Film

Don’t worry, weglaufen geht nicht: Interview mit Gus Van Sant

Don’t worry, weglaufen geht nicht: Interview mit Gus Van Sant

An dem Biopic über den querschnittsgelähmten Cartoonisten John Callahan (1951-2010), der im Nordwesten der USA als politisch höchst unkorrekter Outsider Artist eine Legende ist, hat Gus Van Sant seit Mitte der 90er Jahre gearbeitet. Ursprünglich sollte Robin Williams Callahan spielen. In "Don't worry, weglaufen geht nicht" schlüpft nun Joaquin Phoenix in die Rolle des Zeichners und schweren Trinkers – und spielt ihn überragend! Van Sants neuer Film erzählt vom Meistern des eigenen Lebens mit den Kräften der Kunst und – wie alle seine anderen Filme zuvor – von einer Gemeinschaft von Außenseitern, die hier als illustre Co-Mitglieder einer Alkoholikertherapie-Gruppe auftreten. Wir haben uns im Februar zur Premiere des Films auf der Berlinale mit Van Sant getroffen und mit ihm über seinen Einstieg in die Welt des queeren Kinos vor über 30 Jahren, die deutschen Einflüsse in seinem Meisterwerk „My Own Private Idaho“, seine Wahlheimat Portland und die Frage gesprochen, warum er „Brokeback Mountain“ eigentlich nicht selbst gedreht hat.
Im Namen des …

Im Namen des …

Heute Abend läuft schon der fünfte Film bei rbb QUEER: In poetischen Bildern einer trügerischen sommerlichen Dorfidylle erzählt Regisseurin Małgorzata Szumowska in „Im Namen des …“ das Gewissensdrama eines katholischen Priesters, der verzweifelt gegen seine Gefühle ankämpft. Der Film wurde 2014 u.a. mit dem Teddy für den Besten Spielfilm und dem Jurypreis der Hamburger Lesbisch Schwulen Filmtage ausgezeichnet. Eine Annäherung von Ulrich Kriest.
Porträt: Gus Van Sant

Porträt: Gus Van Sant

Gus Van Sant, Jahrgang 1952, gilt als einer der wichtigsten Filmemacher seiner Generation – und war Mitte der 80er Jahre einer der ersten offen schwulen US-Regisseure überhaupt. Sein kühner Debütfilm "Mala Noche" (1985) gilt als Wegbereiter, sein dritter Film "My Own Private Idaho" (1991) als Schlüsselfilm des New Queer Cinema. Seitdem wechselt Van Sant zwischen gefeierten Studio-Produktionen wie "Good Will Hunting" (1996) und "Milk" (2008) und Arthouse-Filmen wie "Elephant" (2001) und "Paranoid Park" (2006) hin und her. So unterschiedlich seine Filme auf den ersten Blick auch sein mögen – queere Perspektiven lassen sich in ihnen allen entdecken. Anlässlich des Kinostarts von Van Sants neuem Film "Don’t Worry, weglaufen geht nicht" wagen wir einen Rückblick auf das vielschichtige und verführerisch offene Filmwerk des Regisseurs. Ein Porträt von Christian Weber aus dem Jahr 2011.
Keep the Lights On

Keep the Lights On

Heute Abend läuft das großartige Liebesdrama "Keep the Lights On" von Ira Sachs bei rbb QUEER. Als der Film 2012 in die Kinos kam, war plötzlich von einer ‚Neuen Welle‘ im queeren Kino die Rede: Filme wie "Keep the Lights On", Andrew Haighs "Weekend", Dee Rees "Pariah" oder die Kurzfilme von Travis Mathews verschoben nachdrücklich den narrativen Fokus vom Coming-out zur Selbstbefragung, wie man als Nicht-Heterosexueller überhaupt heute lebt; sie alle wurden bestimmt von losen Erzählungen, genau komponierten Bilder und poetischen Freiräumen. Warum vor allem "Keep the Lights On", für den Sachs mit dem Teddy-Award ausgezeichnet wurde, ein wunderbares queeres Angebot ans Weltkino ist, hat André Wendler für sissy zusammengefasst.
Frauensee

Frauensee

Heute Abend läuft schon der dritte Film bei rbb QUEER, und diesmal geht es nach Brandenburg! Vier Frauen treffen an einem Wochenende in einer malerischen Seenlandschaft aufeinander und ihre Flirts, ihr Begehren, ihre Lebensweisheiten und Zukunftspläne fließen in- und durcheinander. Das größtenteils improvisierte Drama "Frauensee" wurde in Lindow am Gudelacksee gedreht. Tania Witte hat den Film für uns gesehen.
Sascha

Sascha

rbb QUEER, die neue nicht-heterosexuelle Filmreihe des rbb, geht heute Abend in die zweite Runde: mit Dennis Todorovics Debütfilm „Sascha“ (2010), einer hervorragend geschriebenen und auf den ersten Blick leichten Komödie über ein Coming-out mit Migrationshintergrund im homophilen Köln. Unser kroatische Autor Nenad Kreizer findet in dem Film des Regisseurs tschechisch-montenegrinischer Herkunft aber auch eine ernsthafte und subtile Auseinandersetzung mit dem Selbstbild der Balkan-Männer vor.
Landrauschen

Landrauschen

Nach wilden Party-Jahren in Berlin kehrt die Endzwanzigerin Toni in ihr schwäbisches Heimatkaff zurück und muss zwischen Trachtengruppe und Blaskapelle erstmal gehörig Anpassung üben. Bis sie auf dem Faschingsfest ihre alte Schulfreundin Rosa wiedertrifft, die ihr zeigt, dass das Leben in der Provinz nicht zwangsläufig spießig und stock-hetero sein muss. Lisa Miller hat für ihren verspielt trashigen Debütfilm "Landrauschen" dieses Jahr in Saarbrücken den renommierten Max Ophüls Preis gewonnen. Unsere Autorin Alexandra Seitz hat sich mit Toni nach Bubenhausen gewagt – und einen erstaunlich queeren Heimatfilm entdeckt.
God’s Own Country

God’s Own Country

Das Leben des 24-jährigen Johnny ist karg und einsam. Er wohnt und arbeitet auf der abgelegenen Schafsfarm seiner Familie im Norden Englands. Zwischen ihm, seinem kranken Vater und der stoischen Großmutter fallen nur wenige, grobe Worte. Um seine Frustration zu betäuben, betrinkt er sich jeden Abend im nahe gelegenen Pub und hat ab und zu unverbindlichen Sex mit jungen Männern. Als im Frühjahr der gleichaltrige Saisonarbeiter Gheorghe aus Rumänien auf die Farm kommt, ist Johnny zunächst misstrauisch und mürrisch. Doch je mehr Zeit die beiden jungen Männer während der harten Farmarbeit miteinander verbringen, desto intensiver wird ihre Beziehung. Regisseur Francis Lee hat sein raues Regiedebüt in der eigenen Heimat gedreht, der ehemaligen Grafschaft Yorkshire, die Engländer aufgrund ihrer archaischen Landschaft auch "God’s Own Country" nennen. Inmitten einer unwirtlichen Natur, die als Abbild der anfänglichen Isolation seiner Figuren dient, erzählt Lee in realistischen Bildern von harscher Schönheit die packende Geschichte einer sexuellen und emotionalen Erweckung – und die Geschichte einer gewaltigen Liebe. Matthias Frings über einen Film, "der nicht fragt, was fehlt, sondern was geht".
Mamma Mia: Here We Go Again

Mamma Mia: Here We Go Again

Zehn Jahre nach dem Mega-Hit "Mamma Mia!" (2008), der weltweit über 600 Millionen US-Dollar einspielte und nicht nur von ABBA-Fans als camper Kultfilm verehrt wird, folgt nun die unvermeidliche Forsetzung mit dem programmatischen Titel "Mamma Mia – Here We Go Again". Ausgedünnter Plot, Hits zweiter Wahl und kaum noch Meryl – kann das funktionieren? Ja, findet Patrick Heidmann. Cher ist schließlich auch noch da ...
Love, Cecil

Love, Cecil

Brando, Garbo, Churchill, Monroe, Queen Elizabeth II – der britische Fotograf Cecil Beaton (1904-1980) hatte sie alle vor der Kamera und schuf serienweise Ikonen der Porträtfotografie. Beaton war aber auch ein höchst erfolgreicher Kostümbildner und Innenarchitekt, der für die Kleider und Setdecors für „Gigi“ (1959) und „My Fair Lady“ (1965) drei Oscars erhielt. Regisseurin Lisa Immordino Vreeland („Peggy Guggenheim“) hat über das Multitalent nun einen vielstimmigen Dokumentarfilm gedreht. Darin beleuchtet sie nicht nur die bahnbrechende visuelle Kunst des ewigen Ästheten, sondern auch das schillernde Privatleben des schwulen Dandys und Netzwerkers. Matthias Frings über ein Leben im hellen Glanz – und mit tiefen Schatten.