Kritiken (Film)

Five Dances

Five Dances

Ein junger Tänzer kommt in die große, kalte Stadt und alles, was er hat, ist sein Körper. Alan Browns ("Private Romeo") neuer Spielfilm "Five Dances", der ab heute als Stream zum Ausleihen und Kaufen im Salzgeber Club zur Verfügung steht, ist ein Probenraum-Kammerspiel, in dem Bewegungen Geschichten erzählen, Positionen Beziehungen und ein Tanz das ganze Leben. Unser Autor Gunther Geltinger über Schmerz, Poesie und das Schöne in der Gebrochenheit.
Der Samurai

Der Samurai

Der Kurzfilm „Cowboy“ von Till Kleinert war bereits ein Vorgeschmack darauf, wie originell es der dffb-Absolvent hinbekommt, deutsche Provinztristesse in exzessives, großspuriges und queeres Horrorkino umschlagen zu lassen. Sein erster Langspielfilm „Der Samurai“, der ab Donnerstag als Stream zum Ausleihen und Kaufen im Salzgeber Club zur Verfügung steht, lässt ein Fantasy-affines Publikum mit großen Augen zurück. Splatter und Explosionen mag man gewohnt sein – einen schwertschwingenden Serienkiller im Kleid bekommt man indes nicht alle Tage zu Gesicht, stellt unser Autor Thomas Groh fest.
Kopfplatzen

Kopfplatzen

Jetzt im Kino: In dem bewegenden Drama "Kopfplatzen" von Savaş Ceviz spielt Max Riemelt ("Freier Fall") einen Pädosexuellen, der gegen die immer lauter werdenden Rufe in seinem Kopf ankämpft. Unser Autor Philipp Stadelmaier ist nicht nur von Riemelts mutiger Rollenwahl und aufwühlender Darstellung beeindruckt, sondern hat in "Kopfplatzen" auch interessante Antworten auf die Frage gefunden, wie man filmisch ein Begehren zeigen kann, das permanent unterbrochen werden muss.
Sturmland

Sturmland

Der Film „Sturmland“ von Ádám Császi traut sich, einen Traum zu formulieren, der vor erotischer Sehnsucht nur so platzt: wie sich drei Jungs aus nichts und im Nirgendwo ein Haus bauen, Bienen züchten und aus allem aussteigen wollen, was an Zwang vom sozialen Umfeld gewaltsam ins Spiel gebracht wird. Alles an „Sturmland“ ist so dramatisch, wie sein Titel andeutet – und kann als Meilenstein des ungarischen Kinos bezeichnet werden, schreibt unser Autor Malte Göbel.
Lollipop Monster

Lollipop Monster

Ein Film, wie man ihn aus Deutschland nicht erwartet. Comic-Autorin Ziska Riemann hat zusammen mit Luci van Org eine sehr besondere Mädchenfreundschaft auf die Leinwand gezeichnet. "Lollipop Monster" ist ein herrliches Geschöpf geworden. Das quietschbunte Kuddelmuddel mit dunklen Abgründen zeigt Jella Haase in ihrer ersten Kinorolle – und steht ab heute als Stream zum Ausleihen und Kaufen im Salzgeber Club zur Verfügung. Unsere Autorin Jenni Zylka schreibt über ihre Filmeindrücke als "Ex-Pubertistin".
Rafiki

Rafiki

"Gute kenianische Mädchen werden gute kenianische Ehefrauen" – Kena lernt schon früh, was von Mädchen und Frauen in ihrem Heimatland erwartet wird: artig sein und sich dem Willen der Männer fügen. Doch die selbstbewusste Kena lässt sich nicht vorschreiben, wie sie zu leben hat. So freundet sie sich auch mit der hübschen Ziki an, obwohl ihre Väter politische Konkurrenten sind. Das Gerede im Viertel ist den Mädchen zunächst ziemlich egal. Doch als sich Kena und Ziki ineinander verlieben, müssen sie sich entscheiden: zwischen der vermeintlichen Sicherheit, ihre Liebe zu verbergen, und der Chance auf ihr gemeinsamen Glück. "Rafiki" – der Titel bedeutet auf Suaheli „Freund(in)“ – ist der erste kenianische Film, der bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. In Kenia selbst, wo Homosexualität noch immer unter Strafe steht, wurde der Film zunächst mit einem Aufführungsverbot belegt, das erst nach einer Klage der Regisseurin gelockert wurde. Beatrice Behn geht in ihrer Besprechung den Ursprüngen der homophoben Ordnungen auf den Grund, die noch immer in weiten Teilen Afrikas herrschen – und feiert den lesbischen Liebesfilm als mitreißende Utopie, die tief in afrikanischen Traditionen verwurzelt ist.
Ich, Tomek

Ich, Tomek

Robert Glinski erzählt in "Ich, Tomek" von einem Jungen, der an der deutsch-polnischen Grenze lebt und durch einen Freund zur Prostitution gezwungen wird. Das aufwühlende Drama steht ab morgen als Stream zum Ausleihen und Kaufen im Salzgeber Club zur Verfügung. Unser Autor André Wendler fragt sich, wie man einen Spielfilm über ein solches Thema sehen kann. Das Protokoll einer Ratlosigkeit.
Silent Youth

Silent Youth

Diemo Kemmesies stellt in seinem Spielfilm "Silent Youth" zwei junge Männer ins Zentrum des Berliner Szenetrubels, schneidet sie dann aber so aus, als seien sie allein auf der Welt. Ganz langsam baut sich ihre Beziehung auf, ganz präzise ist das eingefangen. Eine Einladung zum sprachlosen Mitdriften, die unser Autor Toby Ashraf angenommen hat. Der Film steht ab morgen als Stream zum Ausleihen und Kaufen im Salzgeber Club zur Verfügung.
Lichtes Meer

Lichtes Meer

Das Meer eignet sich seit Ewigkeiten als Kulisse für schwules Seemansgarn. Nicht selten ist früher einer aufs Schiff, um der heimatlichen Sexualkontrolle zu entfliehen. Doch wie lässt sich mannmännliche Romantik heute erzählen, in Zeiten der modernen Frachtschifffahrt? Stefan Butzmühlen ist das Wagnis eingegangen. "Lichtes Meer" erzählt von einer Matrosenliebe zwischen Vorpommern und Martinique, mit schluchzendem Soundtrack und wilden Meeresbildern, aber auch mit Blick für heutige Realitäten und beiden Beinen auf leicht schaukelndem Boden. Unser Autor Nikolaus Perneczky über einen Film, in dem Nähe und Distanz, Intimität und Autonomie einander nicht ausschließen.
Westerland

Westerland

In "Westerland" treffen sich zwei Jungs und gehen eine Beziehung ein. Einer ist Borderliner, der andere hat Angst vor dem Leben. Das Staunen über die Sylter Winterlandschaften verlernen sie schnell. Aufeinander aufpassen wird zum Teil des Problems. Tim Staffels Debütfilm nach seinem eigenen Roman erzählt eine Freundschaft und eine Landschaft – und beides hat man so noch nicht gesehen, wie unser Autor André Wendler beeindruckt feststellt. Der Film steht als Stream zum Ausleihen und Kaufen im Salzgeber Club zur Verfügung.