Andreas Köhnemann (Autor)

Er liebt mich

Er liebt mich

In seinem Langfilmdebüt "Er liebt mich" erzählt Regisseur Konstantinos Menelaou von der Beziehungskrise eines schwulen Paares in traumhafter Kulisse: Hermes und sein Partner reisen auf eine kleine Insel, um fernab von der großen Stadt herauszufinden, ob sie als Paar noch eine Chance hat. Die magische Abgeschiedenheit des Strandes und die atemberaubende Schönheit der Natur bringen die beiden körperlich und emotional wieder nah zueinander. Doch können sie ihre Liebe auch zurück in den Alltag bringen, vorbei an den Verletzungen der Vergangenheit? Sind sie bereit für den nächsten Schritt? Andreas Köhnemann über ein poetisches Liebesdrama unter glühender Sonne.
The Cakemaker

The Cakemaker

Der Berliner Konditor Thomas hat eine Affäre mit Oren, einem verheirateten Mann aus Israel. Als Oren tödlich verunglückt, reist Thomas nach Jerusalem zu dessen Frau Anat und dem kleinen Sohn, heuert im Café der Familie als Bäcker an und hat mit seinen deutschen Kuchen riesigen Erfolg. Doch je tiefer er in das früherer Leben des Geliebten eintaucht, desto größer wird auch die Lüge, die zwischen ihm und Anat steht. Was ein wenig wie ein schnulziger Obsessions-Thriller klingt, entwickelt der in Berlin lebende israelische Regisseur Ofir Raul Graizer zu einem sensiblen Liebes- und Trauerfilm, der still und entschlossen vermeintliche Kultur- und Begehrensgrenzen überschreitet. Für sissy schreiben gleich zwei Autoren über den israelischen Oscar-Kandidaten "The Cakemaker": Andreas Köhnemann ist beeindruckt, wie nah der Film seinen Figuren kommt, den anwesenden und den abwesenden. Philipp Stadelmaier schaut sich den Film vor allem mit seinem Magen an – und hat danach Lust auf Kirschtorte.
Postcards from London

Postcards from London

Regisseur Steve McLean hat sich nach seinem hochgelobten Erstling "Postcards from America" (1994) lange Zeit für seinen zweiten Film gelassen. Das Warten hat sich gelohnt! Diesmal schickt er uns "Postcards from London", eine selbstironische Ode an die Kunst der käuflichen Liebe, in der Escorts als die einzig wahren Träger schwuler Kulturgeschichte gelten. Die lustvolle Erweckungsgeschichte des jungen Jim aus der englischen Provinz in einem zum Neonlicht-Viertel hochstilisierten Soho der Gegenwart ist filmisch eng verwoben mit Fassbinders "Querelle" (1982) und Van Sants "My Own Private Idaho" (1991), mit den Bilderwelten Caravaggios und Derek Jarmans. In der Hauptrolle glänzt Harris Dickinson, der seit dem preisgekröntem Jugenddrama "Beach Rats" (2017) zu einem der aufregendsten Darsteller seiner Generation zählt. Andreas Köhnemann hat sich auf Expedition durch McLeans lustvoll-artifiziellen Referenzen-Dschungel begeben, der im August in der queerfilmnacht wuchert.