Boys Club

Der Samurai

Der Samurai

Der Kurzfilm „Cowboy“ von Till Kleinert war bereits ein Vorgeschmack darauf, wie originell es der dffb-Absolvent hinbekommt, deutsche Provinztristesse in exzessives, großspuriges und queeres Horrorkino umschlagen zu lassen. Sein erster Langspielfilm „Der Samurai“, der ab Donnerstag als Stream zum Ausleihen und Kaufen im Salzgeber Club zur Verfügung steht, lässt ein Fantasy-affines Publikum mit großen Augen zurück. Splatter und Explosionen mag man gewohnt sein – einen schwertschwingenden Serienkiller im Kleid bekommt man indes nicht alle Tage zu Gesicht, stellt unser Autor Thomas Groh fest.
Sturmland

Sturmland

Der Film „Sturmland“ von Ádám Császi traut sich, einen Traum zu formulieren, der vor erotischer Sehnsucht nur so platzt: wie sich drei Jungs aus nichts und im Nirgendwo ein Haus bauen, Bienen züchten und aus allem aussteigen wollen, was an Zwang vom sozialen Umfeld gewaltsam ins Spiel gebracht wird. Alles an „Sturmland“ ist so dramatisch, wie sein Titel andeutet – und kann als Meilenstein des ungarischen Kinos bezeichnet werden, schreibt unser Autor Malte Göbel.
Ich, Tomek

Ich, Tomek

Robert Glinski erzählt in "Ich, Tomek" von einem Jungen, der an der deutsch-polnischen Grenze lebt und durch einen Freund zur Prostitution gezwungen wird. Das aufwühlende Drama steht ab morgen als Stream zum Ausleihen und Kaufen im Salzgeber Club zur Verfügung. Unser Autor André Wendler fragt sich, wie man einen Spielfilm über ein solches Thema sehen kann. Das Protokoll einer Ratlosigkeit.
Silent Youth

Silent Youth

Diemo Kemmesies stellt in seinem Spielfilm "Silent Youth" zwei junge Männer ins Zentrum des Berliner Szenetrubels, schneidet sie dann aber so aus, als seien sie allein auf der Welt. Ganz langsam baut sich ihre Beziehung auf, ganz präzise ist das eingefangen. Eine Einladung zum sprachlosen Mitdriften, die unser Autor Toby Ashraf angenommen hat. Der Film steht ab morgen als Stream zum Ausleihen und Kaufen im Salzgeber Club zur Verfügung.
Lichtes Meer

Lichtes Meer

Das Meer eignet sich seit Ewigkeiten als Kulisse für schwules Seemansgarn. Nicht selten ist früher einer aufs Schiff, um der heimatlichen Sexualkontrolle zu entfliehen. Doch wie lässt sich mannmännliche Romantik heute erzählen, in Zeiten der modernen Frachtschifffahrt? Stefan Butzmühlen ist das Wagnis eingegangen. "Lichtes Meer" erzählt von einer Matrosenliebe zwischen Vorpommern und Martinique, mit schluchzendem Soundtrack und wilden Meeresbildern, aber auch mit Blick für heutige Realitäten und beiden Beinen auf leicht schaukelndem Boden. Unser Autor Nikolaus Perneczky über einen Film, in dem Nähe und Distanz, Intimität und Autonomie einander nicht ausschließen.
Westerland

Westerland

In "Westerland" treffen sich zwei Jungs und gehen eine Beziehung ein. Einer ist Borderliner, der andere hat Angst vor dem Leben. Das Staunen über die Sylter Winterlandschaften verlernen sie schnell. Aufeinander aufpassen wird zum Teil des Problems. Tim Staffels Debütfilm nach seinem eigenen Roman erzählt eine Freundschaft und eine Landschaft – und beides hat man so noch nicht gesehen, wie unser Autor André Wendler beeindruckt feststellt. Der Film steht als Stream zum Ausleihen und Kaufen im Salzgeber Club zur Verfügung.
Berlin Alexanderplatz

Berlin Alexanderplatz

Burhan Qurbani verlegt Alfred Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz" aus dem Jahr 1929 in die Jetztzeit. Aus dem Protagonisten Franz Biberkopf wird Francis, der nach einer illegalen Überfahrt von Afrika nach Europa in der deutschen Hauptstadt landet. Wie schon in der 14-teiligen Miniserien-Adaption von Rainer Werner Fassbinder aus den Achtzigern entsteht zwischen der gebrochenen, naiven Hauptfigur und dem mephistophelischen Reinhold eine enge Bande mit fatalen Folgen. Unser Autor Dennis Vetter hat drei Stunden voller Spannung und Spektakel, Konflikten und Körpern erlebt – und das Resultat als extrem aktuell und erschreckend traditionell zugleich empfunden.
Beautiful Thing

Beautiful Thing

Mit der kleinen Liebesgeschichte von Jamie und Ste, den Nachbarjungs aus der Hochhaussiedlung, rührte Hettie MacDonalds „Beautiful Thing“ seit 1996 ungezählte Filmfanherzen. Ein Feelgoodmovie aus schwierigen Umständen, Coming-Out-Klassiker und ein kleines Stück Utopia, ohne das man, wie unser Autor Michael Sollorz weiß, nicht menschenwürdig leben kann. Wer „Beautiful Thing“ nicht kennt, hat was verpasst und kann das nachholen: Der Film steht ab 9. Juli in restaurierter Fassung als Stream zum Ausleihen und Kaufen im Salzgeber Club zur Verfügung.
Beach Rats

Beach Rats

Sommer auf Coney Island. Tagsüber hängt Frankie mit seinen Hetero-Kumpels am Strand ab, abends datet er Simone, nachts zieht es ihn in schwule Chatrooms – und irgendwann in die Cruising-Bereiche am Flussufer. In "Beach Rats" fängt die US-amerikanische Filmemacherin Eliza Hittman Frankies Coming-of-Age am äußersten Rand New Yorks, wo Arbeitslosigkeit und Jugendkriminalität zum Alltag gehören, mit poetisch-realistischen Bildern ein. Dafür wurde sie in Sundance mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Die große Entdeckung des Films ist ihr Hauptdarsteller Harris Dickinson, der Frankies Ambivalenzen zwischen lässigem Nichtstun, Verdrängung und homosexueller Erregung derart glaubwürdig verkörpert, dass ihn Teile der US-Presse zum neuen Shooting Star des Independent-Kinos ausgerufen haben. Unser Autor Frédéric Jaeger driftet mit ihm durch Tag und Nacht.
Du sollst nicht lieben

Du sollst nicht lieben

"Kann Gott eine Liebe von solcher Klarheit verurteilen?", fragte die französische Libération in ihrer hymnischen Rezension von "Du sollst nicht lieben". In seinem Debütfilm erzählt Regisseur Haim Tabakman die Liebesgeschichte zwischen zwei orthodoxen Juden, die vor allem einen der beiden, einen verheirateten Familienvater, in eine tiefe Lebenskrise stürzt. Tabakmans aufwühlendes, vielfach preisgekröntes Drama wirft einen vieldeutigen Blick in die Welt des ultra-orthodoxen Judentums und nimmt sowohl das sexuelle Begehren als auch den Glauben als menschliche Bedürfnisse ernst. Der Film steht als Stream zum Ausleihen und Kaufen im Salzgeber Club zur Verfügung. Paul Schulz hat sich zum damaligen deutschen Filmstart mit Haim Tabakman zum Gespräch getroffen und "Du sollst nicht lieben" für uns besprochen.