Axel Schock (Autor)

Holger Brüns: Vierzehn Tage

Holger Brüns: Vierzehn Tage

Im Kontext der Queer Theory wird neuerdings viel über „weiße, alte, schwule cis-Männer“ geschrieben; in Holger Brüns Sommernovelle „Vierzehn Tage“ meldet sich ein Vertreter dieser Spezies selbst zu Wort – nicht etwa auf Krawall gebürstet, sondern ganz entspannt und unaufgeregt. Während eines kurzen Urlaubs, in dem er eigentlich seine Wohnung renovieren will, schaut er sich in seiner Heimatstadt Berlin und in seinem Leben um und kommt sich wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten vor. Und er stellt sich die Frage: War’s das jetzt, oder lässt sich das noch ändern? Axel Schock hat die Novelle für uns gelesen.
It’s My Party

It’s My Party

Fast zwei Jahrzehnte war Regisseur Randal Kleiser in Hollywood zuständig für massenkompatible Familienunterhaltung, er machte mit dem Musical "Grease" (1978) Olivia Newton-John zum Weltstar und sorgte mit "Die blaue Lagune" (1980) für feuchte Teenagerträume. 1995 aber verfilmte er mit "It’s My Party" einen ganz persönlichen Stoff: die Geschichte seines Aids-kranken Lebensgefährten Harry Stein, der wenige Jahre zuvor nach einem Fest mit seinen Freunden seinem Leben ein Ende gesetzt hatte. Anlässlich der deutschen Erstveröffentlichung des Films auf DVD und Blu-ray geht Axel Schock der Frage nach, warum "It’s My Party" trotz eigentlich idealer Grundvoraussetzungen im Gegensatz zu "Philadelphia" ein so wenig beachteter Aids-Film geblieben ist.
OJ & ER: #ichwillihnberühren

OJ & ER: #ichwillihnberühren

Die Sozialen Medien haben die Suche nach Sex und Liebe bekanntermaßen radikal verändert. In dem Buch "#ichwillihnberühren" des anonymen Autorenduos OJ und ER lässt sich nun ein besonders skuriller Fall nachlesen, in dem das Netz mobiler Appnutzer selbst noch auf der Bettkante gegenwärtig ist und ins Liebesgeschehen miteingreift. Axel Schock geht dem Dokument einer ungewöhnlichen und zu Herzen gehenden Romanze auf die Spur.
Adonis: Interview mit Scud

Adonis: Interview mit Scud

In seiner Heimat Hongkong gilt der Produzent, Drehbuchautor und Regisseur Scud als Entfant terrible, der mit jedem neuen Film zuverlässig für Aufsehen sorgt. Der 1967 als Danny Cheng Wan-Cheung geborene Filmemacher zelebriert in seinem Werk ausgiebig den nackten, wohlgebauten Männerkörper und beschäftigt sich dabei mit kontroversen Themen wie Drogenkonsum, Homosexualität und Sexarbeit, aber auch mit Spiritualität. Zum deutschen DVD-Start seines neuen Films "Adonis" hat sich Axel Schock mit Scud über dessen filmische Vorbilder, die Obsession für nackte Männer und unterschiedliche Fan-Erwartungen unterhalten.
Mein bester Freund

Mein bester Freund

Filmische Darstellungen der sexuellen Selbstfindung und des Coming-outs gibt es in zahlreichen Facetten. „Mein bester Freund“ von Martín Deus handelt von einer eher selten erzählten, aber vielen vertrauten Variante: Statt das erste romantische Verknalltsein stellt er eine liebevolle und intensive Jungsfreundschaft ins Zentrum seines Langfilmdebüts. Lorenzo und Caíto sind zwei Jugendliche, die beide mit ihren Gefühlen hadern und den jeweils anderen für einen kurzen gemeinsamen Abschnitt zum wichtigsten Menschen im Leben machen. Axel Schock über einen sensiblen Coming-of-Age-Film aus Argentinien, den es jetzt als DVD und VoD gibt.
Daniel Zomparelli: Die Welt ist schlecht und du bist echt unausstehlich

Daniel Zomparelli: Die Welt ist schlecht und du bist echt unausstehlich

Der kanadische Schriftsteller Daniel Zomparelli lässt in seinen originell miteinander verwobenen Short Stories schwule Männer Büromaterial klauen, sich über Grindr verabreden, Obstkuchen backen und Dreier mit Geistern haben. Was seine neurotischen Großstädter am Rande des Nervenzusammenbruchs eint, ist die Angst vor dem Glück. Der nun in deutscher Sprache erschienene Band mit dem taktgebenden Titel "Die Welt ist schlecht und du bist echt unausstehlich" ist sarkastisch, komisch, zutiefst traurig und ein schlicht umwerfend gut komponiertes Prosadebüt über flüchtigen Sex und dysfunktionale Beziehungen im Zeitalter der Dating-Apps, findet unser Rezensent Axel Schock.
Tackling Life

Tackling Life

Neu auf DVD und VoD: Die „Berlin Bruisers“, Berlins schwules Rugby-Team, sind leider die schlechteste Mannschaft der Stadt. Dennoch haben sie miteinander etwas aufgebaut, das über die Fantasien von Menschen, die die Wort-Kombination „schwul“ und „Rugby“ entweder widersprüchlich oder sexy finden, weit hinausgeht. Und über den sportlichen Ehrgeiz sowieso. Johannes List hat einen Film über den Einzelkampf im Alltag und den Teamgeist auf dem Trainingsplatz gemacht, der ein warmes Communitygefühl ausstrahlt. Können wir gut gebrauchen, findet Axel Schock.
Die Hütte am See

Die Hütte am See

Neu auf DVD und VoD: "Die Hütte am See", einer der ersten schwulen finnischen Liebesfilme überhaupt. Mikko Makela lässt in seinem Debütfilm zwei junge Männer mit unterschiedlichen Lebensperspektiven und ähnlichen Grunderfahrungen bei der Renovierung eines idyllisch gelegenen Ferienhauses zusammentreffen. Der eine hat Finnland verlassen, weil es ihm keine Möglichkeit lässt, sich zu verwirklichen. Der andere ist dorthin geflohen, weil er sich an jenem Ort mehr Freiheit verspricht, als er in seiner syrischen Heimat erwarten könnte. Ein in seiner Unmittelbarkeit tief berührender Film, findet unser Autor Axel Schock.
Handsome Devil

Handsome Devil

Ein rothaariger Nerd und Indiemusik-Fan, der von seinen Mitschülern böse gemobbt wird. Ein muskelbepackter Rugby-Crack, der weit sensibler ist, als zunächst angenommen. Ein unkonventioneller Englischlehrer, der seinen Schülern nicht nur den Unterrichtsstoff beibringt, sondern Lektionen fürs Leben. In „Handsome Devil“, der im November in der queerfilmnacht läuft, variiert der irische Regisseur John Butler gleich mehrere Figuren des bei Schwulen und Lesben überaus beliebten Internatsfilm-Genres. Axel Schock folgt den homosozialen Spuren der Filmform und entdeckt in „Handsome Devil“ nicht nur smarte Wendungen und hinreißende Hauptdarsteller, sondern auch eine berührende Botschaft.
Hara Kiri

Hara Kiri

Im Debüt des kubanisch-amerikanischen Regisseurs Henry Alberto fantasiert ein frisch verliebtes Skater-Paar vom gemeinsamen Suizid. Alberto brauchte dafür nur drei Drehtage und ließ seine Darsteller auf den Straßen von Santa Monica frei improvisieren. Das Ergebnis ist ein echter Indie-Indie: ein unpolierter Film, gegen den Larry Clark beinah wie Mainstream wirkt. sissy hat sich die subversive Mischung aus Sex, Gewalt und Todessehnsucht angesehen – und eine Beziehung entdeckt, die keine Grenzen kennt. Von Axel Schock.