Allgemein

Kink

Kink

Im Dokumentarfilm „Kink“, den es ab jetzt im Salzgeber Club gibt, porträtiert Regisseur Alberto Fuguet das katalanische Fotografen-Paar Paco y Manolo, die Macher des Fanzines „Kink“. In dem erotischen Heft, das Kultstatus in der queeren Szene genießt, versammeln die beiden Bilder von nackten Männern – und offenbaren dabei immer weit mehr als nur deren Körper. Peter Rehberg, der sich in seinem Buch „Hipster Porn“ jüngst mit queerer Männlichkeit und affektiven Sexualitäten im „Kink“-Vorläufer „Butt“ auseinandergesetzt hat, schreibt für uns über die Geschichte der queeren Fanzines, die Besonderheiten von „Kink“ und worum es in dem Projekt von Paco y Manolo wirklich geht.
Parallele Mütter

Parallele Mütter

In seinem neuen Film „Parallele Mütter“ erzählt Pedro Almodóvar von zwei Frauen und zwei ungeplanten Schwangerschaften. Während Janis (Penélope Cruz) der Geburt ihres Kindes überglücklich entgegensieht, ist die Jugendliche Ana (Milena Smit) voller Angst und Zweifel. Durch einen Zufall werden die Leben der beiden Mütter auf dramatische Weise durcheinandergebracht. Verena Schmöller ist ergriffen von den großen Gefühlen – und davon, wie es Almodóvar ein weiteres Mal gelingt, diese durch Bilder, Farben, Musik und Stimmung in den Kinosaal zu transportieren.
Trübe Wolken

Trübe Wolken

Der 17-jährige Paul interessiert sich für seltsame Dinge: für Schleichpfade und verlassene Gebäude, geflüsterte Gespräche und liegengelassene Taschen. Ansonsten hat der stille Einzelgänger scheinbar keine Eigenschaften. Auf seine Mitschülerin Dala und seinen kunstsinnigen Lehrer Bulwer übt er gerade deswegen eine merkwürdige Faszination aus. Bis eines Tages ein Jugendlicher tot im Wald aufgefunden wird… Nebel, Dunst und dunkler Schauer. In Christian Schäfers vielschichtigem Regiedebüt „Trübe Wolken“, der ab jetzt im Kino läuft, bricht sich das Unheimliche vom Grund der tristen Normalität eines grauen Provinzstädtchens unaufhaltsam Bahn. Stefan Hochgesand folgt dem Coming-of-Age-Thriller über Genregrenzen hinweg, auf falsche und richtige Fährten und durch Falltüren hindurch.
Dennis Cooper: Die Schlampen

Dennis Cooper: Die Schlampen

Der gänzlich aus fiktiven Web-Einträgen, E-Mails und protokollierten Telefonaten bestehende Roman „Die Schlampen“ von Dennis Cooper aus dem Jahr 2004 ist erstmals in deutscher Sprache erschienen. Der kalifornische Autor entwirft darin ein Gedankenspiel um Fantasien und Identitäten, um Wahrheit und Lüge, um Abhängigkeiten und extreme Formen von Liebe und Sexualität. Anja Kümmel hat sich in dessen düstere Gedankenwelt vorgewagt – und genoss die virtuose Verschachtelung und die ironischen Spitzen.
Brontez Purnell: 100 Boyfriends

Brontez Purnell: 100 Boyfriends

In „100 Boyfriends“ erzählt Brontez Purnell vom keineswegs perfekten Leben junger Männer in einer Welt, die von ihnen nichts wissen will, weil sie arm, schwarz und schwul sind. Hin- und hergerissen zwischen One-Night-Stands und alten Liebschaften, verführen seine Figuren die Ehemänner ihrer Arbeitskollegen, verschrecken rassistische Nachbarn, bandeln mit Satanisten an und stürzen sich kopfüber in den Rausch, um am nächsten Morgen den Kampf wieder aufzunehmen – für ein freies, selbstbestimmtes Leben. Daniel Plettenberg über eine herrlich obszöne queere Liebeshymne und ihre witzigen Erzählperspektiven.
Beyto

Beyto

Beyto ist ein fantastischer Schwimmer und cooler Kumpel. Doch als sich der junge Schweizer mit türkischen Wurzeln in seinen attraktiven Trainer Mike verliebt, gerät seine heile Welt durcheinander. Um Tradition und Ehre zu wahren, sehen Beytos Eltern nur einen Ausweg: Mit einem Vorwand locken sie ihn in ihr türkisches Heimatdorf und organisieren eine Hochzeit mit einer Frau. Voller Empathie erzählt Gitta Gsell in „Beyto“ eine multikulturelle Liebes- und Emanzipationsgeschichte zwischen Zürich und Anatolien. Axel Schock freut sich, dass Gsells Film, den es ab Donnerstag im Salzgeber Club und ab Freitag auf DVD gibt, gegenüber der Romanvorlage „Hochzeitsflug“ von Yusuf Yesilöz ermutigender und empowernder geworden ist. Und er ist von den beiden Hauptdarstellern begeistert, vor allem von Beyto-Darsteller Burak Ates in dessen erster Kinorolle.
Futur Drei

Futur Drei

Parvis wächst als Kind der Millennial-Generation im komfortablen Wohlstand seiner iranischen Einwanderereltern auf. Dem Provinzleben in Hildesheim versucht er durch Popkultur und Grindr-Dates zu entfliehen. Als er in einer Unterkunft für Geflüchtete das Geschwisterpaar Banafshe und Amon kennenlernt, beginnt eine fragile Dreierbeziehung. Faraz Shariats autobiografisches Regiedebüt, das im Künstler*innen-Kollektiv Jünglinge entstanden ist, war *der* queere Film der Berlinale 2020 und wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Teddy und dem First Steps Award. Ab sofort gibt es „Futur Drei“ auf DVD, BluRay und im Salzgeber Club. Zudem findet bis zum 18. April das Festival „Futur 3.0“ statt: Auf der Festivalwebsite werden Videos und Angebote veröffentlicht, die inhaltlich und thematisch an den Film anknüpfen. Unser Autor Dennis Vetter spürt Shariats aktivistischem Gegenentwurf zum konventionellen deutschen Kino nach und plädiert selbst für mehr diverse Realität auf der Leinwand.
Jonas Eika: Nach der Sonne

Jonas Eika: Nach der Sonne

Über Dänemarks queeres Literaturwunderkind Jonas Eika wurde in den letzten Monaten so viel geschrieben, dass man mit den Rezensionsversuchen, die surreale Gesellschaftskritik in der Story-Sammlung „Nach der Sonne“ einzuordnen, locker einen eigenen Band füllen könnte, der dreimal so dick wäre wie die 160 Seiten starke Story-Sammlung selbst. Warum eigentlich dieser Hype? Unser Autor Christian Lütjens mit dem Versuch einer sachlichen Betrachtung des Autors und dessen Buches.
Simon Raven: Die Säbelschwadron

Simon Raven: Die Säbelschwadron

„Fielding Gray“ machte im Frühjahr den Auftakt der erstmals ins Deutsche übertragenen, zehnbändigen Romanreihe „Almosen fürs Vergessen“ von Simon Raven. Nun folgt „Die Säbelschwadron“, in dem es nicht nur ein Wiedersehen mit Fielding Gray gibt, sondern auch um den jüdischen Wissenschaftler Daniel Mond geht, der 1952 von Cambridge nach Göttingen reist, um sich dem Nachlass eines deutschen Mathematikers zu widmen. Ravens Roman ist zugleich harter Agententhriller und homoerotisch aufgeladene Milieustudie der britischen Armee. Tilman Krause hat sich in eine Männerwelt der schillernden Rituale in kräftigem Altrosa begeben.

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