Im Kino

Einfach das Ende der Welt

Einfach das Ende der Welt

Xavier Dolan, das viel gepriesene queere Kino-Wunderkind, hat einen neuen Film gemacht – und dafür dieses Jahr in Cannes zwar erneut den Großen Preis der Jury bekommen, aber auch so viel ungewohnten Gegenwind von der Festivalpresse, dass er nun gar in Erwägung zieht, seinen nächsten Film nicht mehr an die Croisette zu bringen. Götterdämmerung im Auteur-Olymp? Keineswegs! „Einfach das Ende der Welt“, die Verfilmung des gleichnamigen, semio-autobiografischen Theaterstücks des 1995 im Alter von 38 Jahren an AIDS verstorbenen französischen Autors Jean-Luc Lagarce, ist abermals brillant: ein zugleich überaus aggressives und ungemein zärtliches Kammerspiel in der biologischen Kernfamilie, das sich zur schmerzvollen Reflektion über queere Heimatlosigkeit verdichtet und mit dem Dolan einige Erwartungen an sein höchst selbstreferentielles Werk nur unterwandert um noch furiosere zu befeuern. Von Sascha Westphal.
Jonathan

Jonathan

In „Jonathan“ von Piotr J. Lewandowski wird Schwulsein als familiengeschichtlich begrabenes Geheimnis aufgedeckt. Diesen Job muss die Hauptfigur übernehmen, ein sich mit Haut und Haar dem Landleben verschreibender 23-Jähriger, dem Jannis Niewöhner eine intensive Präsenz verleiht. Mit einer queeren Perspektive hat das wenig zu tun, trotzdem gibt es Einiges anzuschauen, wenn man den Plot ein bisschen ausblendet. Von Jan Künemund.
Looping

Looping

In "Looping", dem Regiedebüt der Filmuni-Babelsberg-Absolventin Leonie Krippendorff, spielen Berlinale-Shootingstar Jella Haase ("Lollipop Monster", "Fack Ju Göhte"), Lana Cooper ("Love Steaks") und Marie-Lou Sellem ("Exit Marrakesch") drei Frauen, die sich in einer Psychiatrie kennenlernen und ineinander verlieben. Unsere Autorin Tania Witte wünscht sich zwar mehr Dialoge, schwärmt aber von magischem Schauspiel und betörenden Bilder.