Kate Davies: Love Addict

Kate Davies: Love Addict

Die 26-jährige Londonerin Julia geht einem monotonen Bürojob nach und hat schlechten Sex mit Männern. Bis sie zum ersten Mal mit einer Frau schläft und die Künstlerin Sam kennenlernt, die sie in die Welt der Sexclubs einführt. Julia ist überwältig, doch ihrer Liebe zu Sam stehen einige Hindernisse im Weg. Stefan Hochgesand hat Kate Davies' Debütroman für uns gelesen – ein Buch mit groteskem Figurenarsenal und lebensverändernden Orgasmen.
Are We Lost Forever

Are We Lost Forever

Hampus und Adrian trennen sich nach einer jahrelangen Beziehung. Hampus empfindet vor allem Erleichterung: Zu oft wurde er von seinem Ex verletzt und enttäuscht. Doch Adrian trauert tief und weiß nicht, wie er ohne Hampus weiterleben soll. Selbst als beide neue Partner finden, kann Adrian seine große Liebe nicht vergessen … In „Are We Lost Forever“, der im März in der queerfilmnacht online läuft, erzählt der schwedische Regisseur David Färdmar einfühlsam von den Scherben einer zerbrochenen Beziehung und der leisen Hoffnung auf einen Neuanfang. Unser Autor Philipp Stadelmaier über die Unentschiedenheiten und Phantasmen eines Ex-Paares – und das Bett als drittem Protagonisten.
Baby Jane

Baby Jane

Jonna ist gerade zum Studium nach Helsinki gezogen und taucht voller Abenteuerlust in das pulsierende Nachtleben ein. In einer queeren Bar lernt sie Piki kennen – und ist sofort fasziniert von der geheimnisvollen Frau mit der dunklen Stimme, die ihr ein ganzes Universum neuer Erfahrungen eröffnet. Katja Gauriloffs rauer Liebesfilm „Baby Jane“, der im März in der queerfilmnacht online läuft, zeigt Shootingstar Roosa Söderholm und die Sängerin Maria Ylipää als Paar, dessen stürmische Beziehung auch entlang von Abgründen verläuft. Unsere Autorin Anja Kümmel über eine flirrend-spannende Thriller-Romanze, die gängige Seh- und Deutungsgewohnheiten durchkreuzt.
Christine Wunnicke: Die Kunst der Bestimmung

Christine Wunnicke: Die Kunst der Bestimmung

Während Christine Wunnicke in ihrem aktuellen Buch „Die Dame mit der bemalten Hand“ von der Begegnung zweier schräger Wissenschaftler im Jahre 1764 erzählt, geht es in „Die Kunst der Bestimmung“ (2003) um das Aufeinandertreffen eines kauzigen skandinavischen Akademikers und eines unberechenbaren Adeligen. Der schwedische Professor Simon Chrysander ist berühmt für seine Fähigkeit, Dinge zu ordnen und zu bestimmen. Im Jahr 1678 bestellt ihn die englische Royal Society nach London, um ihre naturkundliche Sammlung zu sortieren. Doch je mehr Struktur er in das obskure Durcheinander aus konservierten Kuriositäten bringt, desto mehr stürzt sein eigenes Dasein ins Chaos. Verantwortlich hierfür ist der junge Lord Fearnall, der sich allen Ordnungsrastern entzieht. Ein Kräftemessen zwischen Abwehr und Zuneigung, Ratio und Ungewissheit, Leben und Tod. Matthias Frings über einen beinah makellosen Roman, der jetzt als Neuausgabe vorliegt.
Kokon

Kokon

Jahrhundertsommer in Berlin-Kreuzberg. Im multikulturellen Mikrokosmos rund um das Kottbusser Tor bahnt sich die 14-jährige Nora ihren Weg durchs Erwachsenwerden. Während die Hitze auf ihrer Haut klebt, bekommt sie zum ersten Mal die Periode, entdeckt ihre Liebe für andere Mädchen und lernt die wilde Romy kennen... In ihrem zweiten Film erzählt Regisseurin Leonie Krippendorff ("Looping") in sinnlichen Bildern eine authentische Berliner Coming-of-Age-Geschichte über aufkeimende Gefühle, sexuelles Erwachen und die erste große Liebe. Neben der überragenden Hauptdarstellerin Lena Urzendowsky spielen die Kinostars Jella Haase und Lena Klenke. Unsere Autorin Esther Buss hat Nora bei ihrer Entpuppung zugesehen – und schreibt über einen Sommer, nach dem nichts mehr so sein wird wie zuvor.
Ahmad Danny Ramadan: Die Wäscheleinen-Schaukel

Ahmad Danny Ramadan: Die Wäscheleinen-Schaukel

Zwei Männer lernen sich im kriegszerrütteten Syrien kennen und verlieben sich einander. Über Beirut und Kairo können sie zusammen nach Vancouver fliehen. Ihre zurückgelassene Heimat bleibt in fantasievollen Geschichten erhalten, als einer der beiden vier Jahrzehnte später versucht, den anderen am Sterbebett am Leben zu halten. Ein Mosaik aus Eindrücken einer Kindheit in Damaskus, von heimlicher Liebe, Homophobie und Gewalterfahrungen des Krieges, aber auch von Hoffnung und gewonnener Freiheit. „Die Wäscheleinen-Schaukel“ von Ahmad Danny Ramadan, der selbst 2012 von Syrien nach Kanada geflohen ist, wurde 2019 von The Independent unter die 30 besten Debütromane gewählt. Unser Autor Michael Sollorz über eine kühne Erzählung, die die Dringlichkeit des Erinnerns demonstriert.
Kleines Mädchen

Kleines Mädchen

Sasha wusste schon immer, dass sie ein Mädchen ist, auch wenn sie mit männlichen Geschlechtsmerkmalen geboren wurde. Von ihren liebevollen Eltern erfährt die 7-Jährige vollste Unterstützung, doch andere in ihrem Umfeld, besonders die Lehrer, beharren auf einem starren Junge-Mädchen-Denken. Für Sasha bedeutet das einen täglichen Kampf, als die gesehen und anerkannt zu werden, die sie wirklich ist. Ein Jahr lang hat der preisgekrönte Regisseur Sébastien Lifshitz („Sommer wie Winter“, „Wild Side“,„Bambi“) das kleine Mädchen und ihre Eltern mit der Kamera begleitet. Ihre Erfolge und Rückschläge fängt er behutsam und voller Empathie ein. „Kleines Mädchen“ wurde selbst bereits vielfach ausgezeichnet und läuft ab Donnerstag im Salzgeber Club. Unsere Autorin Cosima Lutz über einen verheißungsvollen Film, der konservative Vorstellungen von Geschlecht berührend in Frage stellt.
Minjan

Minjan

David stammt aus einer russischen Einwandererfamilie und nimmt als guter Sohn regelmäßig an den Gottesdiensten seiner jüdischen Gemeinde teil, um das nötige Quorum zu erreichen. Doch als Junge, der auf andere Jungs steht, fühlt er sich von den strengen Regeln seiner Community mehr und mehr eingeengt. Ausgerechnet die Nachbarn seines Großvaters, ein älteres schwules Paar, lassen ihn die Möglichkeiten homosexueller Liebe erahnen – aber auch die plötzliche Vergänglichkeit allen Lebens. In seinem vielschichtigen Regiedebüt erzählt Eric Steel vom sexuellen Erwachen und einem Glaubenskonflikt inmitten eines noch nicht gentrifizierten New Yorks Ende der 80er Jahre. Für unseren Autor Manuel Schubert kollidieren in „Minjan“ zudem die Erinnerungen an den Holocaust mit den Erfahrungen der Aids-Epidemie. Über einen Film, der zeigt, wie scheinbar Unaussprechliches doch sagbar gemacht werden könnte.
Eine total normale Familie

Eine total normale Familie

Die 11-jährige Emma hat immer gedacht, dass ihre Familie wie alle anderen ist. Bis ihr Papa Thomas sich eines Morgens als trans outet und erklärt, dass er von nun an als Frau leben möchte. Während aus Thomas nach und nach die elegant gekleidete Agnete wird, verändert sich auch die Beziehung zwischen Vater und Tochter. Mit viel Feingefühl und leisem Humor zeigt Malou Reymann in „Eine total normale Familie“, wie sich eine Familie von heteronormativen Vorstellungen lösen muss, um eine gemeinsame Zukunft zu haben. Unsere Autorin Esther Buss über eine dänische Tragikomödie, die vom Glauben an gemeinsame Veränderung erzählt.
Sigrid Nunez: Sempre Susan

Sigrid Nunez: Sempre Susan

In den 1970er Jahren teilten sich die US-amerikanische Autorin Sigrid Nunez und Susan Sontag in New York eine heruntergekommene Wohnung voller Bücher. Jetzt setzt Nunez ihrer einstigen Mentorin Sontag ein literarisches Denkmal. In „Sempre Susan“ erinnert sie sich an die Schatten- und Sonnenseiten der gemeinsamen Zeit. Axel Schock über eine knappe, aber komplexe Charakterstudie.