Tania Witte (Autorin)

Das Mädchen mit den roten Haaren

Das Mädchen mit den roten Haaren

Benny ist 17 und lebt mit ihrem Vater, einem strenggläubigen Religionsgelehrten, in der jüdischen Gemeinde von Silwan, einem vorwiegend von Palästinensern bewohnten Stadtteil Ost-Jerusalems. Ihr Haar ist so rot wie das Fell des gerade zur Welt gekommenen Kalbs, von dem sich ihr Vater und seine Anhänger die lang ersehnte Erlösung versprechen. Benny soll sich um das Jungtier kümmern – dabei fühlt sie sich im religiösen Dogmatismus ihres Vaters, mit dem sie groß geworden ist, schon seit langem nicht mehr zuhause. Als die gleichaltrige Yael in die Gemeinde kommt, um dort ihren Wehrersatzdienst zu leisten, gerät Bennys streng geregeltes Leben gänzlich aus den Fugen: Plötzlich ist da ein körperliches Begehren, das ihren eigenen Glauben in Frage stellt – und noch mehr den des Vaters… Tsivia Barkai Yacov erzählt in ihrem Langfilmdebüt vom sexuellen Erwachen eines Mädchens, das nicht nur einen Familien- sondern auch einen Glaubens- und Ideologiekonflikt überwinden muss, um zu sich selbst zu finden. Auf dem Jerusalem Film Festival wurde "Das Mädchen mit den roten Haaren" mit gleich drei Preisen ausgezeichnet. Tania Witte hat den Film, den es jetzt als DVD und VoD gibt, für uns gesehen.
Angela Chadwick: XX – Was wäre wenn

Angela Chadwick: XX – Was wäre wenn

Was wäre, wenn zwei Frauen ein leibliches Kind miteinander bekommen könnten? Mit dieser brisanten philosophischen und moralischen Frage setzt sich die englische Autorin Angela Chadwick in ihrem Debütroman auseinander. "XX – Was wäre wenn" erzählt die Geschichte von Jules und Rosie, die ein Kind haben wollen. Als die zwei Frauen davon hören, dass es Forschern gelungen ist, eine weibliche Eizelle mit der DNA einer anderen Eizelle zu befruchten, ergreifen sie ihre Chance und lassen sich mit der neuen Methode befruchten. Doch mit Rosies Schwangerschaft gerät das Leben des Paars völlig aus den Fugen. Neben den gewöhnlichen Herausforderungen werdender Eltern stehen sie plötzlich im Zentrum einer weltweiten Diskussion um die Zukunft der Menschheit – denn bei der neuen Form der künstlichen Befruchtung können nur Mädchen gezeugt werden… Chadwick beschreibt ein interessantes Gedankenexperiment, findet unsere Autorin Tania Witte. Doch ihren Figuren mangelt es an Authentizität und emotionaler Tiefe.
Frauensee

Frauensee

Heute Abend läuft schon der dritte Film bei rbb QUEER, und diesmal geht es nach Brandenburg! Vier Frauen treffen an einem Wochenende in einer malerischen Seenlandschaft aufeinander und ihre Flirts, ihr Begehren, ihre Lebensweisheiten und Zukunftspläne fließen in- und durcheinander. Das größtenteils improvisierte Drama "Frauensee" wurde in Lindow am Gudelacksee gedreht. Tania Witte hat den Film für uns gesehen.
Ein Date für Mad Mary

Ein Date für Mad Mary

Irland sei vor allem eins, sagt das Klischee: rau und unverblümt. Da wird nicht verschönt und verbrämt, da gibt’s Pubs und Prügeleien und harte Schalen mit weichen Herzen. Könnte stimmen, wenn man dem irischen Coming-of-Age-Film "Ein Date für Mad Mary" glaubt, der diesen Monat in der queerfilmnacht läuft und ab 14. Dezember auch regulär im Kino zu sehen sein wird. Verkratzte Charaktere, superbe Schauspielerinnen, ein guter Soundtrack und – ganz nebenbei – eine lesbische Liebe machen das Spielfilmdebüt des Regisseurs Darren Thornton zu einer großen Entdeckung. Von Tania Witte.
Siebzehn

Siebzehn

Im April ist es in der queerfilmnacht schon kurz vor den Sommerferien. Die Internatsschülerin Paula ist heimlich in Charlotte verliebt. Doch die ist mit Michael zusammen. Und dann bekommt Paula auch noch von Tim den Hof gemacht. Paula muss sich entscheiden, ob sie ihren eigenen Gefühlen folgt oder denen der anderen. Regie-Debütantin Monja Art zeigt in ihrem herrlich unkonventionellen Coming-of-Drama "Siebzehn" das Teenagersein in der niederösterreichischen Provinz als Achterbahnfahrt der Gefühle und in einer Ansammlung von amourösen Minidramen. Draußen hört man Blasmusik, ein Mähdrescher zieht seine Bahnen, und mit etwas Glück kommt bald ein Bus. "Sensibel, entschlossen, wunderbar", lobte die Jury des Max-Ophüls-Preises, als sie "Siebzehn" im Januar auszeichnete. sissy spürt der jugendlichen Sehnsucht nach – und entdeckt ein Verlangen von unaufgeregter Gewaltigkeit. Ein Film über all das, was plötzlich geschehen könnte. Von Tania Witte.
Barash

Barash

Der israelische Coming-of-Age-Film „Barash“, der im November in der queerfilmnacht läuft, wurde von der Filmkritik mit Abdellatif Kechiches Cannes-Gewinner „Blau ist eine warme Farbe“ verglichen: ähnlich authentisch, genauso hip! Das Besondere an Michal Viniks Regiedebüt ist sein politischer Subtext: „Barash“ erzählt nicht nur davon, wie es für ein Mädchen ist, sich das erste Mal in anderes Mädchen zu verblieben, sondern stellt auch die Frage, wie frei man als junge Frau im heutigen Israel leben kann. Von Tania Witte.
Looping

Looping

In "Looping", dem Regiedebüt der Filmuni-Babelsberg-Absolventin Leonie Krippendorff, spielen Berlinale-Shootingstar Jella Haase ("Lollipop Monster", "Fack Ju Göhte"), Lana Cooper ("Love Steaks") und Marie-Lou Sellem ("Exit Marrakesch") drei Frauen, die sich in einer Psychiatrie kennenlernen und ineinander verlieben. Unsere Autorin Tania Witte wünscht sich zwar mehr Dialoge, schwärmt aber von magischem Schauspiel und betörenden Bilder.
Zomer – Nichts wie raus!

Zomer – Nichts wie raus!

Im Namen des Vaters, des Sohnes und der heiligen Elektrizität: Einen aufgeladenen Sommer verbringt die schweigsame Anne im Schatten eines Kraftwerks in einem holländischen Kaff, in dem man angestrengt den Konsens sucht. Doch nicht nur bei Anne löst sich allmählich die Spannung – auch sonst kriegt man die ganze Sehnsüchte und Ausbrüche nicht mehr „gepoldert“. „Zomer – Nichts wie raus!“ erzählt vom bittersüßen Erwachsenwerden in der Provinz. Von Tania Witte.