Verwandlungen

Ellie & Abbie

Ellie & Abbie

Die 17-jährige Ellie ist super smart und total verknallt in ihre Mitschülerin Abbie. Für den Abschlussball will sie sich endlich ein Herz fassen und ihren Schwarm zum Date einladen. Dann steht plötzlich ihre längst verstorbene Tante Tara vor ihr. Als lesbische Aktivistin der 1980er Jahre hat die natürlich einiges zum Fall beizutragen. Mit ihrer geisterhaften Liebespatin wagt Ellie den nächsten Schritt… „Ellie & Abbie“ gibt es ab jetzt im Salzgeber Club zu sehen. Mit dem Traumpaar Sophie Hawkshaw und Zoe Terakes erzählt Regisseurin Monica Zanetti nicht nur von einer schaurig-schönen ersten Liebe an einer australischen Highschool, sondern auch von den Errungenschaften im Kampf um nicht-heterosexuelle Selbstermächtigung. Angelika Nguyen über einen vielseitigen Film, der mit feinem Gefühl Love Story, Enthüllungsdrama und Ermittlungskrimi kombiniert.
Neubau

Neubau

Jetzt im Kino: Wo möchte ich leben – und wie? Mit diesen existentiellen Fragen beschäftigen sich Autor/Hauptdarsteller Tucké Royale und Regisseur Johannes M. Schmit in ihrem Debütfilm „Neubau“ aus der Sicht eines jungen queeren Mannes in der Uckermark. Und beantworten sie mit einem dezidiert nicht-normativen Lebensentwurf, in dem die Befreiung aus konservativen Vorstellungen von Sexualität und Geschlechterzugehörigkeit ebenso eine Rolle spielen wie Commitment und gegenseitige Fürsorge. Ihr queerer Heimatfilm entstand fernab der großen Metropolen als unabhängige Produktion in einem Künstler*innen-Kollektiv, dem es um ambivalente (Gegen-)Erzählungen und eine „Neue Selbstverständlichkeit“ geht. Lukas Foerster über das Glitzern queerer Körper in der Weite Brandenburgs.
Postcards from London

Postcards from London

Steve McLeans „Postcards from London“ mit Harris Dickinson. Die lustvolle Erweckungsgeschichte des jungen Jim aus der englischen Provinz in einem zum Neonlicht-Viertel hochstilisierten Soho der Gegenwart ist filmisch eng verwoben mit Fassbinders „Querelle“ (1982) und Van Sants „My Own Private Idaho“ (1991), mit den Bilderwelten Caravaggios und Derek Jarmans. Andreas Köhnemann hat sich auf Expedition durch McLeans Referenzen-Dschungel begeben.
Lola und das Meer

Lola und das Meer

Lola ist 18, hat pinke Haare und macht gerade ihr Diplom als Veterinär-Assistentin. Als ihre Mutter stirbt, sorgt ihr Vater dafür, dass sie die Trauerfeier verpasst, weil er Lolas Trans-Outing vor zwei Jahren noch immer nicht annehmen kann. Doch Lola ist entschlossen, ihrer Mutter den letzten Wunsch zu erfüllen und deren Asche an der belgischen Küste zu verstreuen. Widerwillig machen sich Vater und Tochter auf die gemeinsame Reise. Für ihre einfühlsame Darstellung wurde Hauptdarstellerin Mya Bollaers als erste trans Person mit dem belgischen Filmpreis Magritte ausgezeichnet. Ebenso eindrucksvoll spielt für Barbara Schweizerhof aber auch der französische Kinostar Benoît Magimel („Die Klavierspielerin“) – als Lolas Vater, den die Tochter nach und nach aus der toxisch-männlichen Reserve lockt.
Wild Side

Wild Side

Mit seinem zweiten Kinospielfilm hat Sébastien Lifshitz im Jahr 2004 einen Klassiker des Queer Cinema geschaffen. Anlässlich der Veröffentlichung der restaurierten Fassung von "Wild Side" im Salzgeber Club werfen wir einen neuen Blick auf das intime Liebesdrama um drei Entwurzelte, das auch 17 Jahre nach der Uraufführung nichts von seiner poetischen Kraft verloren hat.
Eine total normale Familie

Eine total normale Familie

Die 11-jährige Emma hat immer gedacht, dass ihre Familie wie alle anderen ist. Bis ihr Papa Thomas sich eines Morgens als trans outet und erklärt, dass er von nun an als Frau leben möchte. Während aus Thomas nach und nach die elegant gekleidete Agnete wird, verändert sich auch die Beziehung zwischen Vater und Tochter. Mit viel Feingefühl und leisem Humor zeigt Malou Reymann in „Eine total normale Familie“, wie sich eine Familie von heteronormativen Vorstellungen lösen muss, um eine gemeinsame Zukunft zu haben. Unsere Autorin Esther Buss über eine dänische Tragikomödie, die vom Glauben an gemeinsame Veränderung erzählt.
Sechs Filme des Jahres

Sechs Filme des Jahres

Wenngleich das Kinojahr 2020 von großen Einschränkungen geprägt war, gab es auch in den letzten zwölf Monaten eine Reihe fantastischer queerer Filme. Manche waren auf der großen Leinwand zu sehen, andere sind direkt als VoD oder DVD erschienen, mitreißend und besonders fand sissy sie alle. In unserem traditionellen Rückblick lassen wir entlang  kurzer Auszüge aus den Rezensionen unserer Autor*innen unsere Filmhighlights Revue passieren. Wir folgen dabei einem Mädchen, das sich in einem heißen Kreuzberger Sommer zu einem Schmetterling entpuppt; einem Deliquenten, der in einem chilenischen Gefängnis Anfang der 1970er Jahre in ein Netz aus sexuellen Freiheiten und Abhängigkeiten gerät; zwei Damen, die nach Jahrzehnten im Geheimen für die Anerkennung ihre Liebe kämpfen; einen Tanzstudenten in Georgien, der gegen die Heternormatitvität und Repressionen in seinem Heimatland aufbegehrt; einem jungen Mann, der sich in eine New Yorker Vogue-Tänzerin verliebt und in deren Ballroom-Community gleich mit; und einem postmigrantischen Teenager in Hildesheim, der mit einem syrischen Geschwisterpaar die Zukunft erobert. Uns gehört die Welt!
Glue

Glue

Für sein Drehbuch zur radikalen Jugendfabel „Monos“ (2019) erhielt Alexis Dos Santos höchstes Kritikerlob. Nun gibt es im Salzgeber Club den Film zu sehen, mit dem die Karriere des argentinischen Filmemachers 2006 begann: „Glue“. In der Coming-of-Age-Odyssee ist der damals 20-jährige Nahuel Pérez Biscayart in seiner ersten großen Kinorolle zu sehen – heute gilt er nach Filmen wie „120 BPM“ (2017) und „Persischstunden“ (2020) als Star des europäischen Arthouse-Kinos. Unseren Autor Christian Lütjens macht „Glue“ auch 14 Jahre nach seiner Uraufführung noch immer high.
Jean Paul Gaultier: Freak & Chic

Jean Paul Gaultier: Freak & Chic

Leben und Werk von Jean Paul Gaultier fließen seit jeher ineinander. Die „Fashion Freak Show“, in der der ikonische Modeschöpfer im Jahr 2018 seine Biografie als prunkvolle Bühnenrevue verarbeitet hat, erschien deswegen fast zwangsläufig. Regisseur Yann L'Hénoret wirft in „Jean Paul Gaultier: Freak & Chic“ einen Blick hinter die Kulissen der aufwendigen Produktion auf der legendären Pariser Varietébühne Folies Bergère. Catherine Deneuve, Rossy de Palma und Madonna sind mit dabei. Unsere Autorin Barbara Schweizerhof war aber vor allem vom Zusammenhalt hinter der Bühne beeindruckt.
Adam

Adam

Neu im Salzgeber Club: Der 16-jährige Adam besucht seine lesbische Schwester in New York und hat große Erwartungen. Er will sich verlieben oder zumindest endlich mal Sex haben! Auf einer queeren Party funkt es zwischen ihm und Gillian. Doch die glaubt, dass er ein trans Mann ist. Für unseren Autor Stefan Hochgesand ist „Adam“ von „Transparent“-Regisseur Rhys Ernst nur vordergründig eine ungewöhnliche Verwechslungskomödie. Eigentlich erzählt der Film nach dem gleichnamigen Roman von Ariel Schrag mit viel Herz, wunderbar diversen Figuren und empowernden Momenten eine smarte queere Coming-of-Age-Geschichte.