Marko Martin (Autor)

Benno Gammerl: anders fühlen

Benno Gammerl: anders fühlen

Die Wege schwulen und lesbischen Lebens in Deutschland waren steinig, und sie sind bis heute weniger geradlinig, als unsere Vorstellung von Liberalisierung hoffen lässt. Mit „anders fühlen“ hat der Historiker Benno Gammerl die erste umfassende Geschichte der Homosexualität in der Bundesrepublik verfasst. Er beschreibt die Lebens- und Gefühlswelten von gleichgeschlechtlich liebenden Menschen seit den 1950er Jahren und lässt Männer und Frauen verschiedener Generationen zu Wort kommen. Unser Autor Marko Martin findet Gammerls Studie präzise und voller Empathie.
Hugh Nini & Neal Treadwell: Loving

Hugh Nini & Neal Treadwell: Loving

Der Bildband „Loving“ gibt Einblick in die umfangreiche Sammlung des New Yorker Ehepaars Hugh Nini und Neal Treadwell. 350 bisher unveröffentlichte Fotografien zeigen Männer, die sich lieben – über ein Jahrhundert hinweg, von 1850 bis 1950, von den USA und Kanada bis hin zu den europäischen, südamerikanischen, asiatischen und australischen Kontinenten, oft vor ländlichem Hintergrund oder in proletarischem Ambiente. Unser Autor Marko Martin über selbstbewusste, vielsagende Blicke voller Zuneigung in einer Zeit nahezu weltumspannender Homophobie.
Jörg Rehmann: Herr Wunderwelt

Jörg Rehmann: Herr Wunderwelt

Jörg Rehmann erzählt in seinem Roman "Herr Wunderwelt" vom Heranwachsen in der DDR und der Schwulenszene im Berlin zur Wendezeit. Der Protagonist Dirk schummelt sich in alternativen Identitäten und erfundenen Biografien durchs Leben. Er träumt davon, Schriftsteller zu sein – landet jedoch als Pfleger in der Residenz am Grunewald, ohne eine Ausbildung zu haben. Unser Autor Marko Martin empfand den Roman als eine Wundertüte voller despektierlicher Schnurren – und gerade deshalb als das richtige Buch zu dreißig Jahren "deutscher Einheit".
Peter Ackroyd: Queer London

Peter Ackroyd: Queer London

Für Peter Ackroyd ist die Vergangenheit nicht vergangen. Überall in unserer Gegenwart ist sie zu spüren, und diesen Zusammenhängen spürt der arrivierte englische Autor, Jahrgang 1949, in seinen Büchern nach – ob mit literarischen Mitteln wie in "Der Fall des Baumeisters" (1988) und "Chatterton" (1990), oder faktengestützt wie in seiner Biografie der Stadt London aus dem Jahr 2000. Dieses große, breit rezipierte Buch hat nun einen kleinen Ableger bekommen: die Geschichte des queeren Lebens in London von der Antike bis heute. Marko Martin, der schwule Reiseschriftsteller dieser Tage ("Das Haus in Habana", 2019), hat Ackroyds Buch für uns gelesen und auf seine Qualitäten als Reiseführer für queere Europäer geprüft.