Anja Kümmel (Autorin)

Flora S. Mahler: Julie Leyroux

Flora S. Mahler: Julie Leyroux

In ihrem Debütroman "Julie Leyroux" erzählt die Wiener Autorin Flora S. Mahler von der titelgebenden Konzeptkünstlerin, die zum Mittelpunkt des Kosmos einer Gruppe von Thirtysomethings wird. Die Galeristin Ann, Julies Kommilitonin und Geliebte Mona sowie ihr Halbbruder Robert schildern Geschichten mit der provokanten, queeren Künstlerin. Anja Kümmel über ein außergewöhnlich konstruiertes, satirisch anmutendes Kunstbetriebsporträt voller subtiler Beobachtungen.
Glück

Glück

Sascha arbeitet schon seit Jahren in einem Berliner Bordell. Maria ist die Neue, unangepasst, autark, queer. Sascha fühlt sich sofort von dieser Andersartigkeit angezogen, Maria wiederum ist fasziniert von Saschas Souveränität. Aus der Anziehung wird eine Liebe, die anders funktioniert, als alles, was beide bisher kannten. Es ist die Verheißung auf das große Glück. Doch dann droht ihre Verbindung zu zerbrechen – an der Angst, sich einander wirklich zu zeigen und sich den eigenen Abgründen zu stellen. In „Glück“ erzählt Henrika Kull von zwei Frauen, die sich in einer Welt begegnen, in der weibliche Körper Waren sind. In authentischen, kraftvollen Bildern folgt sie ihren beiden Hauptfiguren, die sich erst umschleichen, dann umtanzen, bald nicht mehr ohne einander können, aber auch nicht wirklich miteinander. Unsere Autorin Anja Kümmel war begeistert von den ungreifbaren, flüchtigen Momenten dieses mitreißenden Liebesfilms, der keine Grenzen kennt und nun in der queerfilmnacht im Kino zu sehen ist.
Bonnie & Bonnie

Bonnie & Bonnie

Ali Hakims „Bonnie & Bonnie“ ist eine berührende Geschichte von zwei jungen Frauen, die wie ihre filmhistorischen Vorbilder Bonnie und Clyde ins Weite aufbrechen müssen, damit ihre Liebe eine Chance hat. Yara lebt mit ihrem albanischen Vater und den drei Geschwistern in Hamburg-Wilhelmsburg. Als sie auf der Straße der toughen Kiki begegnet, ist plötzlich nichts mehr wie zuvor: Während Yara eine neue, bislang ungekannte Freiheit entdeckt, erlebt Heimkind Kiki das erste Mal das Gefühl von Geborgenheit. Aber niemand darf von der Beziehung wissen, vor allem nicht Yaras konservativer Vater, der schon einen Ehemann für sie ausgesucht hat… Anja Kümmel über eine mitreißende lesbische Romanze.
Im Stillen laut

Im Stillen laut

Erika und Tine sind beide 81 und seit über 40 Jahren ein Paar. Zusammen leben und arbeiten sie auf dem Kunsthof Lietzen in Brandenburg – und blicken auf ein bewegtes Stück gemeinsame Geschichte zurück. Mit ihrer Neugier und Offenheit stellen Erika und Tine alles in Frage, das Vergangene und das Bestehende. Therese Koppes vielschichtiges dokumentarisches Porträt "Im Stillen laut", das jetzt im Salzgeber Club und auf DVD erscheint, ist ein Film über das Leben, die Kunst und selbst geschaffene Freiräume in der DDR, über Liebe im Alter und die Frage, wie man sich und seinen Idealen treu bleiben kann. Unsere Autorin Anja Kümmel genoss den Einblick in den Alltag von Erika und Tine und in eine Liebe, die ohne große Worte spürbar wird.
Baby Jane

Baby Jane

Jonna ist gerade zum Studium nach Helsinki gezogen und taucht voller Abenteuerlust in das pulsierende Nachtleben ein. In einer queeren Bar lernt sie Piki kennen – und ist sofort fasziniert von der geheimnisvollen Frau mit der dunklen Stimme, die ihr ein ganzes Universum neuer Erfahrungen eröffnet. Katja Gauriloffs rauer Liebesfilm „Baby Jane“, der im März in der queerfilmnacht online läuft, zeigt Shootingstar Roosa Söderholm und die Sängerin Maria Ylipää als Paar, dessen stürmische Beziehung auch entlang von Abgründen verläuft. Unsere Autorin Anja Kümmel über eine flirrend-spannende Thriller-Romanze, die gängige Seh- und Deutungsgewohnheiten durchkreuzt.
Zaia Alexander: Erdbebenwetter

Zaia Alexander: Erdbebenwetter

Zaia Alexanders literarisches Debüt „Erdbebenwetter“ ist ein moderner Hexenroman: Die orientierungslose Lou wird in Los Angeles in einen magischen Zirkel eingeführt. Ihr Alltag gewinnt schlagartig elektrisierende Intensität. „Erdbebenwetter“ bringt Hierarchien zwischen Tier und Mensch ebenso ins Wanken wie zwischen Kindern und Eltern. Unsere Autorin Anja Kümmel über eine ungewöhnliche Geschichte der Selbstbestimmung an einem flirrenden Ort zwischen Apokalypse und Utopie.
Sister My Sister

Sister My Sister

Frankreich 1933. Christine und ihre jüngere Schwester Lea arbeiten als Dienerinnen bei der herrischen Madame Danzard und ihrer Tochter Isabelle. Die Schwestern erledigen wortlos alle Aufgaben und ertragen jede Demütigung, weil sie sich auf diese Weise nah sein können. Nachts wird ihre Beziehung in der Zurückgezogenheit ihrer Dachkammer derweil immer körperlicher, ja rauschhafter. Doch dann bemerkt Madame Danzard erste Nachlässigkeiten im Haushalt. Nancy Mecklers Film beruht auf dem berüchtigten Kriminalfall um Christine und Léa Papin, der sich 1933 in Le Mans zugetragen hat und bereits Jean Genet zu seinem Theaterstück „Die Zofen“ inspirierte. „Sister My Sister“ ist zugleich messerscharfe soziale Klassenstudie und berührende Geschichte einer verbotenen Liebe. Ab morgen ist die filmische Entdeckung in digital restaurierter Fassung als DVD und VoD zu sehen. Unsere Autorin Anja Kümmel über ein vielschichtiges und aufregendes filmisches Wagnis.
Herz aus Dynamit

Herz aus Dynamit

Claudia und María rasen auf einem Motorrad durch Guatemala City. Nach einem Abend auf dem Rummel werden die beiden von drei Männern brutal angegriffen. Claudia will weit weg, die große Stadt hinter sich lassen. María hat einen anderen Plan: Sie will Vergeltung. In ihrem Spielfilmdebüt "Herz aus Dynamit", der jetzt im Salzgeber Club läuft, wirft Regisseurin Camila Urrutia einen schonungslosen Blick auf sexualisierte Gewalt, Diskriminierung und soziale Ungerechtigkeit, die in ihrer Heimat Guatemala weit verbreitet sind. Anja Kümmel über das queerfeministisches Rachedrama, das zugleich ein leidenschaftlicher lesbischer Liebesfilm ist.
Joris Bas Backer: Küsse für Jet

Joris Bas Backer: Küsse für Jet

Joris Bas Backer erzählt in seiner Graphic Novel "Küsse für Jet" eine besondere Coming-of-Gender-Geschichte, angesiedelt zwischen dem Tod von Kurt Cobain im Jahr 1994 und der Jahrtausendwende. Jet ist 14 und lebt in einem Kaff in den Niederlanden. Auf dem Internat begreift sie ganz langsam, dass sie vielleicht mehr ein Junge als ein Mädchen ist. Backer erzählt die von eigenen Erfahrungen inspirierte Geschichte einfühlsam und zugleich mit viel Humor. Am meisten hat unsere Autorin Anja Kümmel aber die ungeheure visuelle Kraft des Buchs beeindruckt.
Olivia Wenzel: 1000 Serpentinen Angst

Olivia Wenzel: 1000 Serpentinen Angst

Eine namenlose queere Ich-Erzählerin schaut mit Wut und Leidenschaft auf unsere sich rasch verändernde Zeit und erzählt zugleich die Geschichte ihrer Familie: von ihrer Kindheit in den späten 1980er und 90er Jahren in einer ostdeutschen Kleinstadt, mit einer jungen Punkerin als Mutter, einem angolanischen Vater und einer Großmutter, die zu DDR-Zeiten treue SED-Anhängerin war. In ihrem autofiktionalen Debütroman regt Olivia Wenzel ihre Leser_innen dazu an, das Narrativ stets kritisch zu hinterfragen und die Identitäten ihrer Figuren als fluide anzusehen. Anja Kümmel erkennt in Wenzels Art, von Angst- und Diskriminierungserfahrungen zu erzählen, eine literarisch eigenwillige Stimme.