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Im Namen des …

Im Namen des …

Heute Abend läuft schon der fünfte Film bei rbb QUEER: In poetischen Bildern einer trügerischen sommerlichen Dorfidylle erzählt Regisseurin Małgorzata Szumowska in „Im Namen des …“ das Gewissensdrama eines katholischen Priesters, der verzweifelt gegen seine Gefühle ankämpft. Der Film wurde 2014 u.a. mit dem Teddy für den Besten Spielfilm und dem Jurypreis der Hamburger Lesbisch Schwulen Filmtage ausgezeichnet. Eine Annäherung von Ulrich Kriest.
Porträt: Gus Van Sant

Porträt: Gus Van Sant

Gus Van Sant, Jahrgang 1952, gilt als einer der wichtigsten Filmemacher seiner Generation – und war Mitte der 80er Jahre einer der ersten offen schwulen US-Regisseure überhaupt. Sein kühner Debütfilm "Mala Noche" (1985) gilt als Wegbereiter, sein dritter Film "My Own Private Idaho" (1991) als Schlüsselfilm des New Queer Cinema. Seitdem wechselt Van Sant zwischen gefeierten Studio-Produktionen wie "Good Will Hunting" (1996) und "Milk" (2008) und Arthouse-Filmen wie "Elephant" (2001) und "Paranoid Park" (2006) hin und her. So unterschiedlich seine Filme auf den ersten Blick auch sein mögen – queere Perspektiven lassen sich in ihnen allen entdecken. Anlässlich des Kinostarts von Van Sants neuem Film "Don’t Worry, weglaufen geht nicht" wagen wir einen Rückblick auf das vielschichtige und verführerisch offene Filmwerk des Regisseurs. Ein Porträt von Christian Weber aus dem Jahr 2011.
Keep the Lights On

Keep the Lights On

Heute Abend läuft das großartige Liebesdrama "Keep the Lights On" von Ira Sachs bei rbb QUEER. Als der Film 2012 in die Kinos kam, war plötzlich von einer ‚Neuen Welle‘ im queeren Kino die Rede: Filme wie "Keep the Lights On", Andrew Haighs "Weekend", Dee Rees "Pariah" oder die Kurzfilme von Travis Mathews verschoben nachdrücklich den narrativen Fokus vom Coming-out zur Selbstbefragung, wie man als Nicht-Heterosexueller überhaupt heute lebt; sie alle wurden bestimmt von losen Erzählungen, genau komponierten Bilder und poetischen Freiräumen. Warum vor allem "Keep the Lights On", für den Sachs mit dem Teddy-Award ausgezeichnet wurde, ein wunderbares queeres Angebot ans Weltkino ist, hat André Wendler für sissy zusammengefasst.
Buchrezension: Queer Cinema

Buchrezension: Queer Cinema

"Alle fühlten sich den Anfängen einer Neuen Queeren Geschichtsschreibung verpflichtet, die in der Lage sein würde, das Jahrzehnt zu transformieren, voraus­gesetzt, die Tür bliebe lange genug geöffnet." Mit diesen Worten endet der 1992 publizierte Artikel "New Queer Cinema", in dem die Filmkritikerin B. Ruby Rich den Begriff für die große Erneuerungsbewegung des queeren Kinos in Nordamerika prägte. Bis heute sind die popkulturellen und akademischen Diskussionen zum Queer Cinema von ihrem Text beeinflusst. Die beiden Filmwissenschaftler_innen Dagmar Brunow und Simon Dickel haben nun den ersten deutschsprachigen Sammelband zum queeren Kino herausgegeben. "Queer Cinema" enthält die erste deutsche Übersetzung von Richs wegweisendem Text und folgt den Entwicklungs­linien queerer Filmwissenschaft von den 1990er-­Jahren bis in die Gegenwart. Beiträge von Filmemacher_innen wie Cheryl Dunye, Jim Hubbard und Barbara Hammer sowie Interviews mit Monika Treut und Angelina Maccarone stehen neben Grundlagentexten und theoretischen Zugängen, die an aktuelle Debatten um queere Zeitlich­keiten, die Bedeutung des Archivs, Medialität oder die Repräsentationspolitiken von Transgender anschließen. Maja Figge hat das Buch für uns gelesen – und sich dabei durch viele offene Türen treiben lassen.
Sascha

Sascha

rbb QUEER, die neue nicht-heterosexuelle Filmreihe des rbb, geht heute Abend in die zweite Runde: mit Dennis Todorovics Debütfilm „Sascha“ (2010), einer hervorragend geschriebenen und auf den ersten Blick leichten Komödie über ein Coming-out mit Migrationshintergrund im homophilen Köln. Unser kroatische Autor Nenad Kreizer findet in dem Film des Regisseurs tschechisch-montenegrinischer Herkunft aber auch eine ernsthafte und subtile Auseinandersetzung mit dem Selbstbild der Balkan-Männer vor.
God’s Own Country

God’s Own Country

Das Leben des 24-jährigen Johnny ist karg und einsam. Er wohnt und arbeitet auf der abgelegenen Schafsfarm seiner Familie im Norden Englands. Zwischen ihm, seinem kranken Vater und der stoischen Großmutter fallen nur wenige, grobe Worte. Um seine Frustration zu betäuben, betrinkt er sich jeden Abend im nahe gelegenen Pub und hat ab und zu unverbindlichen Sex mit jungen Männern. Als im Frühjahr der gleichaltrige Saisonarbeiter Gheorghe aus Rumänien auf die Farm kommt, ist Johnny zunächst misstrauisch und mürrisch. Doch je mehr Zeit die beiden jungen Männer während der harten Farmarbeit miteinander verbringen, desto intensiver wird ihre Beziehung. Regisseur Francis Lee hat sein raues Regiedebüt in der eigenen Heimat gedreht, der ehemaligen Grafschaft Yorkshire, die Engländer aufgrund ihrer archaischen Landschaft auch "God’s Own Country" nennen. Inmitten einer unwirtlichen Natur, die als Abbild der anfänglichen Isolation seiner Figuren dient, erzählt Lee in realistischen Bildern von harscher Schönheit die packende Geschichte einer sexuellen und emotionalen Erweckung – und die Geschichte einer gewaltigen Liebe. Matthias Frings über einen Film, "der nicht fragt, was fehlt, sondern was geht".
Die Temperatur des Willens

Die Temperatur des Willens

Regisseur Peter Baranowski hat für seinen Dokumentarfilm "Die Temperatur des Willens" die Ordensgemeinschaft "Legionäre Christi" beim Missionieren und Demonstrieren, während intimer Zwiegespräche und bei öffentlichen PR-Events begleitet. Sein Film gewährt seltene Einblicke in die Denk- und Verhaltensmuster einer ultrakonservativen religiösen Vereinigungen und deren Überlebensstrategien in der heutigen Zeit – und zeigt den noch immer schwierigen Umgang mit dem Thema des sexuellen Missbrauchs innerhalb der eigenen Reihen. Von Dennis Vetter.
Vier Tage in Frankreich

Vier Tage in Frankreich

Paris am frühen Morgen. Pierre wirft einen letzten Blick auf den Körper seines schlafenden Partners Paul. Und verlässt ihn dann. Er setzt sich ins Auto und fährt ohne konkretes Ziel einfach los. Es geht kreuz und quer durch ganz Frankreich, zwischendurch kommt Pierre mit Passanten ins Gespräch und hat Sex mit Männern, die er über Grindr findet. Paul nutzt die gleiche App, um seinen verschwundenen Freund zu suchen. Jérôme Reybauds Geschichte zweier Liebender, die von der mobilen Zerstreuung körperlichen Begehrens erst getrennt und dann wieder zusammengeführt werden, verläuft wie ein Katz-und-Maus-Spiel und ein einziger langer Cruising-Trip. Das auch in seiner Filmlänge ausufernde Road Movie erinnert in seinen romantisch-queeren Vignetten an die Filme Alain Guiraudies und Paul Vecchialis, entwickelt aber dank einer Serie von wunderbaren Nebenfiguren und Drehbuchfinten eine ganz eigene, verführerische Skurrilität. Dennis Vetter über einen Liebesfilm zu Zeiten der Sexdating-Apps.
The Happy Prince

The Happy Prince

Rupert Everett hat fast zehn Jahre gebraucht, bis er „The Happy Prince“ endlich drehen konnte. Darin erzählt er als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller das tragische Ende von Oscar Wilde und wird dabei von einem stargespickten Ensemble unterstützt. Ein großer, schöner und sehr schwuler Historienschinken, für den es keinen Teddy, aber schon einen Bayerischen Filmpreis gab. Von Paul Schulz.
Mein Leben mit James Dean

Mein Leben mit James Dean

In „Mein Leben mit James Dean“ ist ein junger Filmemacher mit seinem ersten Film, der von schwulem Begehren und Kinoleidenschaft erzählt, auf Kinotour in der französischen Küstenprovinz. Mit schrägem Humor und traumähnlichen Bildern verwandelt Dominique Choisy den selbstreferentiellen Komödienplot in eine beharrliche Liebeserklärung an das Kino. Denn das unerwartete Kulturevent infiziert die wenigen Menschen, die es aus unterschiedlichen Gründen ins Kino verschlägt, mit einer Sehnsucht nach Leidenschaft und Andersartigkeit, die schnell auch den Film darüber erfasst. Von Jan Künemund.