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Ninja Motherf*cking Destruction

Ninja Motherf*cking Destruction

Was macht meine Identität aus? Und wem muss ich sie beweisen? Als filmische Langzeitstudie angelegt, ist „Ninja Motherf*cking Destruction“ ein wildes und ungefiltertes Porträt eines queeren Erwachsenwerdens – überbordendes Gefühlschaos inklusive. Nach acht Jahren Drehzeit und ohne Förderung oder Filmschule im Hintergrund ist Regisseurin Lotta Schwerk mit ihrem Langfilmdebüt die intensive, immer authentische Chronik einer Jugend gelungen – „voller emotionaler Kraft“, wie Laura Sternberg findet.
Donkey Days

Donkey Days

Eine schwarze Farce der Boshaftigkeiten, wie sie nur in der Familie zu finden sind: In ihrem zweiten Spielfilm „Donkey Days“ untersucht die niederländische Regisseurin Rosanne Pel mit beißendem Humor ein schwer verrutschtes Mutter-Töchter-Dreieck –  grandios gespielt von den Hauptdarstellerinnen Susanne Wolff, Hildegard Schmahl und der Newcomerin Jil Krammer in einem spektakulären Kinodebüt. 
Madame X – Eine absolute Herrscherin (1978)

Madame X – Eine absolute Herrscherin (1978)

Die Handlung von „Madame X – Eine absolute Herrscherin“ beginnt mit einem mythischen, unwiderstehlichen Ruf: Die Piratin Madame X, verkörpert von Tabea Blumenschein, lädt Frauen weltweit ein, ihre bürgerliche Enge gegen ein Leben voller „Gold, Liebe und Abenteuer“ zu tauschen. Wer könnte da nein sagen? Mit ihrem Spielfilmdebüt schuf Ulrike Ottinger 1978 ein radikales Manifest des queeren, feministischen Kinos, dessen anarchischer Geist bis in die Gegenwart wirkt – und sehr wahrscheinlich weit darüber hinaus. Im 100. Teil und Abschluss der Artikelserie „Queer Cinema Classics“ nähert sich Toby Ashraf dem Film, wie es ihm besser kaum gerecht werden könnte: in Form einer fiktiven Podiumsdiskussion, deren Moderatorin kurzfristig abgesagt hat.
Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (1971)

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (1971)

Rosa von Praunheim ist tot, doch sein Werk bleibt unsterblich. Der wohl prägendste seiner unzähligen Filme ist einer seiner frühesten: „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ aus dem Jahr 1971 gilt als einer der essenziellen Auslöser und Wegbereiter der frühen politischen Schwulen- und Lesbenbewegung. Der Film war und ist ein Manifest – ein lauter Aufruf, sich zu politisieren und sich nicht von konservativen Spießern vereinnahmen zu lassen. Eine Würdigung von Dietrich Kuhlbrodt.
Ein einem Jahr mit 13 Monden (1978)

Ein einem Jahr mit 13 Monden (1978)

Ein kleiner, billiger, schmutziger Film und zugleich ein großer Klage- und Trauergesang: Mit „In einem Jahr mit 13 Monden“ über den Passionsweg der glücklosen Elvira Weishaupt hat Rainer Werner Fassbinder 1978 seinen persönlichsten und erschreckendsten Film gedreht – und einen tief verzweifelten. Andreas Wilink über „eine Ballade, die von Brecht so viel weiß wie von Johann Sebastian Bach“.
Faustrecht der Freiheit  (1975)

Faustrecht der Freiheit (1975)

Mit dem wahrgewordenen Traum eines Lottogewinns beginnt der Niedergang des abgebrannten Schaustellers Fox – ohne Aussicht auf Glück oder gar Hoffnung. Die Liebe stürzt ihn nur noch tiefer ins Verderben. „Faustrecht der Freiheit“ aus dem Jahr 1975 ist Rainer Werner Fassbinders illusionsloser Blick auf die schwule Welt als ein Zweiklassensystem: die Ungebildeten am Stammtisch und die Snobs in ihren teuren Geschäften. Peter Rehberg über einen ganz und gar unversöhnlichen Klassiker des schwulen Kinos.
Ich kenn keinen (2003)

Ich kenn keinen (2003)

Wie lebt es sich als schwuler Mann in der süddeutschen Provinz zwischen Albverein, Kirchenchor und Kehrwoche? Der 2003 bei der Berlinale mit dem Teddy ausgezeichnete Dokumentarfilm „Ich kenn keinen – Allein unter Heteros“ ist Jochen Hicks unterhaltsamer, sehr menschlicher Auftaktfilm zu einem einmaligen Projekt: einem dokumentarischen Kaleidoskop queerer Geschichte und Alltag in Deutschland von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart. Axel Schock hat sich den Film noch einmal angesehen und ordnet ihn in das Schaffen des „wichtigsten Archivars und Chronisten der Community“ ein.
Prinz in Hölleland (1993)

Prinz in Hölleland (1993)

Kreuzberg, Anfang der 1990er. Jockel und Stefan sind ein schwules Paar, leben auf dem Bauwagenplatz und gehen beide auch mal mit Micha ins Bett. Jockel hat gerade das Heroin entdeckt – und verliert zwischen Highsein und Entzugserscheinungen allmählich Stefan und die Freiheit aus den Augen. Und dann ist da auch noch der Narr Firlefanz, der vom Prinz in Hölleland erzählt, von einem schönen Müllersbuschen und von einem bösen weißen Pulver. Der Debütfilm von Michael Stock („Postcard to Daddy“) ist ein Märchen ohne Happy End und zeigt die raue Wirklichkeit eines längst verschwundenen West-Berlins der Wendejahre und seiner linksautonomen Gegenwelt. Axel Schock geht mit dem Film auf Zeitreise.
Aimée & Jaguar (1999)

Aimée & Jaguar (1999)

Im faschistischen Deutschland von 1943 finden zwei Frauen zueinander: die jüdische Widerstandskämpferin Felice und die angepasste Mutterkreuzträgerin Lilly. Eine Liebesbeziehung, die kaum vorstellbar scheint und doch historisch belegt ist. Max Färberböcks Verfilmung von Erica Fischers dokumentarisch-literarischer Vorlage „Aimée & Jaguar“ eröffnete 1999 die Berlinale und wurde danach schnell zum Sensationserfolg. Und hat auch heute nichts von ihrer Kraft verloren. Der Film habe „eine Zärtlichkeit von jener Sorte, die das Kino zwischen zwei Frauen selten zeigt“, schreibt Arabella Wintermayr: „warm und lustvoll zugleich, tastend und gleichzeitig voller Dringlichkeit“.
Ein Virus kennt keine Moral (1985)

Ein Virus kennt keine Moral (1985)

Rosa von Praunheims 1985 produzierter Spielfilm „Ein Virus kennt keine Moral“ war einer der ersten überhaupt, der die damals noch neue Krankheit Aids thematisierte. Den Ängsten und der Hysterie begegnet er mit schwarzem Humor und einer makabren Revue. Ganz anders seine Dokumentarfilm-Trilogie, in der von Praunheim fünf Jahre später den politischen und künstlerischen Aktivismus im Zeichen von Aids zu beleuchten versucht – und vor allem im letzten Teil „Feuer unterm Arsch“ zum zornigen Moralprediger wird, der staatliche Repression fordert. Eine Rolle, die ihm weit weniger gut stand, wie sissy-Autor Axel Schock schreibt.