Théo & Hugo: Video-Interview mit Olivier Ducastel & Jacques Martineau

Théo & Hugo: Video-Interview mit Olivier Ducastel & Jacques Martineau

Die französischen Regisseure Olivier Ducastel und Jacques Martineau, die lange auch privat ein Paar waren, drehen seit fast 20 Jahren zusammen Filme. Zu den Ergebnissen ihrer höchst produktiven Kollaboration gehören die schwulen Coming-of-Age-Klassiker "Felix" (2000) und "Mein wahres Leben in der Provinz" (2003) sowie die Liebeskomödie "Meeresfrüchte" (2005). Mit ihrem neuen Film "Théo & Hugo" landeten die beiden nicht nur einen der Berlinale-Publikumshits. Der magische Liebesfilm konnte auch ihren Ruf als zentrale Stimmen des französischen Queer Cinema wiederbeleben. Das honorierte auch das Filmfestival von Cannes und machte sie im Mai zu den Vorsitzenden der Queer Palm, des französischen Teddy-Pendants. sissy erzählten die beiden von den wilden Entstehungsbedingungen von "Théo & Hugo", ihrem Selbstverständnis als schwule Filmemacher und dem Geheimnis ihrer Zusammenarbeit.
Downriver

Downriver

Der australische Regisseur Grant Scicluna hat bereits 2012 mit seinem Kurzfilm „The Wildling“, einer rauen schwulen Liebesgeschichte im Jugendknast, für Aufsehen gesorgt und dafür u.a. den renommierten queeren Iris Prize erhalten. Sein Langfilmdebüt entwickelt den Stoff als düstere Mischung aus Coming-of-Age-Film und Gothic-Noir-Thriller weiter: Der 18-jährige James wird aus dem Gefängnis entlassen und kehrt in das Dorf seiner Kindheit zurück, in dem er vor neun Jahren einen anderen Jungen ertränkt haben soll. Was keiner weiß: James war an jenem Tag nicht allein – sein Freund Anthony war bei ihm. „Downriver“ ist eine packende Studie über den schlagartigen Verlust der Unschuld und die verzweifelte Suche nach Erlösung geworden. Von Carsten Moll.
Théo & Hugo

Théo & Hugo

Im Oktober erstrahlt die queerfilmnacht im tiefroten und -blauen Licht eines Pariser Sexclubs. Dort begegnen sich die Körper von Théo und Hugo. Ein erster Blick, und sie begehren nur noch einander. Nach dem Sex verlassen sie zusammen den Club, laufen einfach los, reden über die Schönheit von Penissen, den Rausch der Sinne, die große Liebe. Bis ein Detail alles durcheinander­ wirbelt... Der neue Film von Olivier Ducastel und Jacques Martineau („Felix“, 2000; „Mein wahres Leben in der Provinz“, 2002), der am 20. Oktober auch regulär im Kino startet, machte schon auf der Berlinale aufgrund seiner furiosen und expliziten 18-minütigen Eröffnungssequenz von sich reden, erhielt (nicht nur dafür) den Publikums-Teddy und wurde seitdem in Frankreich und Großbritannien als kleines Kinowunder gefeiert. Seine radikale Romantik macht „Théo & Hugo“ zu einem der aufregendsten queeren Liebesfilme seit Jahren. Von Carsten Moll.
Köpek – Geschichten aus İstanbul

Köpek – Geschichten aus İstanbul

Einen Tag lang begleitet der Spielfilm von Esen Işık drei Menschen in der türkischen Hauptstadt, unter anderem die Transfrau Ebru. Drei kunstvoll verwobene Geschichten über die Sehnsucht nach Liebe in einer Gesellschaft, die aktuell nicht gerade zimperlich mit ihren Minderheiten umgeht. Die Filmemacherin mit kurdischem Hintergund hat in der Schweiz studiert, wurde dort aber jahrelang von der Abschiebung in die Türkei bedroht. Jetzt hat „Köpek“ zwei Schweizer Filmpreise gewonnen, u.a. für den besten Spielfilm. Cem Özdemir, der für den deutschen Kinostart die Schirmherrschaft übernommen hat, sieht in dem Film „ein eindringliches Plädoyer für Offenheit und Aufbruch in der Türkei". Von Florian Krauß.
Jonathan

Jonathan

In „Jonathan“ von Piotr J. Lewandowski wird Schwulsein als familiengeschichtlich begrabenes Geheimnis aufgedeckt. Diesen Job muss die Hauptfigur übernehmen, ein sich mit Haut und Haar dem Landleben verschreibender 23-Jähriger, dem Jannis Niewöhner eine intensive Präsenz verleiht. Mit einer queeren Perspektive hat das wenig zu tun, trotzdem gibt es Einiges anzuschauen, wenn man den Plot ein bisschen ausblendet. Von Jan Künemund.
Closet Monster

Closet Monster

Stephen Dunns Debütfilm „Closet Monster“ ist ein klassischer Coming-of-Age-and-Out-Film: er erzählt von einem Jungen, dessen Erkenntnis, anders zu sein, dazu führt, einen eigenen Weg aus ungesunden Familienstrukturen heraus zu finden. Aber „Closet Monster“ ist auch ein ungewöhnlicher Film: ungewöhnlich drastisch, ungewöhnlich blutig, ungewöhnlich deutlich. Teenage Angst und psychosomatischer Horror werden hier ausbuchstabiert, stellen sich aber nicht als lebensgefährlich heraus. Der jugendliche Held hat nämlich eine kreative Begabung – und einen Hamster namens Buffy, der sich mit Dämonen ganz gut auskennt. Von Jan Künemund.
Frantz

Frantz

François Ozon ist ein ausgesprochen germanophiler Regisseur. In seinem Durchbruch „Tropfen auf heiße Steine“ (2000) ließ er einen jungen Mann namens Franz in einer deutschen Großstadt der 1970er Jahre sich im manipulativen Beziehungsgeflecht eines älteren Verführers verheddern. Damals adaptierte Ozon Fassbinder, der aktuelle „Frantz“ ist das Remake eines Films des deutschen Hollywood-Exilanten Ernst Lubitsch. Ozons dazwischen aufgespannte Karriere lässt sich vielleicht analog dieser deutschen Vorbilder als eine Bewegung vom Provokant-Überdeutlichen zum Geheimnisvoll-Indirekten beschreiben. In „Frantz“ jedenfalls geht es um das rätselhafte Begehren eines Mannes einem Verstorbenen gegenüber, das allmählich die Erinnerungen der ebenfalls trauernden Verlobten trübt. Und vielleicht trübt diese deutsch-französische Koproduktion auch ein bisschen das klare Bild, das sich aktuelle deutsche Filme von deutscher Geschichte machen. Von Ekkehard Knörer.
Hara Kiri

Hara Kiri

Im Debüt des kubanisch-amerikanischen Regisseurs Henry Alberto fantasiert ein frisch verliebtes Skater-Paar vom gemeinsamen Suizid. Alberto brauchte dafür nur drei Drehtage und ließ seine Darsteller auf den Straßen von Santa Monica frei improvisieren. Das Ergebnis ist ein echter Indie-Indie: ein unpolierter Film, gegen den Larry Clark beinah wie Mainstream wirkt. sissy hat sich die subversive Mischung aus Sex, Gewalt und Todessehnsucht angesehen – und eine Beziehung entdeckt, die keine Grenzen kennt. Von Axel Schock.
Absolutely Fabulous – Der Film

Absolutely Fabulous – Der Film

"It's fabulous, darling!" Kaum ist sissy wieder da, drängeln sich schon Eddy und Patsy mit aufs Bild, die ewigjungen Lifestyle-Königinnen der Londoner Mode- und Partyszene, die mit hedonistischem Ungehorsam und grenzenloser Schamlosigkeit seit Anfang der 90er Jahre queere Identifikationsangebote im Übermaß liefern. Nachdem sie fünf Staffeln lang die ehrwürdige BBC aufgemischt haben, treiben sie ab 8. September im Kino ihr Unwesen. Anlässlich des Starts von "Absolutely Fabulous – Der Film" wirft Patrick Heidmann einen Blick zurück auf ein hoch-campes TV-Phänomen und erzählt, was ihm die Darstellerinnen Jennifer Saunders und Joanna Lumley über die Entstehungsmythen der Serie, deutschen Humor und ihre schwule Fanbase verraten haben.
Queerfilmnacht

Queerfilmnacht

Manche Filme muss man einfach auf der großen Leinwand sehen! Deswegen präsentiert die SISSY ab sofort die queerfilmnacht: die neue Filmreihe, die Gay- und L-Filmnacht ersetzt und deutschlandweit in knapp 25 Kinos die besten Filme zeigt, die das queere Weltkino aktuell zu bieten hat – von preisgekrönten Festivalhits über Publikumslieblinge bis hin zu heiß gehandelten Geheimtipps.