Douglas Stuart (Schriftsteller)

Douglas Stuart: John of John

Douglas Stuart: John of John

Auch in seinem dritten Roman „John of John“ erzählt der schottische Autor Douglas Stuart von schwulen Schicksalen an Orten, an denen Homosexualität verdrängt, angefeindet und ignoriert wird. Waren diese Schicksale im Debüt „Shuggie Bain“ und dessen Nachfolger „Young Mungo“ im Arbeitermilieu von Glasgow verortet, spielt „John of John“ in der archaischen Inselwelt der Äußeren Hebriden. Auch sonst ist einiges anders, doch die Erzählkunst ist geblieben. So steht „John of John“ auf der Longlist des renommierten Booker Prize, den Douglas Stuart 2020 mit „Shuggie Bain“ bereits gewonnen hat. Zu Recht? Axel Schock hat das 560-Seiten-Epos für uns gelesen.
Douglas Stuart: Young Mungo

Douglas Stuart: Young Mungo

Es gibt ein Leben nach dem Booker Prize – und auf den ersten Blick ist das nicht mal großartig anders. Nach dem Weltbestseller „Shuggie Bain“ thematisiert auch Douglas Stuarts zweiter Roman „Young Mungo“ in schonungsloser Akribie den Alkoholismus, die Gewalt und die toxische Männlichkeit in den Armutsvierteln von Glasgow. Im Mittelpunkt steht auch diesmal ein autobiografisch grundierter Titelheld, der mit seiner Homosexualität erst mal klarkommen muss. Der Roman sei kein Sequel, betonte Stuart in einem Interview, bilde aber mit „Shuggie Bain“ ein Diptychon. In seine raue Welt einzutauchen ist nicht immer bequem, aber nötig, findet Marko Martin – der „Young Mungo“ nicht nur als perfektes Gegenmittel zu ideologischer Huschigkeit empfindet, sondern auch als starken Beitrag zur unterrepräsentierten Literatursparte der queeren Working-Class-Fiction.