Auf DVD

Plan B

Plan B

Jetzt neu als DVD und VoD: Bruno wurde vor einiger Zeit von seiner Freundin verlassen, die jetzt mit einem neuen Mann zusammen ist. Alle Versuche, seine Ex zurückzuerobern, scheiterten bisher, doch Bruno lässt nicht locker. Als er herausfindet, dass ihr neuer Freund Pablo bisexuell ist, will er ihn verführen, um ihn dafür später an den Pranger zu stellen. Doch alles kommt anders: Aus der Annäherung aus Kalkül entwickeln sich langsam aber sicher echte Gefühle und eine starke erotische Energie. In seinem ersten Spielfilm erzählt der argentinische Regisseur Marco Berger in sinnlich aufgeladenen Bildern und ohne Kitsch eine moderne Lovestory. Andreas Köhnemann über einen Klassiker des queeren Kinos aus Südamerika, in dem Bergers künstlerisches Markenzeichen, einen homoerotischen Subtext filmisch nach und nach offen zum Vorschein zu bringen, bereits voll ausgeprägt ist.
Nighthawks & Strip Jack Naked

Nighthawks & Strip Jack Naked

Mit „Nighthawks“ haben Ron Peck und Paul Hallam 1978 schwule Filmgeschichte geschrieben: Das Porträt eines ungeouteten Lehrers, der nach Einbruch der Dunkelheit durch die Londoner Gay Clubs cruist, gilt als erster offen schwuler britischer Film überhaupt. In der dokumentarischen Fortsetzung „Strip Jack Naked“ aus dem Jahr 1991 setzte Peck seinem Klassiker in einen persönlichen Kontext: Als junger Mann musste er sich aus einem repressiven familiären Umfeld befreien und von einem tristen Vorort in die aufregende Großstadt London ziehen, um sein Schwulsein leben zu können und als Filmemacher seine politische Stimme zu finden. Beide in Deutschland bisher weitgehend unbekannte Filme gibt es jetzt auf DVD und als VoD. Andreas Wilink über ein faszinierendes Doppel, das nicht nur ein Schlaglicht auf die homophobe britische Gesellschaft der vergangenen Jahrzehnte wirft, sondern auch eine beeindruckende Emanzipationsgeschichte erzählt.
Young Soul Rebels

Young Soul Rebels

London im Sommer 1977. Während sich die Stadt gerade auf die Feierlichkeiten zum Silbernen Thronjubiläum der Queen vorbereitet, basteln die schwulen Soul Boys und Piraten-DJs Chris und Caz an ihrem Radioprogramm, das sie von einer Garage heraus senden. Tagsüber müssen sie sich mit Skinheads herumschlagen, abends gehen sie in den angesagten Clubs tanzen. Doch als ein Freund beim Cruisen im Park ermordet wird, drohen die sozialen Spannungen im Viertel überzukochen. Isaac Juliens Film ist ein raffinierter Mix aus Thriller und schwulem Liebesdrama – und zeichnet ein authentisches Bild der britischen Jugendkulturen der späten 1970er Jahre. „Young Soul Rebels“ war bahnbrechend für das New Queer Cinema und das British Black Cinema der 1990er Jahre und kann nun endlich in restaurierter Fassung und zu den souligen Soundtrack-Klängen wiederentdeckt werden! Noemi Yoko Molitor dreht das Radio, in dem Funk als Selbstverteidigung zelebriert wird, ganz laut auf.
Herzensbrecher

Herzensbrecher

Stilbewusst, selbstsicher und wahnsinnig romantisch: Zwei Jahre nach seinem weltweit umjubelten Debüt „I Killed My Mother“ (2009) legte der damals erst 21-jährige Xavier Dolan diese wunderbare Liebeskomödie nach und verzauberte damit eine ganze Generation junger Romantiker:innen. Dolan selbst spielt den schmachtenden Francis, Monia Choukri und Niels Schneider die beiden anderen Spitzen des amourösen Dreiecks. „Herzensbrecher“ ist ein leidenschaftlicher Fluss voller unvergesslicher Bilder, melancholischer Songs und hinreißender filmischer Referenzen. Nostalgisch und modern zugleich – und jetzt als VoD im Salzgeber Club verfügbar. Sascha Westphal über einen Klassiker des queeren Kinos, in dem Liebe und Selbstliebe groß geschrieben werden.
I Killed My Mother

I Killed My Mother

Xavier Dolan war erst 16, als er das Buch für „I Killed My Mother“ schrieb, und 19, als er seinen Debütfilm drehte. Bei der Weltpremiere in Cannes 2009 wurde der smarte und wahnsinnig gut aussehende Jungregisseur als neues Wunderkind gefeiert. Das autobiografisch grundierte Coming-of-Drama ist nicht nur der ultimative Film für alle Söhne und Töchter, die von ihren Müttern genervt sind. Es markiert mit seiner zugleich wunderschönen und tieftraurigen Formsprache auch die Geburt eines großen Filmemachers des (queeren) Weltkinos, der jüngst in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung El País seinen Rückzug aus dem Regiefach im Alter von erst 34 Jahren angekündigt hat. Auf die Wiederveröffentlichung von „I Killed My Mother“ als DVD und VoD reagieren wir mit einer eigenen Wiederveröffentlichung: Hier ist noch einmal die Rezension von Thomas Abeltshauser zu lesen, die im Jahr 2011 der erste sissy-Text zu Dolan überhaupt war.
Break My Fall (Redux)

Break My Fall (Redux)

Zum 10. Geburtstag von „Break My Fall“ hat Regisseurin Kanchi Wichmann ihren queeren Kultklassiker elegant umgeschnitten. Gedreht an Originalschauplätzen und unterlegt mit einem wilden Indie-Soundtrack ist ihr Film über vier Freund:innen im Londoner Eastend eine einzigartige Zeitkapsel und eine wunderbare Hommage an die queer-punkige Gegenkultur Hackneys, die es so schon nicht mehr gibt. Für sein komplexes Porträt einer zu Ende gehenden Liebe wurde „Break My Fall“ 2021 vom British Film Institute als einer von zehn großartigen lesbischen Filme gelistet. Theresa Rodewald erklärt, warum der Film in seiner Wahrhaftigkeit manchmal schwer auszuhalten ist, sich eine Wieder- oder Neubegegnung damit trotzdem unbedingt lohnt.
Der Sommer mit Anaïs

Der Sommer mit Anaïs

Anaïs promoviert gerade in Literaturwissenschaft, ist ständig in Bewegung und nie zufrieden. Halbherzig beginnt sie eine Affäre mit dem älteren Verleger Daniel. Doch bald findet Anaïs dessen Partnerin, die erfolgreiche Schriftstellerin Émilie, viel aufregender. Eine lesbische Romanze wie aus dem Bilderbuch beginnt – mit Liebe am Strand und sehnsüchtigem Briefwechsel. Nur Daniel könnte die sommerlich-unbeschwerte Stimmung noch vermiesen. Anstatt den heteronormativen und latent frauenfeindlichen Mustern zahlloser Filme über Dreiecksbeziehungen zu folgen, erzählt Charline Bourgeois-Tacquet ihr Langfilmdebüt „Der Sommer mit Anaïs“ konsequent aus der Perspektive der weiblichen Hauptfigur, schreibt Theresa Rodewald. Jetzt gibt es das Liebesdrama als DVD und VoD.
North of Vortex & Caught Looking

North of Vortex & Caught Looking

Ein schwuler Dichter reist mit seinem Cabrio von New York nach Westen. Auf dem Weg nimmt er einen muskelbepackten Matrosen mit, später steigt eine Kellnerin zu. Der Dichter ist scharf auf den Matrosen, der Matrose auf die Kellnerin, die Kellnerin auf den Dichter. Constantine Giannaris’ „North of Vortex“ (1991) besticht durch traumhafte Schwarz-Weiß-Bilder und Beatnik-Romantik. Jetzt gibt es das Road Movie in digital restaurierter Fassung zusammen mit Giannaris’ Teddy-gekröntem futuristischem Kurzfilm „Caught Looking“ (1992) auf DVD und als VoD. Michael Kienzl schreibt über zwei wiederentdeckte Klassiker des queeren Kinos der 1990er Jahre, die beide mit rauer Poesie von unerfüllter Sehnsucht erzählen.
Sweetheart

Sweetheart

Die introvertierte 17-Jährige AJ interessiert sich für die wirklich wichtigen Dinge. Zum Beispiel wie man Pullis für Elefanten strickt oder wie das Methan der Kühe unseren Planeten zerstört. Weniger begeistern kann sie sich für den anstehenden Familienurlaub: eine ganze Woche in einer stinklangweiligen Feieranlage an der Küste von Dorset – der blanke Horror! Doch dann begegnet sie der Rettungsschwimmerin Isla, die betörend nach Chlor riecht. Barbara Schweizerhof hat sich Marley Morrisons skurrile Coming-of-Age-Komödie angesehen und ein fein gesponnenes Drama um das schwierige Zu-sich-selbst-Finden einer lesbischen Teenagerin entdeckt.
Vorurteil und Stolz

Vorurteil und Stolz

Der schwedische Stummfilm „Ikarus“ (1916) von Mauritz Stiller erzählt andeutungsreich von der Liebe zwischen einem schwulen Bildhauer und seinem Model – und gilt als eines der ersten Zeug-nisse des queeren Kinos überhaupt. Eva Beling hat sich in den schwedischen Filmarchiven auf die Suche nach dieser und anderen queeren Geschichten, Figuren und Momenten gemacht – und eine ganze Schatztruhe geborgen, mit der sie die Entwicklung von den Anfängen bis zu Filmen wie „Something Must Break“ (2014) und „Als wir tanzten“ (2019) nachzeichnet. Jochen Werner fühlt sich von Belings rebellischer Neulektüre einer ganzen nationalen Kinematographie zu vielen neuen Filmsichtungen inspiriert – und wünscht sich, dass irgendwer einen vergleichbaren Film auch einmal dem deutschen Kino widmen möge.