Frauenbande

Absolutely Fabulous – Der Film

Absolutely Fabulous – Der Film

"It's fabulous, darling!" Kaum ist sissy wieder da, drängeln sich schon Eddy und Patsy mit aufs Bild, die ewigjungen Lifestyle-Königinnen der Londoner Mode- und Partyszene, die mit hedonistischem Ungehorsam und grenzenloser Schamlosigkeit seit Anfang der 90er Jahre queere Identifikationsangebote im Übermaß liefern. Nachdem sie fünf Staffeln lang die ehrwürdige BBC aufgemischt haben, treiben sie ab 8. September im Kino ihr Unwesen. Anlässlich des Starts von "Absolutely Fabulous – Der Film" wirft Patrick Heidmann einen Blick zurück auf ein hoch-campes TV-Phänomen und erzählt, was ihm die Darstellerinnen Jennifer Saunders und Joanna Lumley über die Entstehungsmythen der Serie, deutschen Humor und ihre schwule Fanbase verraten haben.
Looping

Looping

In "Looping", dem Regiedebüt der Filmuni-Babelsberg-Absolventin Leonie Krippendorff, spielen Berlinale-Shootingstar Jella Haase ("Lollipop Monster", "Fack Ju Göhte"), Lana Cooper ("Love Steaks") und Marie-Lou Sellem ("Exit Marrakesch") drei Frauen, die sich in einer Psychiatrie kennenlernen und ineinander verlieben. Unsere Autorin Tania Witte wünscht sich zwar mehr Dialoge, schwärmt aber von magischem Schauspiel und betörenden Bilder.
Freeheld

Freeheld

Auf der Grundlage eines Oscar-gekrönten Kurzdokumentarfilms über eine wahre Begebenheit erzählte Peter Solletts Weepie mit Star-Power die Geschichte einer kranken Polizistin, die 2006 dafür kämpfen muss, dass ihre Pension nach ihrem Tod ihrer Partnerin übertragen wird. Julianne Moore und Ellen Page verkörpern das heute sehr viel anschlussfähigere lesbische Beharren auf bürgerlichen Träumen nach einem Drehbuch von Ron Nyswaner, der 1993 schon das Thema Aids im Mainstreamkino unterbringen konnte. Von Michael Eckhardt.
Life Is a Moment

Life Is a Moment

„Bollywoods Antwort auf ‚Brokeback Mountain‘“ versprachen indische Medien, als 2010 „Dunno Y… Na Jaane Kyun“ in die dortigen Kinos kam. Der Film – ein B-Movie um die Liebe zwischen einem Geschäftsmann und einem schwulen Nachwuchsschauspieler, das von plötzlichen Handlungsumschwüngen, Softporno-Ästhetik und allerhand Klischees geprägt ist – lässt den Vergleich gewagt erscheinen. Die Quasi-Fortsetzung „Life Is a Moment“ hat es nun aber sogar in die deutschen Kinos geschafft. Ein Film, dem es an Zwischentönen mangelt, der sich vielleicht aber gerade deswegen als Ausgangspunkt für einen kleinen Diskurs über Queerness in Bollywood anbietet. Von Florian Krauß.
Tangerine L.A.

Tangerine L.A.

Die Sundance-Überraschung des mit Hollywood-Taschengeld finanzierten "Tangerine L.A." wird vor allem dem Umstand zugerechnet, dass er innovativ, nämlich nur auf iPhones, gefilmt ist. Der Filmemacher Sean Baker, auch in seinen frühen Filmen gesellschaftlich marginalisierten Menschen mit großer Hollywood-Optik zur Seite stehend, hat aber aus genauer Beobachtung eine tatsächlich rührende Weihnachtsgeschichte gedreht, ohne die soziale Realität von Transgender-SexarbeiterInnen zu beschönigen. Und er ist der Empfehlung seiner DarstellerInnen gefolgt: „Sieh zu, dass der Film Spaß macht – sonst sehen wir ihn uns nicht an!“ Von Rajko Burchardt.
La belle saison – Eine Sommerliebe

La belle saison – Eine Sommerliebe

Stadt und Land, Enge und Weite, Stillstand und Aufbruch – Catherine Corsinis Melodram lässt Gegensätze aufeinander prallen, brüchig werden, und ist selbst dabei immer in Bewegung. Cécile de France und Izïa Higelin in einer großen Liebesgeschichte, die sich mit dem privaten und gesellschaftlichen Aufbruch auseinander setzt. Von Sascha Westphal.
Girls Lost

Girls Lost

Alexandra-Therese Keining lässt ihren Film „Girls Lost“ mit einer Warnung beginnen: „Wenn Sie blind für alles Andersartige sind, ist diese Geschichte nichts für Sie!“ Wer könnte bei einem solchen Versprechen widerstehen!? Die Verfilmung des schwedischen Young-Adult-Bestsellers „Pojkarna“ hält, wovor sie warnt: „Girls Lost“ ist ein queeres Märchen über das Aufbegehren aller Sinne, das verträumt zwischen Coming-of-Age, Fantasy und Teenager-Romanze wandelt und mit beeindruckender Leichtigkeit alle üblichen Geschlechtergrenzen verwischt. Von Beatrice Behn.
Gayby Baby

Gayby Baby

Die australische Regisseurin Maya Newell ist als Kind zweier lesbischer Mütter groß geworden. In ihrem international viel beachteten Dokumentarfilm porträtiert sie nun vier Kinder aus Regenbogenfamilie - und das so überzeugend, dass der Film in ihrer Heimat mittlerweile in vielen Schulen auf dem Lehrplan steht und zur 'Förderung der Akzeptanz für die Vielfalt von Familienformen' eingesetzt wird. "Gayby Baby" ist leicht zugänglich und zuckersüß wie ein guter Popsong, aber vielleicht braucht es genau das als Mittel gegen die Ignoranz und Vorurteile, die auch hierzulande noch große Teile der familienpolitischen Wortmeldungen zum Thema bestimmen. Von Natália Wiedmann.
The Danish Girl

The Danish Girl

1930 unterzog sich die intersexuelle Malerin Lili Elbe in Dresden mehreren geschlechtsangleichenden Operationen und schrieb über ihre Erfahrungen ein in viele Sprachen übersetztes Buch. Aus ihr wurde eine Romanfigur, anschließend verfilmte Tom Hooper die Metamorphose der Lili Elbe, die in einer unkonventionellen Beziehung mit der Künstlerin Gerda Gottlieb in Kopenhagen und Paris zusammen lebte. Eddie Redmayne wurde für seine Darstellung der Hauptfigur für den Oscar nominiert. Von Michael Eckhardt.
Liz in September

Liz in September

"Last Summer at Bluefish Cove” von Jane Chambers ist ein Klassiker der lesbischen Theatergeschichte. Die venezolanische Regisseurin Fina Torres hat die Geschichte um eine Hetero-Frau, die bei einer Gruppe lesbischer Freundinnen strandet und ein neues Begehren entdeckt, gehörig modernisiert. Chambers braver kalifornischer Süßwassersee geht über in die blaue Tiefe der Karibik, ihr aktivistisches Coming-out-Stück wird zu einem vielschichtigen Film über Abschied und Neubeginn. Von Angelika Nguyen.