Made in Germany

Von Mädchen und Pferden

Von Mädchen und Pferden

Heute Abend läuft der wunderbarer Coming-of-Age-Film "Von Mädchen und Pferden" bei rbb QUEER (23h30 im rbb). Ganz im Norden, am Rickelsbüller Koog, soll die 16-jährige Alex endlich feste Strukturen kennen lernen. Das zumindest erhofft sich ihre Adoptivmutter, die die Schulabbrecherin zu einem Praktikum auf den Reiterhof abgeschoben hat. Alex ist zunächst wenig begeistert – Rauchverbot, kaum Handyempfang und viel Arbeit. Aber eben auch: Pferde, ein endlos langer Strand, das Meer – und die charismatische Reitlehrerin Nina, die offen lesbisch lebt... Monika Treut, die große Pionierin des queeren Kinos in Deutschland, befreit den Blick ihrer jugendlichen Protagonistin und eröffnet ihr ganz neue Welten. Tania Witte geht dem Zauber des Films, der für die Begeisterung von Mädchen für Pferde ziemlich handfeste Bilder findet, auf den Grund.
Tackling Life

Tackling Life

Neu auf DVD und VoD: Die „Berlin Bruisers“, Berlins schwules Rugby-Team, sind leider die schlechteste Mannschaft der Stadt. Dennoch haben sie miteinander etwas aufgebaut, das über die Fantasien von Menschen, die die Wort-Kombination „schwul“ und „Rugby“ entweder widersprüchlich oder sexy finden, weit hinausgeht. Und über den sportlichen Ehrgeiz sowieso. Johannes List hat einen Film über den Einzelkampf im Alltag und den Teamgeist auf dem Trainingsplatz gemacht, der ein warmes Communitygefühl ausstrahlt. Können wir gut gebrauchen, findet Axel Schock.
The Cakemaker

The Cakemaker

Der Berliner Konditor Thomas hat eine Affäre mit Oren, einem verheirateten Mann aus Israel. Als Oren tödlich verunglückt, reist Thomas nach Jerusalem zu dessen Frau Anat und dem kleinen Sohn, heuert im Café der Familie als Bäcker an und hat mit seinen deutschen Kuchen riesigen Erfolg. Doch je tiefer er in das früherer Leben des Geliebten eintaucht, desto größer wird auch die Lüge, die zwischen ihm und Anat steht. Was ein wenig wie ein schnulziger Obsessions-Thriller klingt, entwickelt der in Berlin lebende israelische Regisseur Ofir Raul Graizer zu einem sensiblen Liebes- und Trauerfilm, der still und entschlossen vermeintliche Kultur- und Begehrensgrenzen überschreitet. Für sissy schreiben gleich zwei Autoren über den israelischen Oscar-Kandidaten "The Cakemaker": Andreas Köhnemann ist beeindruckt, wie nah der Film seinen Figuren kommt, den anwesenden und den abwesenden. Philipp Stadelmaier schaut sich den Film vor allem mit seinem Magen an – und hat danach Lust auf Kirschtorte.
Mario

Mario

Der Schweizer Regisseur Marcel Gisler ("De Fögi isch en Souhund", "Rosie") wagt sich mit seinem neuen Spielfilm "Mario" an eines der letzten großen homosexuellen Tabuthemen heran: Schwulsein im Profifußball. Der Film über zwei junge Spieler, die sich ineinander verlieben, kurz bevor ihre Karrieren so richtig durchstarten, ist aber weit von einer unbeschwerten Kicker-Romanze entfernt. Paul Schulz über einen ehrlichen und deswegen auch ziemlich traurigen Film – mit zwei herausragenden Hauptdarstellern.
Der Moment: Die bitteren Tränen der Petra von Kant

Der Moment: Die bitteren Tränen der Petra von Kant

Hans Hütt ist Publizist, Übersetzer und Träger des renommierten Michael-Althen-Preises, den er 2014 für seinen queeren Essay "Angst vor der Gleichheit" erhielt. Sein Filmmoment wird von einer stummen Figur bestimmt. Eine Annäherung in sehr beredter Form an Fassbinders Meisterwerk "Die bitteren Tränen der Petra von Kant".
Stadt Land Fluss

Stadt Land Fluss

Heute Abend geht es bei rbb QUEER aufs Land: "Stadt Land Fluss" erzählt eine schwule Liebesgeschichte, die unter Auszubildenden in einem großen brandenburgischen Agrarbetrieb spielt, und verbindet auf einzigartige Weise Dokumentar- mit Spielfilmelementen. Heißt: die Landschaft, die Mitarbeiter, die Tiere und die Rübenwaschanlange spielen sich selbst, nur die schwule Liebesgeschichte ist Magie - aber auch die könnte jederzeit dort wahr werden! André Wendler findet: Der Film ist so schön, den könnte man sich gar nicht ausdenken.
Mr. Gay Syria

Mr. Gay Syria

Ein LGBTI*-Blogger aus Damaskus hat in Deutschland Asyl beantragt, ein schwuler Familienvater aus Aleppo ist auf seiner Flucht in Istanbul gestrandet. Beide haben einen Traum: Beim nächsten „Mr. Gay World“-Wettbewerb in Malta soll ein Mann aus Syrien teilnehmen. Der Dokumentarfilm von Ayşe Toprak begleitet die beiden zwischen Aktivismus, Freiheitsträumen und der Sehnsucht nach Sichtbarkeit – wenn es sein muss: in Speedos und auf High Heels. Von Toby Ashraf.
Frauensee

Frauensee

Heute Abend läuft schon der dritte Film bei rbb QUEER, und diesmal geht es nach Brandenburg! Vier Frauen treffen an einem Wochenende in einer malerischen Seenlandschaft aufeinander und ihre Flirts, ihr Begehren, ihre Lebensweisheiten und Zukunftspläne fließen in- und durcheinander. Das größtenteils improvisierte Drama "Frauensee" wurde in Lindow am Gudelacksee gedreht. Tania Witte hat den Film für uns gesehen.
Sascha

Sascha

rbb QUEER, die neue nicht-heterosexuelle Filmreihe des rbb, geht heute Abend in die zweite Runde: mit Dennis Todorovics Debütfilm „Sascha“ (2010), einer hervorragend geschriebenen und auf den ersten Blick leichten Komödie über ein Coming-out mit Migrationshintergrund im homophilen Köln. Unser kroatische Autor Nenad Kreizer findet in dem Film des Regisseurs tschechisch-montenegrinischer Herkunft aber auch eine ernsthafte und subtile Auseinandersetzung mit dem Selbstbild der Balkan-Männer vor.
Landrauschen

Landrauschen

Nach wilden Party-Jahren in Berlin kehrt die Endzwanzigerin Toni in ihr schwäbisches Heimatkaff zurück und muss zwischen Trachtengruppe und Blaskapelle erstmal gehörig Anpassung üben. Bis sie auf dem Faschingsfest ihre alte Schulfreundin Rosa wiedertrifft, die ihr zeigt, dass das Leben in der Provinz nicht zwangsläufig spießig und stock-hetero sein muss. Lisa Miller hat für ihren verspielt trashigen Debütfilm "Landrauschen" dieses Jahr in Saarbrücken den renommierten Max Ophüls Preis gewonnen. Unsere Autorin Alexandra Seitz hat sich mit Toni nach Bubenhausen gewagt – und einen erstaunlich queeren Heimatfilm entdeckt.