Wer oder was eine Sissy ist – das mit der österreichischen Kaiserin lassen wir jetzt mal weg – dürfte bei FilmfreundInnen kein Geheimnis sein. Diese in Hollywood erfundene Nebenfigur versinnbildlicht seit Stummfilmzeiten, dass die Personnage eines guten Films im besten Fall aus mehr als nur einem romantischen Hetero-Liebespaar bestehen muss. Sie ist eine glamouröse, sich verschleudernde Alternative. Oder wie es die glbtq-Enzyklopädie ausdrückt: „Die Sissy steht für eine begehrenswerte Welt aus Raffinesse und purem Vergnügen, weit entfernt vom langweiligen Status Quo.“

sissy sechs


KINO

MÄNNER AL DENTE
von Ferzan Ozpetek

POSTCARD TO DADDY
von Michael Stock

LONDON NIGHTS
von Alexis Dos Santos

PORNOGRAPHY: EIN THRILLER
von David Kittredge

NEW YORK MEMORIES
von Rosa von Praunheim

Gay-Filmnacht Special
SPINNIN’
von Eusebio Pastrana

L-Filmnacht Special
RIPARO – ZU HAUSE
von Marco S. Puccioni


DVD

JONATHAN – DIE PASSION
von Cyril Legann

und die Neuerscheinungen der letzten Zeit

PLUS

ADIEU, WERNER SCHROETER

DER MOMENT: Gunther Geltinger über
SAVAGE GRACE – WILDE UNSCHULD
von Tom Kalin

ABSCHIEDSBLICKE
Paul Schulz über HIV und Aids im Film

Manuela Kay über die
L-FILMNACHT


KOOL FILM

Vor kurzem wurde die SISSY auf Facebook als „Klugscheißer-Magazin“ bezeichnet. Noch dazu von jemandem, der vor nicht allzu langer Zeit das pointierte metrosexuelle Schreiben über Männer im Film zu etablieren suchte, sich also nicht gerade als Anti-Klugscheißer präsentiert hat.

Wir finden diese Bezeichnung sehr passend. In manchen Kreisen steht man wahlweise als „smart ass“ oder „clever dick“ in durchaus hohem Ruf. Auch unsere Leser wissen das zu schätzen und äußern sich nicht selten mit ziemlich klugscheißerischen Formulierungen wie: „Vielen Dank für dieses nicht-heterosexuelle, nicht-langweilende, nicht-intellektuell-tief-fliegende Magazin!“ Puh, das kann man ja wohl auch einfacher sagen. So wie der Leser, der sich die SISSY gerne „quartalsweise in den Kasten stecken“ lassen will. Oder ein anderer, der einfach schreibt: „Sowas hat gefehlt!!“ Oder noch ein anderer, der behauptet: „Manfred Salzgeber wäre stolz auf euch!“

Nein, ernsthaft. Wenn die SISSY eins nicht vorgeben will, dann ist das die Form, in der man über Filme schwärmt. Dass das jeder anders macht und dass auch die Anlässe beim jedem anders sind, legen wir gerne offen. Und lassen dabei auch mal Texte zu, die „weitgehend humorfrei“, im „kruden Oberseminaristen-Jargon“ gehalten, „weitschweifig“ oder mit „schnarchigen Überschriften (nicht immer)“ versehen sind – immerhin, so anerkennt auch Herr E. aus M.: „Kostet ja nix!“ Und knapp gehaltene, saukomische, unintellektuelle Texte über den nicht-heterosexuellen Film gibt es ja außerdem noch. Wir bestehen auf unseren Klugscheißer-Ambitionen und möchten uns nicht für Intellektualität schämen – soweit kommt’s noch. Dank auch diesmal wieder an unsere AutorInnen und ihre höchst eigenständigen Schwärmereien.

Wir freuen uns auf weitere Zuschriften!


Hier gibt es die aktuelle SISSY bei issuu.com:

 

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