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Wo willst du hin, Habibi?

Wo willst du hin, Habibi?

Der neue Kreuzberger Heimatfilm von Tor Iben, „Wo willst Du hin, Habibi?“, macht sich nicht nur in seinem Titel über das Erzählmuster der Identitätssuche lustig. Das Leben seines Helden ist zwar unnötig, aber komödientauglich, komplizierter als es sein müsste, und doch weiß Habibi eigentlich ganz gut, wo er steht und wo er hin will. Von Jan Künemund.
Like Cattle Towards Glow

Like Cattle Towards Glow

Der US-Autor Dennis Cooper („Frisk“, „Dreier“) hat einen Ruf wie Donnerhall: Punk-Pate, Queercore-Ikone, „gefährlichster Schriftsteller der USA“. Jetzt hat er mit dem jungen Franzosen Zac Farley seinen ersten Film gedreht. In fünf Episoden handelt „Like Cattle Toward Glow“ von Liebe, Sex, Gewalt und Todessehnsucht – und allem, was dazwischen liegt. Das erinnert ein wenig an Larry Clark und Bruce LaBruce, ist aber von einer ganz eigenen, dunklen Poesie. Ein Versuch der Annäherung an ein rätselhaftes Leuchten. Von André Wendler.
You and I

You and I

Der Jungstraum vom freien Umherziehen durch unbewohntes Gelände wird für zwei Freunde und ihr geliehenes Wohnmobil zur Realität. Ungeklärtes zwischen ihnen kommt einfach nicht zur Sprache. Bis ein Dritter dazu stößt und Bewegung ins unreflektierte Spiel bringt. In Nils Bökamps erstem Spielfilm geht’s durch den wilden Osten, und drei sind dabei einer zu viel. Von Jochen Werner.
Mein Bruder, der Held

Mein Bruder, der Held

In dem thailändischen Coming-Age-Drama „Mein Bruder, der Held“ ist Schwul- oder Transsein ganz selbstverständlich – aber auch Standesdenken, Korruption und mafiöse Strukturen. Der Debütfilm des koreanisch-amerikanischen Regisseurs Josh Kim wurde 2015 im Panorama der Berlinale uraufgeführt, vielfach ausgezeichnet und von Thailand ins Oscar-Rennen geschickt. Bei uns ist der Film über zwei Waisenbrüder, deren Schicksal ein Los bestimmt, vor kurzem auf DVD erschienen. Von Micha Schulze.
Der heimliche Freund

Der heimliche Freund

Die erste Liebe ist etwas Tolles. Aber wie man sie erlebt, ist auch statusabhängig: Ob man seine bürgerliche Familie enttäuschen wird oder seinen illegalen Aufenthalt im Land dadurch noch komplizierter macht, ist eben doch etwas anderes. In Mikel Ruedas zarter Romanze kämpfen zwei Jungs um ihr kleines – und auch ein bisschen verschiedenes – Glück in einem schwulen- und fremdenfeindlichen Europa. Von Gunther Geltinger.