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Männerfreundschaften

Männerfreundschaften

Wie schwul waren eigentlich Goethe und seine Zeitgenossen? Inspiriert von Robert D. Tobins geistesgeschichtlicher Studie „Warm Brothers – Queer Theory and the Age of Goethe“ (2000) geht Rosa von Praunheim in seinem neuen Film Homoerotik und -sexualität in der Weimarer Klassik auf den Grund. Briefwechsel, Lyrik und dramatische Texten aus der damaligen Zeit inszeniert er mit Schauspielern an den Orten ihres Entstehens; Interviews mit Literaturwissenschaftlern und Historikerinnen kommentieren die teilweise skurrilen Re-Enactments. Dennis Vetter über eine amüsante und überaus politische Geschichts-Collage, die kritisch auf die Gegenwart deutet – und morgen in den deutschen Kinos startet.
Becks

Becks

Neu als DVD und VoD: Nach der schmerzhaften Trennung von ihrer Freundin zieht die Folk-Musikerin Becks von Brooklyn zurück in ihre Heimatstadt St. Louis, um sich fernab vom New Yorker Künstler_innen-Trubel neu zu finden. Doch erstmal ist sie damit beschäftigt, mit ihrer streng katholischen Mutter die Fronten der sexuellen Freiheiten zu klären und mit Gitarrenunterricht etwas Geld zu verdienen. Ihre erste Schülerin ist ausgerechnet die schüchterne Elyse, die mit Becks altem High-School-Erzfeind Mitch verheiratet ist. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, die Elyses bisherigen Lebensentwurf gehörig ins Wanken bringt. Elizabeth Rohrbaugh und Daniel Powell haben sich für ihren Film "Becks" vom Leben der US-amerikanischen Singer/Songwriterin Alyssa Robbins inspirieren, von der auch die meisten der bittersüßen Liebeslieder im Film stammen. Neben dem berührenden Soundtrack wird "Becks" vor allem von seinem starken Darstellerinnen-Ensemble getragen. Unsere Autorin Natália Wiedmann hat sich vor allem von Hauptdarstellerin Lena Hall verzaubern lassen.
Tackling Life

Tackling Life

Neu auf DVD und VoD: Die „Berlin Bruisers“, Berlins schwules Rugby-Team, sind leider die schlechteste Mannschaft der Stadt. Dennoch haben sie miteinander etwas aufgebaut, das über die Fantasien von Menschen, die die Wort-Kombination „schwul“ und „Rugby“ entweder widersprüchlich oder sexy finden, weit hinausgeht. Und über den sportlichen Ehrgeiz sowieso. Johannes List hat einen Film über den Einzelkampf im Alltag und den Teamgeist auf dem Trainingsplatz gemacht, der ein warmes Communitygefühl ausstrahlt. Können wir gut gebrauchen, findet Axel Schock.
Bohemian Rhapsody

Bohemian Rhapsody

Heiß ersehnt, vor allem von Queen-Fans: Seit dieser Woche läuft Bryan Singers "Bohemian Rhapsody" in den deutschen Kinos, das vor allem ein Biopic des legendären Freddie Mercury sein will. In der Hauptrolle brilliert der in Deutschland bisher weitgehend unbekannte US-Schauspieler Rami Malek ("Mr. Robot", "Papillon"). Das man dem echten Freddie trotz Maleks beeindruckender Bühnenpräsenz nur selten nahe kommt, hat seine Gründe in einem allzu pathetischen und mutlosen Drehbuch, das nur haarscharf am Straightwashing vorbeischrammt. Ein fragwürdiges Filmspektakel, findet unser Autor Paul Schulz.
Mr. Gay Syria

Mr. Gay Syria

Ein LGBTI*-Blogger aus Damaskus hat in Deutschland Asyl beantragt, ein schwuler Familienvater aus Aleppo ist auf seiner Flucht in Istanbul gestrandet. Beide haben einen Traum: Beim nächsten „Mr. Gay World“-Wettbewerb in Malta soll ein Mann aus Syrien teilnehmen. Der Dokumentarfilm von Ayşe Toprak begleitet die beiden zwischen Aktivismus, Freiheitsträumen und der Sehnsucht nach Sichtbarkeit – wenn es sein muss: in Speedos und auf High Heels. Von Toby Ashraf.
Geniale Göttin – Die Geschichte der Hedy Lamarr

Geniale Göttin – Die Geschichte der Hedy Lamarr

Hedwig Kiesler, eine Wiener Schauspielerin aus jüdischer Familie, wird durch Nacktszenen in einem Film bekannt, flüchtet vor einem eifersüchtigen Ehemann, der ihr das Spielen verbieten will, landet in den USA und bekommt eine neue Identität verpasst: Hedy Lamarr, für einige Zeit das „schönstes Gesicht Hollywoods“. Doch wird sie zu Lebzeiten weder als dramatische Schauspielerin noch als visionäre Erfinderin eines Kommunikationssystems ernstgenommen. Im Kino startet nun ein unruhiges Starporträt, in dem ein schönes Gesicht noch einmal neu ausgeleuchtet wird, ohne den selbstgewählten Anspruch zu verfolgen, dahinter zu blicken. Von Dennis Vetter.
Frauensee

Frauensee

Heute Abend läuft schon der dritte Film bei rbb QUEER, und diesmal geht es nach Brandenburg! Vier Frauen treffen an einem Wochenende in einer malerischen Seenlandschaft aufeinander und ihre Flirts, ihr Begehren, ihre Lebensweisheiten und Zukunftspläne fließen in- und durcheinander. Das größtenteils improvisierte Drama "Frauensee" wurde in Lindow am Gudelacksee gedreht. Tania Witte hat den Film für uns gesehen.
Der Prinz und der Dybbuk

Der Prinz und der Dybbuk

Als Regisseur und Produzent von Hollywood-Filmen schuf Michał Waszyński über 40 Filme. Er arbeitete mit Stars wie Sophia Loren, Claudia Cardinale und Orson Welles. Seine eigentliche Obsession aber galt dem Film „Der Dybbuk“, bei dem er 1937 Regie führte und der heute als einer der geheimnisvollsten Filme der jiddischen Filmgeschichte gilt. Aber wer Michał Waszyński, der 1904 als Moshe Waks und Sohn eines armen Schmiedes aus der Ukraine geboren wurde und 1965 in Italien als polnischer Prinz starb, wirklich? Ein Wunderkind des Kinos, ein raffinierter Betrüger oder ein Mann, der filmische Illusion und Realität nicht auseinanderhalten konnte? Für ihr Porträt eines menschlichen Chamäleons, das kontinuierlich Namen, Religion, Titel und Länder wechselte, um seine eigene Lebensgeschichte wie ein Filmdrehbuch zu schreiben, wurden Elwira Niewiera und Piotr Rosołowski im vergangenen Jahr in Venedig mit dem Löwen für den Besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. Lukas Foerster folgt ihrer faszinierenden Spurensuche.
Nobody’s Watching

Nobody’s Watching

In ihrem dritten Spielfilm erzählt Regisseurin Julia Solomonoff („Mein Sommer mit Mario“, 2009) von einem jungen schwulen Argentinier, der nach New York zieht, um dort als Schauspieler Fuß zu fassen. Eine fein beobachtete Studie darüber, wie ein bereits angebrochenes Herz am alltäglichen Rassismus und den wenig romantischen Lebensbedingungen in New York noch weiter zerbrechen kann. Von Paul Schulz.
Für dich soll’s ewig Rosen geben

Für dich soll’s ewig Rosen geben

Giulio und Claudio sind seit Ewigkeiten zusammen. Dass nicht nur Claudios Gesundheit Probleme bereitet, sondern das Paar auch in finanzielle Bedrängnis geraten ist, versucht Giulio so gut es geht vor seinem Partner zu verheimlichen. Doch als Giulios Tochter Valeria plötzlich mit Enkelsohn Marco auftaucht, droht das mühsam aufgebaute Lügengerüst in sich zusammenzufallen. Cesare Furesis Film ist eine ruhige, schön komponierte und fein besetzte Tragikomödie über eine lebenslange Liebe. Von Frank Brenner.