Looping

Looping

In „Looping“, dem Regiedebüt der Berliner Filmemacherin Leonie Krippendorff („Kokon“), spielen Jella Haase, Lana Cooper und Marie-Lou Sellem drei Frauen, die sich in einer Psychiatrie kennenlernen und ineinander verlieben. Unsere Autorin Tania Witte wünscht sich zwar mehr Dialoge, schwärmt aber von magischem Schauspiel und betörenden Bildern. Ab morgen gibt es den Film im Salzgeber Club zu sehen.
Felix Rexhausen: Zaunwerk

Felix Rexhausen: Zaunwerk

Felix Rexhausen (1932-1992) war einer der ersten offen schwulen Autoren der Nachkriegszeit. Mit dem Roman „Lavendelschwert“ und dem Erzählband „Berührungen“ ist er bereits in der Bibliothek rosa Winkel vertreten. „Zaunwerk“ ist der seinerzeit nicht veröffentlichte Vorläufer dieser beiden Bücher, wiederentdeckt vom Literaturwissenschaftler Benedikt Wolf. Das Buch, bereits 1964 abgeschlossen, entfaltet ein Panorama vom Leben der Homosexuellen der alten Bundesrepublik, ihrem Leben im Versteck, ihren kleinen Freiräumen und großen Sehnsüchten. Tilman Krause empfindet den episodisch erzählten Roman als literarische Sensation.
Borderline

Borderline

Anna und Robyn lieben sich – und gehen zusammen durch Höhen und Tiefen. Anna kann und will nicht ohne ihre Freundin sein, aber ihre inneren Dämonen halten sie davon ab, das Glück in vollen Zügen zu genießen. Offensiv autobiografisch erzählt die italienische Regisseurin Anna Alfieri in „Borderline“ die Geschichte ihrer ersten großen Liebe. Anja Kümmel über einen berührenden Tauchgang in psychische Abgründe, der verschiedene Realitätsebenen erkundet – und der jetzt im Salzgeber Club zu sehen ist.
Camila Sosa Villada: Im Park der prächtigen Schwestern

Camila Sosa Villada: Im Park der prächtigen Schwestern

Camila verlässt ihr Zuhause und geht in die Stadt, auf der Suche nach einem Ort, an dem sie sein kann, wer sie ist. Sie wird Teil einer Wahlfamilie aus Sexworker*innen und anderen Außenseiter*innen. Gemeinsam feiern sie die Liebe und den Rausch, im Widerstand gegen eine Gesellschaft, die sie verachtet. In ihrem autobiografisch gefärbten Roman „Im Park der prächtigen Schwestern“ erzählt die trans Autorin und Schauspielerin Camila Sosa Villada von der Freude am Leben, von Zugehörigkeit und von Befreiung. Anja Kümmel lobt das feine psychoanalytische Gespür und den klaren soziologischen Blick der Argentinierin.
Beyto

Beyto

Beyto ist ein fantastischer Schwimmer und cooler Kumpel. Doch als sich der junge Schweizer mit türkischen Wurzeln in seinen attraktiven Trainer Mike verliebt, gerät seine heile Welt durcheinander. Um Tradition und Ehre zu wahren, sehen Beytos Eltern nur einen Ausweg: Mit einem Vorwand locken sie ihn in ihr türkisches Heimatdorf und organisieren eine Hochzeit mit einer Frau. Voller Empathie erzählt Gitta Gsell in „Beyto“ eine multikulturelle Liebes- und Emanzipationsgeschichte zwischen Zürich und Anatolien. Axel Schock freut sich, dass Gsells Film, den es ab Donnerstag im Salzgeber Club und ab Freitag auf DVD gibt, gegenüber der Romanvorlage „Hochzeitsflug“ von Yusuf Yesilöz ermutigender und empowernder geworden ist. Und er ist von den beiden Hauptdarstellern begeistert, vor allem von Beyto-Darsteller Burak Ates in dessen erster Kinorolle.
James Baldwin: Ein anderes Land

James Baldwin: Ein anderes Land

James Baldwin ist zweifellos einer der wichtigsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und gilt als eine der bedeutendsten Stimmen der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Als Schwarzer und Homosexueller war er doppelt marginalisiert, er schrieb mit Furor, aber auch mit analytischer Präzision und literarischer Eleganz. So auch in seinem 1962 erschienenen Roman „Another Country“, der nun neu übersetzt unter dem Titel „Ein anderes Land“ veröffentlicht wurde. Axel Schock attestiert dem Buch eine zeitlose Intensität und Wahrhaftigkeit.
Sequin in a Blue Room

Sequin in a Blue Room

Sequin ist 16 und steht auf anonyme Sexdates, die er per App klar macht. Dabei hat er nur eine Regel: Nie einen Kerl zweimal treffen! Bis er über einen Chat im Blue Room landet, einer mysteriösen Gruppensex-Party ohne Limits. Dort gerät er in den Bann eines betörenden Fremden. In seinem berauschenden Debütfilm „Sequin in a Blue Room“, den es ab jetzt im Salzgeber Club und auf DVD gibt, bettet Samuel Van Grinsven das sexuelle Erwachen eines Teenagers in einen lustvollen Thrillerplot ein, in dem der australische Shooting-Star Conor Leach als rothaariger Twink im Pailettenhemd funkelt. Stefan Hochgesand über Romantik und Sex im Blue Room – und was das mit Bertolt Brecht zu tun hat.
Räuberhände

Räuberhände

Janik und Samuel haben das Abi geschafft und wollen zusammen nach Istanbul reisen – in ein neues, selbstbestimmtes Leben. Doch kurz vor dem Trip wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Die Reise der beiden verläuft anders als geplant. Mit „Räuberhände“, der am 2. September im Kino startet, hat İlker Çatak den Erfolgsroman von Finn-Ole Heinrich verfilmt. Wahrhaftig und einfühlsam erzählt Çatak von einer tiefen, prägenden Freundschaft und vom einzigartigen Lebensgefühl mit 18 – jener Zeit des Aufbruchs, in der alle Möglichkeiten offen scheinen. Emil von Schönfels und Mekyas Mulugeta glänzen als Freundespaar, das sich auf eine länderüberspannende Suche nach Freiheit, Heimat und Identität macht. Alexandra Seitz über einen Film, der Spannungen zulässt und aushält und sich dabei simplen Lösungen verweigert.
Ammonite

Ammonite

Nachdem der Kinostart mehrfach verschoben werden musste, hat das Warten nun ein Ende: Im September ist das historische Liebesdrama „Ammonite“ mit Kate Winslet und Saoirse Ronan in der queerfilmnacht zu sehen, ehe es am 4. November auch regulär startet. Im Nachfolger seines rauen schwulen Liebesfilms „God’s Own Country“ erzählt Francis Lee von einer leidenschaftlichen lesbischen Beziehung im England Mitte des 19. Jahrhunderts: zwischen der Fossiliensammlerin Mary (Winslet) und der jungen Ehefrau Charlotte (Ronan). Der Film wirft damit ein neues Licht auf die bekannte britische Paläontologin Mary Anning und lässt sie ein Begehren ausleben, das ihr die offizielle Geschichtsschreibung nie zugestand. Beatrice Behn über das spannende Unterfangen, sich aus einer historischen Versteinerung zu lösen.
Mark Gevisser: Die pinke Linie

Mark Gevisser: Die pinke Linie

Während bei den Themen sexuelle Selbstbestimmung und Geschlechtsidentität in vielen Ländern große Liberalisierungsfortschritte stattfinden, sind queere Menschen in anderen Ländern noch immer politischen Diskriminierungen ausgesetzt. Mark Gevisser zeichnet diese Konfliktlinie – die „pinke Linie“, wie er sie nennt – rund um den Globus nach. Er schildert, wie nicht-heterosexuelle Paare und Familien für rechtliche Gleichstellung kämpfen, und spricht mit von Diskriminierung Betroffenen in Kenia, Ägypten und den USA. Florian Birnmeyer hat Gevissers Kombination aus Reportage und Analyse gelesen.