Fabian Hischmann (Autor)

James Baldwin: Giovannis Zimmer

James Baldwin: Giovannis Zimmer

Der US-Schriftsteller James Baldwin (1924-1987) ist nicht nur eine Ikone für die Bürgerrechtsbewegung, wovon jüngst etwa Raoul Pecks vielschichtiger Dokumentarfilm "I Am Not Your Negro" Zeugnis trug, sondern auch für das Gay Liberation Movement. Anfang 2018 startete der Deutsche Taschenbuch Verlag (dtv) eine Werkausgabe in neuen Übersetzungen, in der nun einer der berühmtesten "schwulen Romane" überhaupt erschienen ist: "Giovannis Zimmer" aus dem Jahr 1956. Darin lernt der weiße Amerikaner David in Paris den Kellner Giovanni kennen, und die beiden erleben eine kurze, qualvolle amour fou in der klaustrophoben Enge von Giovannis Zimmer. Unser Autor Fabian Hischmann, Jahrgang 1983, schreibt über ein zeitloses Meisterwerk, das Leser*innen in seiner schonungslosen Beschreibung einer toxischen Beziehung noch heute bis ins Mark erschüttert.
Adam Silvera: Was mir von dir bleibt

Adam Silvera: Was mir von dir bleibt

Autor*innen lieben genau wie Leser*innen die Zeit des Erwachsenwerdens, das Coming-of-Age, denn die Protagonist*innen befinden sich dabei in einem Moment des Übergangs, das Leben hat sie noch nicht abgebrüht. Ihre Empfindlichkeit macht sie so besonders, doch zugleich ist es diese Empfindlichkeit, unter der sie so schrecklich zu leiden haben. Adam Silvera mutet seinem Helden Griffin eine der schlimmsten überhaupt denkbaren Prüfungen zu: Sein Freund Theo stirbt. Fabian Hischmann, der selbst Schriftsteller ist – 2017 erschien sein zweiter Roman "Das Umgehen der Orte" bei Piper, im Sommer folgt der Erzählunsgband "Alle wollen was erleben" – hat Silveras "Was mir von Dir bleibt" für uns gelesen und bespricht das Buch explizit persönlich.
Der Moment: Stand by Me

Der Moment: Stand by Me

"Stand by Me", Rob Reiners Verfilmung von Stephen Kings Novelle "Die Leiche" (1982), gilt als Meilenstein des US-amerikanischen Coming-of-Age-Kinos. Der Film erzählt nicht nur mitreißend und voller Empathie zu seinen Figuren von den lebensprägenden "Geheimnissen eines Sommers", wie der deutsche Untertitel des Films verspricht. Er weigert sich vor allem überzeugend und nicht ganz un-queer, Kindheit und Jugend und all das Ungefestigte und Ambivalente darin als abgeschlossen zu betrachen. Eine ähnliche Perspektive nimmt auch der gefeierte Debütroman des Schriftstellers Fabian Hischmann, "Am Ende schmeißen wir mit Gold" (2014), ein, dem im vergangenen Jahr ein zweiter Roman, "Das Umgehen der Orte" (2017), folgte. Als "Stand by Me" 1986 in die Kinos kam, war unser Autor erst drei Jahre alt. Den Moment seiner queeren Filmgeschichte hat er trotzdem in ihm gefunden – und seitdem nie mehr verloren.