Boys Club

Benjamin

Benjamin

Sieben Jahre hat Benjamin an seinem zweiten Spielfilm gearbeitet: einem autobiografischen Drama über Liebe und Einsamkeit, in dem er selbst die Hauptrolle spielt. Am Vorabend der Premiere lernt er in einer Bar den charismatischen französischen Sänger Noah kennen und fühlt sich wie magisch zu ihm hingezogen. Doch ist Benjamin gerade jetzt, wo seine Karriere auf der Kippe steht, bereit für die wahre Liebe? Die musikdurchflutete Komödie ist das Filmdebüt des gefeierten britischen Comedians Simon Amstell. Hier schreibt Andreas Köhnemann eine Liebeserklärung an Amstells schmerzhaft ehrliche und zugleich bezaubernde Art des Erzählens.
Sommer 85

Sommer 85

Ein heißer Sommer in der Normandie, 1985: Der 16-jährige Alexis verbringt die Ferien mit seinen Eltern in einem malerischen Küstenort. Als ihn ein überraschend aufziehendes Unwetter in seiner kleinen Segeljolle zum Kentern bringt, wird er von dem etwas älteren David gerettet. Ein unbeschwertes Liebesglück beginnt – doch bald überschlagen sich die Ereignisse. In seinem 19. Film „Sommer ’85“ erzählt François Ozon von der ersten großen Liebe zwischen zwei jungen Männern, basierend auf dem schwulen Coming-of-Age-Roman „Dance on my Grave“ (1982) von Aidan Chambers. Matthias Frings über eine bittersüße Love Story im Zeitraffer.
Die glitzernden Garnelen

Die glitzernden Garnelen

Bis zum 5. August laufen wieder jeden Donnerstagabend queere Filme im rbb. Wie im letzten Jahr begleiten wir die Reihe mit einer Artikelserie. Den Anfang macht der französische Kino-Hit „Die glitzernden Garnelen“ von Cédric Le Gallo und Maxime Govare. Nach einem homophoben Statement im Fernsehen wird der Vize-Schwimmweltmeister Matthias Le Goff von seinem Verband zu einem besonderen Job verdonnert: Er muss die schwule Wasserball-Mannschaft „Die glitzernden Garnelen“ trainieren und für die Gay Games in Kroatien fit machen. Irritierend ist für ihn vor allem, dass es den „Garnelen“ weniger um den Wettkampf geht, sondern in erster Linie darum, gemeinsam eine schillernde Zeit zu haben – und nebenbei die heißesten queeren Athleten der Welt kennenzulernen. Unser Autor Andreas Wilink hatte großen Spaß an der ermutigenden Geschichte über Freundschaft und die Kraft der nicht-heterosexuellen Gemeinschaft.
No Skin Off My Ass

No Skin Off My Ass

Ein Punk-Friseur mit besonderen Vorlieben gabelt in einem Park in Toronto einen hübschen jungen Skinhead auf. Er nimmt ihn mit nach Hause, zieht ihn aus, badet ihn und sperrt ihn im Schlafzimmer ein. Dem Skin gelingt die Flucht ins Apartment seiner Schwester, die ihn sofort ihrerseits als Darsteller für einen lesbischen Undergroundfilm missbraucht. Reumütig kehrt der Skin zum Friseur zurück, um sich seine eigenen sexuellen Wünschen zu erfüllen. Der erste Film von Bruce LaBruce, der selbst den Friseur spielt, hat auch nach 30 Jahren nichts von seiner lustvollen Kraft verloren. „No Skin Off My Ass“ gibt es jetzt in digital restaurierter Fassung im Salzgeber Club. Peter Rehberg über LaBruces campen Skin-Flirt und das queere Einmaleins.
Beyto

Beyto

Beyto ist ein fantastischer Schwimmer und cooler Kumpel. Doch als sich der junge Schweizer mit türkischen Wurzeln in seinen attraktiven Trainer Mike verliebt, gerät seine heile Welt durcheinander. Um Tradition und Ehre zu wahren, sehen Beytos Eltern nur einen Ausweg: Mit einem Vorwand locken sie ihn in ihr türkisches Heimatdorf und organisieren eine Hochzeit mit einer Frau. Voller Empathie erzählt Gitta Gsell in „Beyto“ eine multikulturelle Liebes- und Emanzipationsgeschichte zwischen Zürich und Anatolien. Axel Schock freut sich, dass Gsells Film, den es nun in der queerfilmnacht online zu sehen gibt, gegenüber der Romanvorlage „Hochzeitsflug“ von Yusuf Yesilöz ermutigender und empowernder geworden ist. Und er ist von den beiden Hauptdarstellern begeistert, vor allem von Beyto-Darsteller Burak Ates in dessen erster Kinorolle.
Offene Herzen

Offene Herzen

Rémi macht gerade sein Wirtschaftsabitur, er arbeitet in einem Gemüseladen und hängt mit seinen Freunden ab. Dann entdeckt er in der Schule die Einladung zu einem Filmcasting. Der Regisseur sucht jemanden, der einen Außenseiter spielt: einen Jungen, der andere Jungen mag. Und Rémi folgt dem Aufruf… Sébastien Lifshitz erzählt in seinem ersten mittellangen Film „Offene Herzen“, den es jetzt in digital restaurierter Fassung im Salzgeber Club gibt, mitreißend vom Coming of Age eines arabischen Teenagers in Paris. Unser Autor Michael Eckhardt beschreibt, wie sich in den düsteren Parisbildern und dem irrlichternden Protagonisten die persönlichen Themen und Motive manifestieren, die das gesamte Spielfilmwerk des Auteurs Lifshitz auszeichnen.
Sommer wie Winter

Sommer wie Winter

„Sommer wie Winter“ gilt längst als Klassiker des queeren französischen Kinos. Sébastien Lifshitz’ wunderbar sinnlicher und unverkrampfter Debütfilm spielt während der Sommerferien in einem französischen Küstenort. Für den 18-jährigen Mathieu, der mit seiner Familie angereist ist, eine Zeit seligen Nichtstuns. Alles ändert sich, als er den gutaussehenden Cédric kennenlernt. Zunächst hält Mathieu sich noch schüchtern zurück. Doch die gegenseitige Anziehungskraft ist zu groß. 20 Jahre nach seiner deutschen Erstveröffentlichung kehrt „Sommer wie Winter“ in digital restaurierter Fassung zurück – und ist ab 1. Mai in der queerfilmnacht online zu sehen. Sascha Westphal schreibt über einen Film, der eine überwältigende Sehnsucht weckt.
Futur Drei

Futur Drei

Parvis wächst als Kind der Millennial-Generation im komfortablen Wohlstand seiner iranischen Einwanderereltern auf. Dem Provinzleben in Hildesheim versucht er durch Popkultur und Grindr-Dates zu entfliehen. Als er in einer Unterkunft für Geflüchtete das Geschwisterpaar Banafshe und Amon kennenlernt, beginnt eine fragile Dreierbeziehung. Faraz Shariats autobiografisches Regiedebüt, das im Künstler*innen-Kollektiv Jünglinge entstanden ist, war *der* queere Film der Berlinale 2020 und wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Teddy und dem First Steps Award. Ab sofort gibt es „Futur Drei“ auf DVD, BluRay und im Salzgeber Club. Zudem findet bis zum 18. April das Festival „Futur 3.0“ statt: Auf der Festivalwebsite werden Videos und Angebote veröffentlicht, die inhaltlich und thematisch an den Film anknüpfen. Unser Autor Dennis Vetter spürt Shariats aktivistischem Gegenentwurf zum konventionellen deutschen Kino nach und plädiert selbst für mehr diverse Realität auf der Leinwand.
Neubau

Neubau

Wo möchte ich leben – und wie? Mit diesen existentiellen Fragen beschäftigen sich Autor/Hauptdarsteller Tucké Royale und Regisseur Johannes M. Schmit in ihrem Debütfilm „Neubau“ aus der Sicht eines jungen queeren Mannes in der Uckermark. Und beantworten sie mit einem dezidiert nicht-normativen Lebensentwurf, in dem die Befreiung aus konservativen Vorstellungen von Sexualität und Geschlechterzugehörigkeit ebenso eine Rolle spielen wie Commitment und gegenseitige Fürsorge. Ihr queerer Heimatfilm entstand fernab der großen Metropolen als unabhängige Produktion in einem Künstler*innen-Kollektiv, dem es um ambivalente (Gegen-)Erzählungen und eine „Neue Selbstverständlichkeit“ geht. Lukas Foerster über das Glitzern queerer Körper in der Weite Brandenburgs.
Die Hütte am See

Die Hütte am See

Jetzt im Salzgeber Club: "Die Hütte am See", einer der ersten schwulen finnischen Liebesfilme überhaupt. Mikko Makela lässt in seinem Debütfilm zwei junge Männer mit unterschiedlichen Lebensperspektiven und ähnlichen Grunderfahrungen bei der Renovierung eines idyllisch gelegenen Ferienhauses zusammentreffen. Der eine hat Finnland verlassen, weil es ihm keine Möglichkeit lässt, sich zu verwirklichen. Der andere ist dorthin geflohen, weil er sich an jenem Ort mehr Freiheit verspricht, als er in seiner syrischen Heimat erwarten könnte. Ein in seiner Unmittelbarkeit tief berührender Film, findet unser Autor Axel Schock.