Nam

Viet und Nam

Vietnam 2001. Die jungen Bergleute Viet und Nam lieben sich. Die Kohle umschließt sie, staubig, nass. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach Nams Vater, der im Krieg verschollen ist, und durchqueren das Land von Norden nach Süden. Trương Minh Quý erzählt in „Viet und Nam“ die Geschichte einer Liebe, die von den Geistern der Vergangenheit begleitet wird – mit Bildern von einer unermesslich poetischen Kraft. Sissy-Autor Andreas Köhnemann ist hingerissen von lauter filmischen Augenblicken, die in den „zukünftigen Kanon der schönsten Momente des queeren Kinos“ gehören.
Drama Queens

Drama Queens

Liebe! Ruhm! Klassenkampf! So ließe sich „Drama Queens“ von Alexis Langlois in drei Worten zusammenfassen. Doch dieses Langfilmdebüt ist mehr: ein Glitterpop-Märchen mit Sommerhit-Soundtrack; ein bisslustiges Musical; eine Feier aller missverstandenen Popdiven. Ziemlich wild und kompromisslos queer geht es hier zu. Oder, wie sissy-Autor Andreas Köhnemann es ausdrückt: „laut und romantisch, kinky und süß, over the top und voller Wahrhaftigkeit“. Stimmt alles. Und ist im Juli im Rahmen der Queerfilmnacht in mehr als 40 Städten in Deutschland und in Österreich zu sehen. Danach startet der Film offiziell in ausgewählten Kinos.
The Mattachine Family

The Mattachine Family

Was ist Familie? Und welche Alternativen zur klassischen Kernfamilie gibt es für queere Menschen? In  „The Mattachine Family“ finden die Filmemacher Andy und Danny Vallentine so ehrliche wie unterhaltsame Antworten. Sissy-Autor Andreas Köhnemann über einen „Film voller Liebe und Wärme, der an das Werk von Edward Burns, Lisa Cholodenko oder Nicole Holofcener erinnert.“ Im Juni läuft der Film in der Queerfilmnacht.
Layla

Layla

London im Pride-Monat. Drag-Performer:in Layla tritt bei einem tristen Unternehmensevent auf, das sich Queerfreundlichkeit auf die Werbefahne geschrieben hat. Ausgerechnet hier wird Layla von dem jungen Marketing-Experten Max angeflirtet. Obwohl die beiden aus unterschiedlichen Welten kommen – Layla ist non-binär, hat palästinensische Wurzeln und lebt in einer aufregenden queeren Künstler:innen-Community; Max ist schwul, stammt aus einem konservativen britischen Elternhaus und hat vor allem Yuppie-Freunde – entwickelt sich zwischen ihnen ein regelrechter Liebesrausch. Doch als Layla versucht, sich der Lebenswelt von Max anzupassen, um für ihn „kompatibler“ zu sein, kommt es zu Konflikten. Was bedeutet es, jemanden zu lieben – und sollten wir dafür mitunter etwas von der eigenen Identität preisgeben? In „Layla“ erzählt Regisseur:in Amrou Al-Kadhi – selbst non-binär und Dragperformer:in in London mit irakischen Wurzeln – eine moderne Geschichte von zwei Menschen, die gerade wegen ihrer kulturellen, sozialen und sexuellen Differenzen zueinanderfinden und etwas Neues über sich selbst herausfinden. Anja Kümmel über ein mitreißendes Plädoyer dafür, zu sich selbst und füreinander einzustehen – allen (vermeintlichen) Erwartungen zum Trotz!
Mädchen in Uniform (1931)

Mädchen in Uniform (1931)

„Mädchen in Uniform“ von Leontine Sagan gilt als erster Film der Filmgeschichte, der lesbische Liebe offen thematisierte. Das Drama über die Internatsschülerin Manuela, die innige Gefühle für ihre gutherzige Lehrerin Fräulein von Bernburg entwickelt, erinnert an den repressiven Wahn des preußischen Erziehungssystems und dessen zerstörerische Folgen. Beatrice Behn über einen bahnbrechenden und komplexen Film, der am Ende jedoch zwei Dinge voneinander trennt, die besser zusammengedacht werden sollten.