Happy End

Einen Freund zum Geburtstag

Einen Freund zum Geburtstag

Ohne Vorurteile und Besserwisserei bewegt sich Regisseur Stephen Cone mit seinem Ensemblefilm „Einen Freund zum Geburtstag“ in der Welt evangelikaler Bibelgruppen im US-amerikanischen Süden und schlägt aus den ideologischen Verengungen auf der einen und den explodierenden pubertären Bedürfnissen auf der anderen Seite dramatisches und oft auch komisches Potenzial. Ein Film über das Wachsen im Erwachsenwerden. Von Faraz Shariat.
Dream Boat

Dream Boat

Acht Tage Kreuzfahrt mit 3.000 schwulen Männern aus 89 Nationen. Und Tristan Ferland Milewski war mit Kameras dabei. Für viele eine schreckliche Idee, für Anwesende eine große Party oder permanente Überforderung, für die Augen ein Fest, für den Filmemacher der Ansporn, hinter die oberflächliche Fassade des Glad-to-be-gay-Tourismus unter maximal reibungsfreien Bedingungen zu schauen. Ein Hoch auf die schwule Seefahrt. Oder sowas Ähnliches. Im Juli in der queerfilmnacht! Von Jan Künemund.
ACT! – Wer bin ich?

ACT! – Wer bin ich?

In seinem neuen Dokumentarfilm „ACT! – Wer bin ich?“ schaut Rosa von Praunheim über den schwulen Tellerrand und findet mal wieder eine Heldin des Alltags, die ihre bürgerlichen Sicherheiten aufgegeben hat, um sich für soziale Veränderungen einzusetzen. Maike Plath macht „biografisches Theater“ mit Jugendlichen in Neukölln, deren Biografien andere oft nicht interessieren. Von Jan Künemund.
Liebmann

Liebmann

Ein Deutscher, der nicht herausrückt mit der Sprache, mietet sich im Norden Frankreichs ein, wo er von Männern und Frauen umschwärmt wird, die sich von seinem schlechten Französisch nicht in die Flucht schlagen lassen. Sie möchten, genau wie wir, seinem Geheimnis auf die Schliche kommen. Jules Herrmans Debütspielfilm „Liebmann“, in der Berlinale-Perspektive 2016 uraufgeführt, verwirrt kunstvoll, bleibt aber im großen Drama ausgesprochen léger. Von Jan Künemund.
Alle Farben des Lebens

Alle Farben des Lebens

„Alle Farben des Lebens“ von Gaby Dellal ist Drama und Komödie. Er verspricht, ein Coming-Of-Age-Film über den Transjungen Ray zu sein (der englische Originaltitel lautet „About Ray“), will aber gleichzeitig – so verrät es wiederum der Arbeitstitel „Three Generations“ – eine Familienchronik über drei Generationen erzählen. Am Ende geht es immer weniger um Ray und immer mehr um eine erzählerisch nicht aufgelöste Idee von Zweigeschlechtlichkeit. Von Noemi Yoko Molitor.
Lichtes Meer

Lichtes Meer

Das Meer eignet sich seit Ewigkeiten als Kulisse für schwules Seemansgarn. Nicht selten ist früher einer aufs Schiff, um der heimatlichen Sexualkontrolle zu entfliehen. Doch wie lässt sich mannmännliche Romantik heute erzählen, in Zeiten der modernen Frachtschifffahrt? Stefan Butzmühlen ist das Wagnis eingegangen. "Lichtes Meer" erzählt von einer Matrosenliebe zwischen Vorpommern und Martinique, mit schluchzendem Soundtrack und wilden Meeresbildern, aber auch mit Blick für heutige Realitäten und beiden Beinen auf leicht schaukelndem Boden. Von Nikolaus Perneczky.
Jonathan

Jonathan

In „Jonathan“ von Piotr J. Lewandowski wird Schwulsein als familiengeschichtlich begrabenes Geheimnis aufgedeckt. Diesen Job muss die Hauptfigur übernehmen, ein sich mit Haut und Haar dem Landleben verschreibender 23-Jähriger, dem Jannis Niewöhner eine intensive Präsenz verleiht. Mit einer queeren Perspektive hat das wenig zu tun, trotzdem gibt es Einiges anzuschauen, wenn man den Plot ein bisschen ausblendet. Von Jan Künemund.
Closet Monster

Closet Monster

Stephen Dunns Debütfilm „Closet Monster“ ist ein klassischer Coming-of-Age-and-Out-Film: er erzählt von einem Jungen, dessen Erkenntnis, anders zu sein, dazu führt, einen eigenen Weg aus ungesunden Familienstrukturen heraus zu finden. Aber „Closet Monster“ ist auch ein ungewöhnlicher Film: ungewöhnlich drastisch, ungewöhnlich blutig, ungewöhnlich deutlich. Teenage Angst und psychosomatischer Horror werden hier ausbuchstabiert, stellen sich aber nicht als lebensgefährlich heraus. Der jugendliche Held hat nämlich eine kreative Begabung – und einen Hamster namens Buffy, der sich mit Dämonen ganz gut auskennt. Von Jan Künemund.