Dossiers (Film)

Der straighte Blick auf queeres Kino

Der straighte Blick auf queeres Kino

Wie schreibt man als Hetero-Typ über queere Filme? Während seines Studiums entdeckte der Autor Till Kadritzke die queerfeministische Theorie und begann enthusiastisch, im queeren Diskurs mitzumischen. „In Fragen der Gender und Queer Studies möglichst radikal sein verhieß, auch selbst ein bisschen Queerness abzubekommen“, schreibt er heute – und fragt sich, ob diese „freundliche Übernahme von Queerness“ auch seine filmkritische Praxis geprägt hat. Erinnerungen an akademische Trends, zwei große Festivalhits und Spuren eines queeren Kinos, das Heteros in den Blick nimmt.
Jan Krüger

Jan Krüger

"Seine visuellen (E)Motionen gehen von einer verborgenen Sehnsucht der Figuren aus und münden, nach einer Kreisbewegung, in dieselbe zurück. Dazwischen verstreicht die Zeit", schreibt Gunther Geltinger über das Œuvre von Jan Krüger. Bisher haben Krügers Langfilme diese Bewegung sogar im Titel mit sich getragen: „Unterwegs“ (2007), „Rückenwind“ (2009), „Auf der Suche“ (2011). In seinem jüngsten Film „Die Geschwister“ ersetzt nun ein scheinbar statischer Begriff dieses Bewegungsbild, der jedoch - auch das ist typisch für Krüger - normative, traditionelle und mythische Beziehungsvorstellungen vereint. Anlässlich der DVD-Premiere von "Die Geschwister" blickt sissy auf Krügers bisherige Etappen.
Sébastien Lifshitz

Sébastien Lifshitz

Mit „Les vies de Thérèse“, einem Dokumentarfilmporträt über die französische Feministin Thérèse Clerc, hat Sébastien Lifshitz im Mai beim Filmfestival in Cannes die Queer Palm gewonnen. Bis sein neuer Film bei uns zu sehen ist, wagen wir einen Blick zurück auf Lifshitz‘ vielschichtiges Spielfilmwerk, zu dem mit dem romantischen Coming-of-Age-Film „Sommer wie Winter …“ und dem Außenseiter-Drama „Wild Side“ zwei große Klassiker des Queer Cinema gehören.