Im Kino

The Beauty of Ballroom

The Beauty of Ballroom

Die Ballroom-Communities von Sun, Teddy und Xyza gelten in Südostasien als Safe Spaces vor Homo- und Transfeindlichkeit, Colorism und Stigmatisierung. Dort kommen Menschen zusammen, die sich miteinander zu den Familien gemacht haben, die sie sich immer gewünscht haben. Der umwerfende Dokumentarfilm „The Beauty of Ballroom“ von Chan Sze-Wei erzählt von Identität, Zusammengehörigkeit und queerer Widerständigkeit – mit sensationellen Tanzeinlagen.
Maspalomas

Maspalomas

Ein Schlaganfall schickt den Rentner Vicente aus seinem schwulen Paradies auf Gran Canaria in den tristen heteronormativen Alltag eines Pflegeheims auf dem Festland. Er muss sich zurück ins Leben kämpfen. Aber ist ein Neuanfang mit 76 Jahren möglich, wenn man sich kein schöneres Leben vorstellen kann als das alte? Mit ihrem warmherzigen Comedy-Drama „Maspalomas“ zeichnen die baskischen Regisseure Jose Mari Goenaga und Aitor Arregi ein melancholisches und authentisches Bild von Queerness im Alter. „Ein Film, der sehr genau hinschaut“, wie Andreas Köhnemann schreibt.
Jim Queen

Jim Queen

Ein Virus macht in Paris schwule Männer hetero – und plötzlich ist die eigene Community der Ort, an dem man nicht mehr dazugehören darf. In „Jim Queen“, dem wunderbar überdrehten Animationsabenteuer von Marco Nguyen und Nicolas Athané, wird diese amüsante Idee zum Ausgangspunkt für eine raffinierte Komödie über Körperkult, sexuelle Identität und die widersprüchlichen Regeln queerer Zugehörigkeit. 
Strange River

Strange River

Im Stil romantischer Gemälde des 19. Jahrhunderts inter­pretiert Jaume Claret Muxart in „Strange River“ die Donau als erhabene Trägerin uralter Mysterien, lyrisch und traumgleich auf 16-mm gebannt. Es gilt, in das Begehren einzutauchen, die Ängste abzuwaschen. „Strange River“ ist ein Film, der fließt – zwischen den Erleb­nissen seiner Figuren, zwischen Mensch und Natur und dem Über­natürlichen. Ein Film über das Ende der Unschuld, wie Andreas Wilink schreibt.
Bitteres Fest

Bitteres Fest

Die Werbefilmregisseurin Elsa stürzt sich nach dem Tod ihrer Mutter in die Arbeit. In einer anderen Zeit schreibt ein erfolgreicher Autor und Regisseur gegen seine kreative Krise an – mit einer Geschichte, die Elsas Leben erzählt. In seinem sehr introspektiven 24. Spielfilm widmet sich Pedro Almodóvar dem kreativen Vampirismus. Ein souveränes Alterswerk? Für Anja Kümmel eher ein unabgeschlossenes Work-in-Progress, irgendwo zwischen Selbstbespiegelung und Selbstkritik. Das aber auch einen Heidenspaß macht.
Ninja Motherf*cking Destruction

Ninja Motherf*cking Destruction

Was macht meine Identität aus? Und wem muss ich sie beweisen? Als filmische Langzeitstudie angelegt, ist „Ninja Motherf*cking Destruction“ ein wildes und ungefiltertes Porträt eines queeren Erwachsenwerdens – überbordendes Gefühlschaos inklusive. Nach acht Jahren Drehzeit und ohne Förderung oder Filmschule im Hintergrund ist Regisseurin Lotta Schwerk mit ihrem Langfilmdebüt die intensive, immer authentische Chronik einer Jugend gelungen – „voller emotionaler Kraft“, wie Laura Sternberg findet.
Donkey Days

Donkey Days

Eine schwarze Farce der Boshaftigkeiten, wie sie nur in der Familie zu finden sind: In ihrem zweiten Spielfilm „Donkey Days“ untersucht die niederländische Regisseurin Rosanne Pel mit beißendem Humor ein schwer verrutschtes Mutter-Töchter-Dreieck –  grandios gespielt von den Hauptdarstellerinnen Susanne Wolff, Hildegard Schmahl und der Newcomerin Jil Krammer in einem spektakulären Kinodebüt. 
Mauern aus Sand

Mauern aus Sand

Ein bei allen beliebter Junge in einem kroatischen Dorf glaubt, seinen Weg gefunden zu haben. Doch dann taucht ein Freund aus der Vergangenheit auf und weckt Gefühle, die sein sorgsam zusammengebautes Selbstbild in Frage stellen. „Mauern aus Sand“ ist eine melancholisch erzählte Geschichte über das Erwachsenwerden und den aussichtslosen Versuch, Erwartungen zu füllen, die nicht die eigenen sind. Behutsam und frei von Sentimentalität inszeniert Regisseurin Čejen Černić Čanak die Liebe als Naturgewalt, die sich ihren Weg bahnt.
The History of Sound

The History of Sound

Paul Mescal und Josh O’Connor als heimliches Liebespaar: Für „The History of Sound“ hat Regisseur Oliver Hermanus („Moffie“) eine Traumbesetzung für die beiden Hauptrollen verpflichten können. Doch das Liebesdrama um zwei musikbegeisterte Studenten zu Zeiten des Ersten Weltkriegs hat noch viele andere Qualitäten: „intensiv, traurig und wunderschön“, schreibt Andreas Köhnemann.
Love Me Tender

Love Me Tender

Nach dem gleichnamigen Bestseller von Constance Debré erzählt „Love Me Tender“ von Anna Cazenave Cambet von einer früheren Anwältin, die nach ihrem Outing als lesbische Frau um das Sorgerecht für ihren Sohn kämpft – und dabei ihren Wunsch nach Freiheit mit den Erwartungen an sie als Mutter vereinbaren muss. Anja Kümmel hat das Buch gelesen und den Film gesehen und seziert die wichtigsten Unterschiede. Fest steht auch für sie: Die charismatische Schauspielerin Vicky Krieps ist ein Glücksgriff für die Hauptrolle.