Detlef Grumbach (Autor)

Heiner Möllers: Die Affäre Kießling

Heiner Möllers: Die Affäre Kießling

Noch anfang der Achtzigerjahre reichte allein der Verdacht, nicht-heterosexuell zu sein, um als Träger gewisser Ämter und Würden in Verruf zu geraten. Von Günter Kießling, dem hochdekorierten Viersterne-General der Bundeswehr und stellvertretenden Oberkommandierenden der NATO, hieß es irgendwann, er sei schwul. Es blieb bei Gerüchten, der General wurde dennoch entlassen. Die "Affäre Kießling" erregte die Bundesrepublik wie kaum ein zweiter Skandal in der Amtszeit Helmut Kohls, und das allein will einiges heißen. Nach 35 Jahren hat nun ein Offizier der Bundeswehr die offizielle Chronik der Ereignisse geschrieben. Detlef Grumbach, der die Affäre einst journalistisch begleitete, hat das Buch mit dürftigem Erkenntnisgewinn gelesen – und sieht alte Denkfiguren noch immer am Werke.
Gunther Geltinger: Benzin

Gunther Geltinger: Benzin

Im Dunkeln Fußgänger anzufahren, kann das Leben verändern: In ihrem Bestseller "Löwen wecken" (2015) erzählt die israelische Autorin Ayelet Gundar-Goshen, wie ein Chirurg einen illegalen Einwanderer überfährt und dadurch für kurze Zeit Anteil am Schicksal der Migranten nimmt. Gunther Geltinger ("Mensch Engel", 2008; "Moor", 2013) stellt das Szenario auf den Kopf: Zwei schwule Touristen fahren in Südafrika einen jungen Schwarzen an, der überlebt und sich zu einer Art Katalysator entwickelt – für das Verhältnis der Deutschen zu dessen Heimat und für die Beziehung der Reisenden zueinander. Detlef Grumbach hat den Roman "Benzin" gelesen.
Davit Gabunia: Farben der Nacht

Davit Gabunia: Farben der Nacht

Auch wenn sich in den vergangenen Jahren viele Staaten des ehemaligen Ostblocks in gesellschaftlichen Fragen zum Westen hin geöffnet haben, ist in den meisten von ihnen Homophobie in einem erschreckenden Ausmaß verbreitet. Und wo Schwulsein nur im Verborgenen ausgelebt werden kann, profitieren Stricher und Erpresser. Von diesem Schattenspiel erzählt der georgische Autor Davit Gabunia und stellt dabei die Perspektive eines arbeitslosen Mannes, der unbeabsichtigt Zeuge eines Verbrechens wird, ins erzählerische Zentrum. Detlef Grumbach über "Die Farben der Nacht", einem schonungslosen Sittenbild der Kaukasusrepublik.