Frauenbande

Below Her Mouth

Below Her Mouth

Im März in der queerfilmnacht: Lesbische Erotik aus der richtigen Perspektive. Dass “Below Her Mouth” von einem reinen Frauenteam gedreht worden ist, ist vor allem deshalb wichtig, weil er sich traut, offen und selbstbewusst viel lesbischen Sex zu zeigen. Die Story verlässt sich auf die üblichen Hetero-zu-L-Konflikte, gibt aber dem physischen Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen (u.a. das androgyne Top-Model Erika Linder) viel Raum und begnügt sich nicht nur mit Andeutungen. Von Alexandra Seitz.
Certain Women

Certain Women

Kelly Reichardts neuer Film erzählt drei Geschichten über Frauen in Montana. Langsam und konzentriert arbeitet sie die Vielschichtigkeit in den scheinbar unspektakulären Episoden aus dem Leben der Heldinnen heraus. Am schönsten vielleicht im dritten Teil, in dem eine Pferdepflegerin sich allmählich in die unerfahrene Anwältin aus der Großstadt verliebt, die von Kristen Stewart gespielt wird – wer mag es ihr verdenken. Es entwickelt sich eine der schönsten lesbischen Beinahe-Romanzen, die in letzter Zeit im Kino zu sehen waren. Von Barbara Schweizerhof.
Die Taschendiebin

Die Taschendiebin

Die Bereitschaft zu schockieren hat den koreanischen Regisseur Park Chan-wook („Sympathy for Mr. Vengeance“, 2002; „Oldboy“, 2003; „Lady Vengeance“, 2005) zur Kultfigur unter den Fans blutiger Spektakel aufsteigen lassen, seinen Filmen aber auch den Ruf eingebracht, nur etwas für den „eingeübten Geschmack“ zu sein, mithin für die, die ein gewisses Maß an Blut und Gewalt mit blasierter Macho-Geste wegstecken. Wer in dieser Hinsicht schon von „Stoker“ (2013), Parks „gezähmtem“ Ausflug ins amerikanische Kino, enttäuscht war, wird sich über „Die Taschendiebin“ erneut wundern. Hier zeigt sich Park nämlich von einer bislang eher unbekannten Seite: als Meister in der Kunst der Zurückhaltung. Und als Meister darin, zu zeigen, was unter der Oberfläche von Zurückhaltung alles schwelen kann. Von Barbara Schweizerhof.
Alle Farben des Lebens

Alle Farben des Lebens

„Alle Farben des Lebens“ von Gaby Dellal ist Drama und Komödie. Er verspricht, ein Coming-Of-Age-Film über den Transjungen Ray zu sein (der englische Originaltitel lautet „About Ray“), will aber gleichzeitig – so verrät es wiederum der Arbeitstitel „Three Generations“ – eine Familienchronik über drei Generationen erzählen. Am Ende geht es immer weniger um Ray und immer mehr um eine erzählerisch nicht aufgelöste Idee von Zweigeschlechtlichkeit. Von Noemi Yoko Molitor.
Ediths Glocken – Der Film

Ediths Glocken – Der Film

Nach den Trashfilm-Klassikern „Mutti – Der Film“ (2003) und „18:15 ab Ostkreuz“ (2006) hat die Berliner Travestie-Legende Ades Zabel mit ihren Company-Co-Stars Biggy van Blond und Bob Schneider nun ihr BKA-Kultstück „Wenn Ediths Glocken läuten“ verfilmt. Das Ergebnis ist nicht weniger als der ultimative Neuköllner Weihnachtsfilm! Die semi-relevante Handlung: Hartz-VIII-Empfängerin Edith, Leggingsboutique-Besitzerin Biggy und Kiezwirtin Jutta beschließen das Heilige Fest dieses Jahr zusammen zu begehen: bei Edith in der Nogatstraße, mit lecker Gänsebraten und ganz viel 1,99-Euro-Rotwein vom Lidl. Ihre besinnliche Stimmung lassen sich die wilden Weiber weder von einem grausam verkohlten Vogel noch von einem explodierenden Weihnachtsbalkon vermiesen. Die Feier endet natürlich trotzdem im totalen Chaos. Anlässlich des Kinostarts von "Ediths Glocken – Der Film" hat Ades Zabels alter Weggefährte Jörg Buttgereit einen Blick zurück gewagt: auf die Geburt einer gewissen Edith Schröder und die brutalen Folgen für uns alle.
Barash

Barash

Der israelische Coming-of-Age-Film „Barash“, der im November in der queerfilmnacht läuft, wurde von der Filmkritik mit Abdellatif Kechiches Cannes-Gewinner „Blau ist eine warme Farbe“ verglichen: ähnlich authentisch, genauso hip! Das Besondere an Michal Viniks Regiedebüt ist sein politischer Subtext: „Barash“ erzählt nicht nur davon, wie es für ein Mädchen ist, sich das erste Mal in anderes Mädchen zu verblieben, sondern stellt auch die Frage, wie frei man als junge Frau im heutigen Israel leben kann. Von Tania Witte.
Absolutely Fabulous – Der Film

Absolutely Fabulous – Der Film

"It's fabulous, darling!" Kaum ist sissy wieder da, drängeln sich schon Eddy und Patsy mit aufs Bild, die ewigjungen Lifestyle-Königinnen der Londoner Mode- und Partyszene, die mit hedonistischem Ungehorsam und grenzenloser Schamlosigkeit seit Anfang der 90er Jahre queere Identifikationsangebote im Übermaß liefern. Nachdem sie fünf Staffeln lang die ehrwürdige BBC aufgemischt haben, treiben sie ab 8. September im Kino ihr Unwesen. Anlässlich des Starts von "Absolutely Fabulous – Der Film" wirft Patrick Heidmann einen Blick zurück auf ein hoch-campes TV-Phänomen und erzählt, was ihm die Darstellerinnen Jennifer Saunders und Joanna Lumley über die Entstehungsmythen der Serie, deutschen Humor und ihre schwule Fanbase verraten haben.
Looping

Looping

In "Looping", dem Regiedebüt der Filmuni-Babelsberg-Absolventin Leonie Krippendorff, spielen Berlinale-Shootingstar Jella Haase ("Lollipop Monster", "Fack Ju Göhte"), Lana Cooper ("Love Steaks") und Marie-Lou Sellem ("Exit Marrakesch") drei Frauen, die sich in einer Psychiatrie kennenlernen und ineinander verlieben. Unsere Autorin Tania Witte wünscht sich zwar mehr Dialoge, schwärmt aber von magischem Schauspiel und betörenden Bilder.
Freeheld

Freeheld

Auf der Grundlage eines Oscar-gekrönten Kurzdokumentarfilms über eine wahre Begebenheit erzählte Peter Solletts Weepie mit Star-Power die Geschichte einer kranken Polizistin, die 2006 dafür kämpfen muss, dass ihre Pension nach ihrem Tod ihrer Partnerin übertragen wird. Julianne Moore und Ellen Page verkörpern das heute sehr viel anschlussfähigere lesbische Beharren auf bürgerlichen Träumen nach einem Drehbuch von Ron Nyswaner, der 1993 schon das Thema Aids im Mainstreamkino unterbringen konnte. Von Michael Eckhardt.