Andreas Köhnemann (Autor)

Zu schön, um wahr zu sein – Die JT LeRoy Story

Zu schön, um wahr zu sein – Die JT LeRoy Story

Für ihre Darstellung von Lady Diana in Pablo Larraíns Biopic „Spencer“ ist Kristen Stewart aktuell für den Oscar nominiert. In Justin Kellys „Zu schön, um wahr zu sein – Die JT LeRoy Story“ (2018), der hierzulande nie in die Kinos kam, aber als DVD, BluRay und VoD erhältlich ist, verkörpert sie Savannah Knoop, eine junge Frau, die in den 2000er Jahren Teil eines Schwindels in der Literaturszene war, der im Oktober 2005 vom New York Magazine in einem aufsehenerregenden Artikel aufgedeckt wurde. In Verkleidung war Knoop als Jungautor JT LeRoy mit bewegter Stricher-Vergangenheit aufgetreten – eine Erfindung der Schriftstellerin Laura Albert, die sich wiederum als JTs Agentin ausgegeben hatte. Andreas Köhnemann über ein komplexes queeres Spiel mit Identitäten, kantige Protagonistinnen und uneitles Schauspiel.
Cicada

Cicada

Ben ist „back on the dick“: Nach einer Reihe gescheiterter Beziehungsversuche mit Frauen hat der New Yorker Gelegenheitsjobber wieder Sex mit Männern. Die Anbahnungen laufen zunächst eher random ab, online oder in Clubs. Doch dann begegnet er vor einem hippen Buchladen dem Datentechniker Sam und flirtet ihn erfolgreich mit Nietzsche an. Matthew Fifers und Kieran Mulcares „Cicada“, der im Februar in der queerfilmnacht läuft, zeigt zwei junge Männer, die füreinander ihre inneren Mauern fallen lassen und dahinter Schönheit entdecken. Diese fand auch Andreas Köhnemann in den emotionalen Wimmelbildern des Films.
House of Gucci

House of Gucci

Vater, Sohn und „House of Gucci“. In seinem neuen True-Crime-Drama nimmt Ridley Scott den spektakulären Mord an dem Modeunternehmer Maurizio Gucci zum Fluchtpunkt eines abgründigen Liebes- und Familienporträts, in dem Lady Gaga als femme fatale Patrizia Reggiani ein gewaltiges Aufgebot an Hollywood-Stars anführt. Andreas Köhnemann hat sich auf jede Menge Glamour und Camp gefreut. Und wurde ziemlich enttäuscht.
Postcards from London

Postcards from London

Steve McLeans „Postcards from London“ mit Harris Dickinson. Die lustvolle Erweckungsgeschichte des jungen Jim aus der englischen Provinz in einem zum Neonlicht-Viertel hochstilisierten Soho der Gegenwart ist filmisch eng verwoben mit Fassbinders „Querelle“ (1982) und Van Sants „My Own Private Idaho“ (1991), mit den Bilderwelten Caravaggios und Derek Jarmans. Andreas Köhnemann hat sich auf Expedition durch McLeans Referenzen-Dschungel begeben.
Just Friends

Just Friends

Yad hat gerade sein Medizinstudium in Amsterdam geschmissen und kommt in die Kleinstadt, in der seine syrisch-stämmigen Eltern leben. Bei der rüstigen alten Dame Ans verdient er sich als Haushaltskraft etwas Geld dazu. Eines Nachmittags sitzt Ans attraktiver Enkel Joris am Tisch. Nach ersten Startschwierigkeiten lassen die beiden zusammen Drohnen steigen, daten stilecht im American Diner und versuchen zu surfen, ohne zu nass zu werden. Ellen Smit und Henk Burger lassen in der Romantic Comedy „Just Friends“ nicht nur ein hinreißendes Paar zueinanderkommen, sondern auch eine ganze Reihe herrlich skurriler Nebenfiguren auftreten. Andreas Köhnemann über einen umwerfend charmanten schwulen Sommerfilm, der glücklich macht.
Benjamin

Benjamin

Sieben Jahre hat Benjamin an seinem zweiten Spielfilm gearbeitet: einem autobiografischen Drama über Liebe und Einsamkeit, in dem er selbst die Hauptrolle spielt. Am Vorabend der Premiere lernt er in einer Bar den charismatischen französischen Sänger Noah kennen und fühlt sich wie magisch zu ihm hingezogen. Doch ist Benjamin gerade jetzt, wo seine Karriere auf der Kippe steht, bereit für die wahre Liebe? Die musikdurchflutete Komödie ist das Filmdebüt des gefeierten britischen Comedians Simon Amstell. Hier schreibt Andreas Köhnemann eine Liebeserklärung an Amstells schmerzhaft ehrliche und zugleich bezaubernde Art des Erzählens.
This Is Not Berlin

This Is Not Berlin

Auch in dieser Woche präsentiert der Salzgeber Club eine exklusive VoD-Premiere. Ab 9.4. ist der preisgekrönte mexikanische Coming-of-Age-Film „This Is Not Berlin“ auf salzgeber.de zu sehen. Regisseur Hari Sama erzählt darin die Geschichte des 17-jährigen Carlos, der im Mexico City des Jahres 1986 in einen Sog von Sex, Drogen und dem Rausch der Freiheit gerät – und dabei erwachsen wird. Unser Autor Andreas Köhnemann sprang, von stimmiger Musik begleitet, mit den Figuren ins Unbekannte und landete in einer mitreißenden Erweckungsgeschichte.
Narziss und Goldmund

Narziss und Goldmund

In seiner Adaption der berühmten Erzählung von Hermann Hesse bietet der österreichische Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky ("Die Fälscher") nicht nur Bildgewalt und Star-Besetzung (Sabin Tambrea, Jannis Niewöhner), sondern setzt zugleich die homoerotischen Untertöne der Vorlage deutlich nach oben. Im mittelalterlichen Kloster Mariabronn werden der tiefreligiöse Narziss und der ungestüme Goldmund zu engen Freunden. Während Narziss im Kloster bleibt, zieht es Goldmund in die Welt, die zahlreiche Liebschaften, aber auch Elend und Tod für ihn bereithält. Andreas Köhnemann hat nach dem emotionalen Herzstück der bemerkenswert schwulen Großproduktion gegraben.
Cousins

Cousins

Neu als DVD und VoD: Teenager Lucas lebt mit seiner strenggläubigen Tante Lourdes in einem Städtchen irgendwo in Brasilien. Als braver Neffe hilft er ihr im Garten und bei der Organisation der Bibelkreise. Doch ihre fromme Zweisamkeit wird durcheinandergebracht, als Lourdes einen weiteren Neffen im Haus aufnimmt: Mario kommt gerade aus dem Gefängnis und kann sich nur schwer an Regeln halten. Zunächst ist Lucas vom Verhalten seines wilden Cousins irritiert, aber in Lourdes' Abwesenheit kommen sich die zwei Jungs rasch näher... In ihrer verspielten Coming-of-Age-Komödie setzen Thiago Cazado und Mauro Carvalho dem religiösen Konservatismus in der brasilianischen Provinz die positive Geschichte einer emotionalen und sexuellen schwulen Erweckung entgegen. Unser Autor Andreas Köhnemann hat sich von der Leidenschaft und dem Humor des Films mitreißen lassen.
Cunningham

Cunningham

Der US-amerikanische Tänzer und Choreograf Merce Cunningham (1919-2009) gilt dank seiner wagemutigen Tanz-Experimente als einer der visionärsten und einflussreichsten Bewegungskünstler der Welt. Im 3D-Dokumentarfilm "Cunningham" verbindet die Regisseurin Alla Kovgan die Biografie des Künstlers, der eine enge Arbeits- und Liebesbeziehung mit dem Komponisten John Cage führte, mit Darbietungen seiner Choreografien. Andreas Köhnemann hat sich von der kreativen Bilderfülle und der inszenatorischen Dynamik mitreißen lassen.