Wer wir sind

Wer wir sind

Nach 27 berauschenden Printausgaben brauchte die sissy erstmal eine kleine Verschnaufpause. Jetzt ist sie zurück – in anderer Gestalt, aber entschlossen wie eh und je! Auf ihren neuen Seiten findet Ihr nicht nur Beiträge zum tagesaktuellen queeren Kino, sondern auch zu allen nicht-heterosexuellen Filmen, die seit der Einstellung der Print-sissy im November 2015 im Kino und auf DVD erschienen sind. Viel Spaß beim Lesen & virtuellen Blättern!
Frantz

Frantz

François Ozon ist ein ausgesprochen germanophiler Regisseur. In seinem Durchbruch „Tropfen auf heiße Steine“ (2000) ließ er einen jungen Mann namens Franz in einer deutschen Großstadt der 1970er Jahre sich im manipulativen Beziehungsgeflecht eines älteren Verführers verheddern. Damals adaptierte Ozon Fassbinder, der aktuelle „Frantz“ ist das Remake eines Films des deutschen Hollywood-Exilanten Ernst Lubitsch. Ozons dazwischen aufgespannte Karriere lässt sich vielleicht analog dieser deutschen Vorbilder als eine Bewegung vom Provokant-Überdeutlichen zum Geheimnisvoll-Indirekten beschreiben. In „Frantz“ jedenfalls geht es um das rätselhafte Begehren eines Mannes einem Verstorbenen gegenüber, das allmählich die Erinnerungen der ebenfalls trauernden Verlobten trübt. Und vielleicht trübt diese deutsch-französische Koproduktion auch ein bisschen das klare Bild, das sich aktuelle deutsche Filme von deutscher Geschichte machen.
Hara Kiri

Hara Kiri

Im Debüt des kubanisch-amerikanischen Regisseurs Henry Alberto fantasiert ein frisch verliebtes Skater-Paar vom gemeinsamen Suizid. Alberto brauchte dafür nur drei Drehtage und ließ seine Darsteller auf den Straßen von Santa Monica frei improvisieren. Das Ergebnis ist ein echter Indie-Indie: ein unpolierter Film, gegen den Larry Clark beinah wie Mainstream wirkt. sissy hat sich die subversive Mischung aus Sex, Gewalt und Todessehnsucht angesehen – und eine Beziehung entdeckt, die keine Grenzen kennt. Von Axel Schock.
Absolutely Fabulous – Der Film

Absolutely Fabulous – Der Film

"It's fabulous, darling!" Kaum ist sissy wieder da, drängeln sich schon Eddy und Patsy mit aufs Bild, die ewigjungen Lifestyle-Königinnen der Londoner Mode- und Partyszene, die mit hedonistischem Ungehorsam und grenzenloser Schamlosigkeit seit Anfang der 90er Jahre queere Identifikationsangebote im Übermaß liefern. Nachdem sie fünf Staffeln lang die ehrwürdige BBC aufgemischt haben, treiben sie ab 8. September im Kino ihr Unwesen. Anlässlich des Starts von "Absolutely Fabulous – Der Film" wirft Patrick Heidmann einen Blick zurück auf ein hoch-campes TV-Phänomen und erzählt, was ihm die Darstellerinnen Jennifer Saunders und Joanna Lumley über die Entstehungsmythen der Serie, deutschen Humor und ihre schwule Fanbase verraten haben.
Viva

Viva

Ab 15. September im Kino und im September in der queerfilmnacht: Jesús hat einen Traum: Travestiekünstler werden. Als Viva macht der schmächtige Jüngling seine ersten wackeligen Stöckelschritte auf der Bühne – und bekommt erstmal eine aufs Maul. Der Schläger: sein Vater. Der ist nach jahrelanger Abwesenheit wieder in Havanna aufgetaucht und macht sich nun im Leben seines Sohnes breit. Paddy Breathnachs leidenschaftlich gespieltes Coming-of-Age-Drama war Publikumshit in Telluride und Sundance, wurde für fünf irische Filmpreise nominiert und von Irland ins Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film geschickt. Von Malte Göbel.
queerfilmnacht

queerfilmnacht

Manche Filme muss man einfach auf der großen Leinwand sehen! Deswegen präsentiert die SISSY ab sofort die queerfilmnacht: die neue Filmreihe, die Gay- und L-Filmnacht ersetzt und deutschlandweit in knapp 25 Kinos die besten Filme zeigt, die das queere Weltkino aktuell zu bieten hat – von preisgekrönten Festivalhits über Publikumslieblinge bis hin zu heiß gehandelten Geheimtipps.
Looping

Looping

In "Looping", dem Regiedebüt der Filmuni-Babelsberg-Absolventin Leonie Krippendorff, spielen Berlinale-Shootingstar Jella Haase ("Lollipop Monster", "Fack Ju Göhte"), Lana Cooper ("Love Steaks") und Marie-Lou Sellem ("Exit Marrakesch") drei Frauen, die sich in einer Psychiatrie kennenlernen und ineinander verlieben. Unsere Autorin Tania Witte wünscht sich zwar mehr Dialoge, schwärmt aber von magischem Schauspiel und betörenden Bilder.
4th Man Out

4th Man Out

Was passiert, wenn beste Freunde plötzlich einen Schwulen in ihrer Mitte haben? Andrew Nackmans „4th Man Out“ verpasst dem Buddy-Movie einen queeren Twist. SISSY nimmt die derbe Komödie zum Anlass, um einen Blick zurück in die Geschichte eines verrufenen Genres zu werfen: auf Freundschaftsbekundungen am Lagerfeuer, Schwulenwitze und eindeutige Untertöne. Von Axel Schock.
Like You Mean It

Like You Mean It

In seinem Regiedebüt „Like You Mean It“ erzählt der in Österreich geborene Filmemacher Philipp Karner nüchtern und undramatisch von der Lebens- und Liebeskrise eines erfolglosen Schauspielers in Hollywood – und wurde von der L.A. Times dafür mit Andrew Haigh („Weekend“) und Ira Sachs („Keep the Lights On“) verglichen. Auch bei Karner fehlen die einstigen Eckpfeiler schwuler Narrative wie Coming-out, HIV oder gesellschaftliche Diskriminierung; auch sein Film wird vor allem durch einen intimen Blick auf Beziehungsdynamiken strukturiert. Aber hält „Like You Mean It“ auch ansonsten dem Vergleich mit den Aushängeschildern des „New-Wave Queer Cinema“ stand? Von Carsten Moll.
Sébastien Lifshitz

Sébastien Lifshitz

Mit „Les vies de Thérèse“, einem Dokumentarfilmporträt über die französische Feministin Thérèse Clerc, hat Sébastien Lifshitz im Mai beim Filmfestival in Cannes die Queer Palm gewonnen. Bis sein neuer Film bei uns zu sehen ist, wagen wir einen Blick zurück auf Lifshitz‘ vielschichtiges Spielfilmwerk, zu dem mit dem romantischen Coming-of-Age-Film „Sommer wie Winter …“ und dem Außenseiter-Drama „Wild Side“ zwei große Klassiker des Queer Cinema gehören.