Wild Side

Wild Side

Mit seinem zweiten Kinospielfilm hat Sébastien Lifshitz im Jahr 2004 einen Klassiker des Queer Cinema geschaffen. Anlässlich der Veröffentlichung der restaurierten Fassung von "Wild Side" im Salzgeber Club werfen wir einen neuen Blick auf das intime Liebesdrama um drei Entwurzelte, das auch 17 Jahre nach der Uraufführung nichts von seiner poetischen Kraft verloren hat.
Vojin Saša Vukadinović (Hg.): Die Schwarze Botin

Vojin Saša Vukadinović (Hg.): Die Schwarze Botin

Die in West-Berlin verlegte Zeitschrift „Die Schwarze Botin“ gilt als bedeutendes Periodikum der Neuen Frauenbewegung – und löste einige Kontroversen aus. Zu den Autorinnen gehörten u.a. Rita Bischof, Gisela Elsner, Elfriede Jelinek, Julia Kristeva, Eva Meyer, Heidi Pataki und Gisela von Wysocki. Die beiden Herausgeberinnen Gabriele Goettle und Brigitte Classen verfolgten ein klares Ziel: Aus der Frauenbewegung heraus eine Kritik an dieser zu üben – ohne Angst, sich dadurch Feind*innen zu machen. Die nun von Vojin Saša Vukadinović herausgegebene Anthologie dokumentiert erstmals zahlreiche Originalbeiträge aus der ersten Folge der Zeitschrift zwischen 1976 und 1980. Dino Heicker hat den facettenreichen Band gelesen.
Sommer wie Winter

Sommer wie Winter

„Sommer wie Winter“ gilt längst als Klassiker des queeren französischen Kinos. Sébastien Lifshitz’ wunderbar sinnlicher und unverkrampfter Debütfilm spielt während der Sommerferien in einem französischen Küstenort. Für den 18-jährigen Mathieu, der mit seiner Familie angereist ist, eine Zeit seligen Nichtstuns. Alles ändert sich, als er den gutaussehenden Cédric kennenlernt. Zunächst hält Mathieu sich noch schüchtern zurück. Doch die gegenseitige Anziehungskraft ist zu groß. 20 Jahre nach seiner deutschen Erstveröffentlichung kehrt „Sommer wie Winter“ in digital restaurierter Fassung zurück – und ist ab 1. Mai in der queerfilmnacht online zu sehen. Sascha Westphal schreibt über einen Film, der eine überwältigende Sehnsucht weckt.
Tomasz Jedrowski: Im Wasser sind wir schwerelos

Tomasz Jedrowski: Im Wasser sind wir schwerelos

Als Tomasz Jedrowskis „Im Wasser sind wir schwerelos“ im vergangenen Jahr in Großbritannien herauskam, wurde es von der Presse gefeiert. Der Guardian kürte die schwule Coming-out- und Liebesgeschichte, die im sozialistischen Polen der frühen 1980er Jahre spielt, sogar zum Buch des Jahres. Auch Axel Schock ist begeistert, er vermisst aber etwas mehr Widerständigkeit.
Im Stillen laut

Im Stillen laut

Erika und Tine sind beide 81 und seit über 40 Jahren ein Paar. Zusammen leben und arbeiten sie auf dem Kunsthof Lietzen in Brandenburg – und blicken auf ein bewegtes Stück gemeinsame Geschichte zurück. Mit ihrer Neugier und Offenheit stellen Erika und Tine alles in Frage, das Vergangene und das Bestehende. Therese Koppes vielschichtiges dokumentarisches Porträt "Im Stillen laut", das jetzt im Salzgeber Club und auf DVD erscheint, ist ein Film über das Leben, die Kunst und selbst geschaffene Freiräume in der DDR, über Liebe im Alter und die Frage, wie man sich und seinen Idealen treu bleiben kann. Unsere Autorin Anja Kümmel genoss den Einblick in den Alltag von Erika und Tine und in eine Liebe, die ohne große Worte spürbar wird.
Futur Drei

Futur Drei

Parvis wächst als Kind der Millennial-Generation im komfortablen Wohlstand seiner iranischen Einwanderereltern auf. Dem Provinzleben in Hildesheim versucht er durch Popkultur und Grindr-Dates zu entfliehen. Als er in einer Unterkunft für Geflüchtete das Geschwisterpaar Banafshe und Amon kennenlernt, beginnt eine fragile Dreierbeziehung. Faraz Shariats autobiografisches Regiedebüt, das im Künstler*innen-Kollektiv Jünglinge entstanden ist, war *der* queere Film der Berlinale 2020 und wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Teddy und dem First Steps Award. Ab sofort gibt es „Futur Drei“ auf DVD, BluRay und im Salzgeber Club. Zudem findet bis zum 18. April das Festival „Futur 3.0“ statt: Auf der Festivalwebsite werden Videos und Angebote veröffentlicht, die inhaltlich und thematisch an den Film anknüpfen. Unser Autor Dennis Vetter spürt Shariats aktivistischem Gegenentwurf zum konventionellen deutschen Kino nach und plädiert selbst für mehr diverse Realität auf der Leinwand.
Neubau

Neubau

Wo möchte ich leben – und wie? Mit diesen existentiellen Fragen beschäftigen sich Autor/Hauptdarsteller Tucké Royale und Regisseur Johannes M. Schmit in ihrem Debütfilm „Neubau“ aus der Sicht eines jungen queeren Mannes in der Uckermark. Und beantworten sie mit einem dezidiert nicht-normativen Lebensentwurf, in dem die Befreiung aus konservativen Vorstellungen von Sexualität und Geschlechterzugehörigkeit ebenso eine Rolle spielen wie Commitment und gegenseitige Fürsorge. Ihr queerer Heimatfilm entstand fernab der großen Metropolen als unabhängige Produktion in einem Künstler*innen-Kollektiv, dem es um ambivalente (Gegen-)Erzählungen und eine „Neue Selbstverständlichkeit“ geht. Lukas Foerster über das Glitzern queerer Körper in der Weite Brandenburgs.
Ralf König: Vervirte Zeiten

Ralf König: Vervirte Zeiten

Zwischen März und Oktober 2020 erfreute Ralf König seine Fans auf Facebook und Instagram täglich mit Kurzcomics zum Leben und Lieben seines schwulen Kultpaars Konrad und Paul in Zeiten von Corona. In den Kommentaren wurde stets danach gefragt, ob es das auch bald als Buch gäbe. Nun hat König sämtliche Folgen im Band „Vervirte Zeiten“ zusammengefasst. Michael Sollorz hat das Pandemie-Tagebuch in Comicstripform gelesen und das Wiedersehen mit den Knollennasen wie ein Nach-Hause-Kommen empfunden.
Vojin Saša Vukadinović (Hg.): Zugzwänge

Vojin Saša Vukadinović (Hg.): Zugzwänge

Der von Vojin Saša Vukadinović herausgegebene Band „Zugzwänge: Flucht und Verlangen“, erschienen in der kontroversen Kreischreihe des Querverlags, nimmt die Situation queerer Geflüchteter in den Blick – aus theoretischen, politischen und aktivistischen Perspektiven. Für unseren Autor Peter Rehberg ist die Textsammlung vor allem zweierlei: das Projekt, durch Schilderungen der Situation vor Ort, Informationen über Organisationen und Initiativen, Lebensberichte und schließlich auch Literatur mehr über die Lebensbedingungen von Geflüchteten zu erfahren; und eine programmatische Abrechnung mit Queer Theory und postkolonialen Theorien. Letzteres weckt bei ihm reichlich ambivalente Gefühle. Eine kritische Analyse.
Die Hütte am See

Die Hütte am See

Jetzt im Salzgeber Club: "Die Hütte am See", einer der ersten schwulen finnischen Liebesfilme überhaupt. Mikko Makela lässt in seinem Debütfilm zwei junge Männer mit unterschiedlichen Lebensperspektiven und ähnlichen Grunderfahrungen bei der Renovierung eines idyllisch gelegenen Ferienhauses zusammentreffen. Der eine hat Finnland verlassen, weil es ihm keine Möglichkeit lässt, sich zu verwirklichen. Der andere ist dorthin geflohen, weil er sich an jenem Ort mehr Freiheit verspricht, als er in seiner syrischen Heimat erwarten könnte. Ein in seiner Unmittelbarkeit tief berührender Film, findet unser Autor Axel Schock.