Donna Deitch (Regisseurin)

Das lesbische Kino und die Geschichte eines lange verkannten Begehrens

Das lesbische Kino und die Geschichte eines lange verkannten Begehrens

Warum war es für lesbisches Kino immer so schwer, kulturelle Resonanz zu erzeugen? Von Beginn an war es Teil des Kinos, und doch blieb lesbisches Begehren seltsam zahm, im Sichtbaren verborgen und erzählerisch entschärft. Arabella Wintermayr blickt auf die Gründe und Folgen dieser Ordnung – und warum sie sich gerade im Wandel befindet.
Desert Hearts (1985)

Desert Hearts (1985)

Reno in Nevada, 1959. Die New Yorker Literaturprofessorin Vivian kommt ins Mekka der Spieler:innen und Scheidungswilligen, um sich nach zwölf Jahren erlebnisarmer Ehe offiziell von ihrem Mann zu trennen, und checkt in der „Divorce Ranch“ ein. Dort lernt sie die sexuell umtriebige Cay kennen, die tagsüber auf der Ranch töpfert und abends im Spielcasino arbeitet. Zwischen den ungleichen Frauen entwickelt sich eine leidenschaftliche Romanze, die für beide einen Neubeginn bedeuten könnte. Donna Deitch Liebesdrama „Desert Hearts“ war 1985 für das queere Kino bahnbrechend, weil es Lesbischsein nicht als Sensation oder gar etwas Anrüchiges, sondern nahezu als Normalität darstellte. Endlich gab es da ein weibliches Liebespaar auf der Leinwand, mit dem die Zuschauer:innen richtig mitfühlen konnten! Für Arabella Wintermayr ist die Bedeutung von „Desert Hearts“ für das lesbische Kino kaum zu überschätzen.